Politik

Photovoltaik-Anlagen auf Dächern staatlicher Gebäude: In Bayern gibt es noch viel zu tun. (Foto: dpa/Christoph Schmidt)

11.05.2022

Bayern setzt bei Photovoltaik-Ausbau auf private Investoren

Bauministerium: Um die noch freien, geeigneten Dächer mit staatseigenen Photovoltaikanlagen zu belegen, bestünde ein Investitionsbedarf von rund 110 Millionen Euro

Für einen schnellen Ausbau von klimafreundlichen Photovoltaik-Anlagen (PV) auf den Dächern staatlicher Gebäude setzt die Staatsregierung auf frisches Kapital aus der Privatwirtschaft. "Dazu sollen attraktive Bündel von verschiedenen Flächen für eine Verpachtung an Investoren einschließlich Bürgerenergiegesellschaften geschnürt werden - zu marktüblicher Pacht", sagte Bauminister Christian Bernreiter (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Weiter: "Damit dieses Modell Erfolg verspricht, muss auch der Bund seinen Teil beitragen. Wir brauchen eine attraktivere Einspeisevergütung, damit sich die Investitionen auch rechnen". Bayern setzte hier auf verbesserte Rahmenbedingungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023.

Auch die Ministerien sollen sich nach den Worten von Bernreiter aber um den Bau von PV-Anlagen bemühen: "Im aktuellen Haushalt für 2022 stehen fünf Millionen Euro für den Bau weiterer Anlagen zur Verfügung. Außerdem sollen die verschiedenen Ressorts und deren nachgeordnete Behörden auf eigene Initiative bei ihren Baumaßnahmen weitere Anlagen über ihre eigene Ressorthaushalte schaffen - ebenfalls in einer Größenordnung von fünf Millionen Euro."

Bauministerium: Nur 1300 von 11 000 Dächern staattlicher Gebäude geeignet

Nach einer Berechnung des Bauministeriums sind in Bayern von den rund 11 000 Dächern staatlicher Gebäude rund 1300 für Photovoltaikanlagen geeignet. "430 Anlagen sind bereit fertig gebaut und in Betrieb, 100 weitere sind in Planung", sagte Bernreiter. Damit seien 40 Prozent der geeigneten staatlichen Dächer bereits ausgestattet.

Die Gründe, warum ein großer Teil der staatlichen Dächer nicht für Photovoltaik geeignet ist, seien vielfältig, hieß es weiter. Teilweise seien die Dachflächen der Nebengebäude zu klein, von der Lage her nicht geeignet, verschattet oder würden aus baufachlichen Gründen nicht in Frage kommen. Um die 800 noch freien, geeigneten Dächer mit staatseigenen Photovoltaikanlagen zu belegen, bestünde ein Investitionsbedarf von rund 110 Millionen Euro.

Über die Eignung von Flächen und den PV-Ausbau hatte es in der Vergangenheit immer wieder Streit gegeben. Die Grünen bezweifelten jüngst etwa, dass es nur 1300 Dächer gebe, auf denen Anlagen gebaut werden könnten. Sie werfen der Staatsregierung mangelnden Einsatz bei der Energiewende vor.
(Marco Hadem und Christoph Trost, dpa)

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