Politik

US-Soldaten bei einer Zeremonie in den Storck-Barracks in Illesheim (Bayern). (Foto: Nicolas Armer/dpa)

29.07.2020

USA wollen 12 000 Soldaten aus Deutschland abziehen

Die US-Truppen in Europa sollen deutlich reduziert werden. Vor allem in Deutschland wird abgebaut - noch stärker als bislang bekannt. Für Präsident Trump ist das ein politischer Erfolg

Die Zahl der US-Soldaten in Bayern und ganz Deutschland soll insgesamt um fast 12 000 verringert werden - und damit deutlich stärker als bislang bekannt. Rund 6400 Soldaten sollen in die USA zurückgeholt werden, weitere 5600 sollen in andere Nato-Länder verlegt werden, wie Verteidigungsminister Mark Esper am Mittwoch in Washington erklärte. Zuvor hatte der SWR berichtet, dass von dem Abzug unter anderem die Standorte Vilseck und Grafenwöhr in der Oberpfalz betroffen sein würden.

Durch die Truppenabzüge werde die "strategische Flexibilität" der US-Streitkräfte erhöht, sagte Esper im Pentagon vor Journalisten. Bislang hatte die US-Regierung von einem Abzug von rund 10 000 der etwa 36 000 Soldaten in Deutschland gesprochen.

Der bayerische Standort Grafenwöhr in der Oberpfalz gilt bislang als einer der größten US-Truppen-Standorte in Europa. Laut Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) sind in der 6500-Einwohner-Stadt sowie am benachbarten Standort Vilseck derzeit mehr als 10 000 Soldaten stationiert. Für die Region sei das ein enormer Wirtschaftsfaktor. So seien etwa 3000 Einheimische bei der US-Armee und deren Vertragspartnern beschäftigt.

Trump hatte den Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland im Juni angekündigt und ihn mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Die Bundesregierung in Berlin war vor der Bekanntgabe nicht informiert worden.

Zur Umsetzung des geplanten - und wahrscheinlich aus logistischen Gründen langwierigen - Teilabzugs dürfte aber noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Im US-Kongress hat sich bereits bei Trumps Republikanern und den Demokraten Widerstand formiert. Der Plan wird dort vor allem kritisch gesehen, weil er das Verteidigungsbündnis Nato schwächen und Russland in die Hände spielen könnte. Im Senat und im Repräsentantenhaus gibt es daher Pläne, den Teilabzug über das Gesetz zum kommenden Militärhaushalt zu verhindern. Zudem bewirbt sich Trump im November um eine zweite Amtszeit. Falls er die Wahl verlieren sollte, könnte der neue Präsident die Pläne auf Eis legen.

An den US-Truppen hängen viele Tausende Arbeitskräfte

Die US-Truppen galten in der Zeit des Kalten Krieges als Sicherheitsgarant für die Bundesrepublik. Damals gab es zeitweise fast 250 000 US-Soldaten in Deutschland. Nach dem Fall der Mauer wurde allerdings radikal reduziert: Im Jahr 2000 waren es nur noch 70 000 US-Soldaten, zehn Jahre später 48 000 und heute sind nur noch 36 000 übrig. Damit ist Deutschland aber immer noch der zweitwichtigste Truppenstandort der USA weltweit nach Japan.

Die Truppenstationierung ist aber auch heute noch ein wesentliches Bindeglied zwischen beiden Ländern. Da ist einerseits der zwischenmenschliche Aspekt: Über die Jahrzehnte sind Tausende Freundschaften, Partnerschaften und Ehen zwischen Deutschen und Amerikanern entstanden. Für die Regionen um die US-Stützpunkte kommt der wirtschaftliche Aspekt hinzu.

Allein in Rheinland-Pfalz werden mehr als 7000 deutsche Ortskräfte von den US-Streitkräften beschäftigt, in ganz Deutschland sollen es 12 000 sein. Daneben hängen viele Tausende weitere Arbeitskräfte vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern an den US-Truppen. Allein der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein generiert Schätzungen zufolge jedes Jahr zwei Milliarden US-Dollar an Löhnen, Gehältern, Mieten und Aufträgen in der regionalen Wirtschaft.
(dpa)

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Kommentare (11)

  1. Haha vor 2 Wochen
    Dear Major a. D.,

    gäääähnnn. Gehn Sie doch zurück zu Ihrem Freund Donald und infizieren sich mit Corona.
  2. Major a.D. vor 2 Wochen
    Dear Haha*,
    die USA brauchen Deutschland nicht, haben wir nie. Uns schützen 2 Ozeane und Kanada und México greifen uns sicher nicht an. Wir haben Bodenschätze, Rohstoffe etc.
    Deutschland braucht den freuen Handel sonst bricht Euer Wohlstand und Euer tolles Sozialsystem zusammen. Freier Handel aber muss zur Not auch militärisch gesichert werden. Ihr könnt das nicht. Euer Militär ist ein Witz. Und keiner Eurer Nachbarn wird Euch helfen, weil sie es leid sind von Euch Besserwissern bevormundet zu werden.

    *Kein besonders kreatives Pseudonym, is‘n it?!
  3. Haha vor 2 Wochen
    Dear Major a. D.,

    sind Sie zufällig mit Ihrem Präsidenten verwandt? Ihr Schreibstil hat auf jedem Fall große Ähnlichkeiten, wenig Niveau und gar keinen Anstand.

