Politik

Tobias Thalhammer wechselt von der FDP zur CSU. (Foto: dpa)

12.04.2018

Tobias Thalhammer wechselt zur CSU

Der ehemalige Landtagsabgeordnete verlässt die FDP - zuletzt war er dort mit seiner Kandidatur als Spitzenkandidat für die Landtagswahl gescheitert

Vor wenigen Wochen noch wollte er Spitzenkandidat der bayerischen Liberalen werden. Tobias Thalhammer landete allerdings bei der Urwahl mit 12,9 Prozent nur auf Platz 3. Am Ende macht der 36-jährige Martin Hagen das Rennen. Und auch bei der Listenaufstellung sollte es für den 38-Jährigen nicht so recht klappen. Die Oberbayern-FDP reichte den ehemaligen Abgeordneten nach hinten durch. Am Ende erreichte Thalhammer nur den aussichtslosen Platz 16. Nun ist der Neubiberger überraschend aus der FDP aus- und in die CSU eingetreten.

Der Ex-FDP-ler outet sich als Markus-Söder-Fan

„Die sogenannte neue FDP und ich passen nicht zusammen“, erklärt er auf seiner Facebook-Seite. Denn er selbst sei Praktiker, kein Theoretiker. „Statt wie in der FDP über Mittelstand, Digitalisierung oder Innovation nur zu philosophieren“, möchte er die Dinge anpacken – in der CSU. Konkret habe ihn der Amtsantritt von Markus Söder als neuer Ministerpräsident dazu bewogen, sich bei den Christsozialen weiterhin politisch zu engagieren. „Als umwelt- und energiepolitischer Sprecher der FDP im Landtag durfte ich mit Markus Söder in seiner damaligen Funktion als Umweltminister bereits eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten“, schreibt Thalhammer. „Ich schätzte ihn schon damals außerordentlich, er war immer verlässlich, zupackend und innovativ.“

Die CSU freut sich sichtlich über ihren Zuwachs. Sogar einen eigenen Pressetermin ist der Eintritt von Thalhammer der oberbayerischen Bezirksvorsitzenden Ilse Aigner und Generalsekretär Markus Blume wert. Die Begrüßung des Neumitglieds verbindet Aigner mit einer kleinen Attacke auf die Liberalen. „Die FDP von heute ist nicht mehr politische Heimat für einen jungen engagierten Politiker und selbstständigen Unternehmer wie Tobias Thalhammer“, meint sie.

Die Reaktionen auf Thalhammers Facebook-Seite indes fallen teils heftig aus. „Das zeigt nur, dass du zu Recht nicht Spitzenkandidat geworden bist. Das ist eine Charakterfrage“, heißt es dort beispielsweise. Oder auch: „Kein Spitzenkandidat, also Partei wechseln! Merke: Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter!“

Daniel Föst, Landesvorsitzender der FDP in Bayern, gibt sich dagegen recht gelassen. „Es ist normal für Parteien, dass Menschen kommen und gehen“, sagt er der Staatszeitung. Froh sei er allerdings, dass die Entscheidung vor der Landtagswahl gefallen sei. „Dass Thalhammer sie nach der erfolglosen Spitzenkandidatur und der Listenaufstellung getroffen hat – dazu muss man wohl nichts mehr sagen“, meint Föst.

„Knuddelschnubbel“: Thalhammer singt auch

Thalhammer war 2008 in den bayerischen Landtag gewählt worden. Mit 29 Jahren war er damals der jüngste Abgeordnete. Er hatte unter anderem im Fraktionsvorstand der FDP gearbeitet, bis die Partei den Wiedereinzug ins Parlament 2013 nicht mehr schaffte. Zuletzt war er Fraktionsvorsitzender im Kreistag im Landkreis München. Diese Funktion wird nun neu besetzt.

Auch als Schlagersänger hat Thalhammer einige Bekanntheit. Ob er als CSU-Mitglied seine Musiker-Karriere weiterhin verfolgt, ist nicht bekannt. Mit Schmacht-Nummern wie Knuddelschnubbel und Heute will ich mich verlieben konnte er in den vergangenen Jahren vor allem Fans in Osteuropa von sich begeistern.
(Angelika Kahl)

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