    Gehen Sie doch zurück, wo Sie herkommen, bevor Ihnen noch vor Zorn eine Ader im Kopf platzt. Nicht, dass Sie bei den bösen Krauts beerdigt werden. Wir achten sehr auf unsere Umwelt.

    Und immer schön weiter mimimi
  4. Major a.D. vor 2 Wochen
    Wenn Ihr Krauts argumentativ nicht mehr weiter wisst dann ist der andere eben ein Rassist/Populist/Extremist oder what ever. By the Way - selbst Eure größte Zeitung schreibt, dass die Sozialisten in Eurer Regierung unsere Truppen weg geekelt haben! Die normalen Menschen in Deutschland mögen die US.

    https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/us-soldaten-ziehen-ab-groko-zoff-wegen-trumps-truppen-hammer-72151054.bild.html
  5. Haha vor 2 Wochen
    Dear Major a. D.;

    mimimi, ich seh schon, es ist sinnlos mit Ihnen und auf Ihr niedriges Niveau komm ich einfach nicht tief genug hinunter.

    Wenn Sie uns so hassen, was wollen Sie dann bei uns, fahren Sie nach Hause, vielleicht mag Sie dort Jemand. Da können Sie auch gleich die Nazis bekämpfen, denn dort gibt es mehr als hier.
  6. Major a.D. vor 2 Wochen
    Dear Haha,
    „Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen“ - you know?
    Erst Euer Kaiser, dann Euer Fuhrer. Und 2 x wir mussten die Welt vor Euch retten! Und jetzt will Eure Kanzlerin die Welt erziehen. Alle müssen „Geflüchtete“ aufnehmen - basta! Moralische Vorherrschaft. Ihr denkt die Welt liebt Euch? Fuck - die hassen Euch: Die Italiener, die Polen, die Ungarn, die Griechen, die Holländer, die Briten (die sind sogar aus der EU raus weil sie die Schnauze voll hatten von Merkel erzogen zu werden und zahlen zu müssen mit Ihren Steuern für die Kosten von den Asylanten.
  7. Haha vor 2 Wochen
    Dear Mr. Major a. D.,

    genauso habe ich Sie eingeschätzt, in Ihrer amerikanischen Überheblichkeit und genau deshalb werde ich Sie und Ihresgleichen niemals als Freund bezeichnen. Ihr seid geistig auf dem Niveau der Deutschen bis 1945, von Oben herab, denken ihr wärt besser als der Rest der Welt. Viele Ihrer Kameraden/innen würden in Den Haag vor Gericht gestellt und es würde sich kein Präsident finden, der den zu Recht Verurteilten, postwendend eine Begnadigung ausstellt.

    Lassen Sie es bleiben, uns ständig mit Ihren amerkanischen Werten belehren zu wollen, Ihr Volk ist nicht umsonst das unbeliebteste auf der Welt.

    Wenn Sie so stolz auf die Demokratie und Menschenrechte (Guantanamo) in Ihrem Heimatland sind, dann fahren Sie nach Hause und verteidigen Sie diese, da werden Sie jede Menge Nazis treffen. Bei uns gibt es ein Sprichwort, das hier sehr treffend ist: "Ein Jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür"

    Viele Grüße ans Land der Kriegstreiber
    "In einer Armee von Analphabeten ist es ein Leichtes der Einäugige unter den Blinden zu sein!"
  8. Major a.D. vor 2 Wochen
    Dear Haha,

    um den tollen Satz von unserem großartigen Schauspieler Kevin Kline aus "Ein Fisch namens Wanda" zu zitieren: "Was wäret Ihr Deutschen denn, wenn Euch der gute alte Uncle Sam nicht all die Jahre beschützt hätte?! Die letzte, fucking Provinz im russischen Imperium!"

    Viel Spaß wenn Putin eines Tages vor Berlin steht - Eure Spielzeug-Armee könnte seine Truppen keine 24 Stunden aufhalten. Aber vielleicht wollt Ihr das ja - Nazis und Communisten wählen, das könnt Ihr! Erzählt einer 250 Jahre alten Demokratie nichts von Freiheit und Menschenrechten.
  9. Tata vor 2 Wochen
    (zu Haha) Schapeau!!! Also, noch dazu, meinerseits - Herzlich nach Hause kommen!
  10. Haha vor 2 Wochen
    Sehr geehrter Herr Major a. D.,

    Sie irren sich, wenn Sie denken, dass Ihr Amerika unser Land beschützt. Ihre Streitkräfte benutzen Europa schon immer um amerikanische Interessen durchzusetzen. Wir brauchen euch hier nicht und werden euch auch nicht vermissen.

    Wenn sich ein Staat in innere Angelgenheiten von anderen Staaten einmischt, dann ist dies seit mehr als 100 Jahren Amerika.

    Ihr werter Herr Präsident hat eine persönliche Aversion, Deutschland gegenüber, da vor geraumer Zeit abgelehnt wurde, einen Auswander, der durch unlautere Geschäftspraktiken zu Vermögen gekommen ist, wieder ins Land zu lassen.

    Und das Ihrer Präsident charakterliche Defizite hat, ist ja wohl kaum zu übersehen.
  11. Major a.D. vor 2 Wochen
    Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und die zivilen deutschen Beschäftigten können sich bei der Bundesregierung und speziell bei Außenminister Heiko Maas bedanken. Seit er im Amt ist wird US Präsident Trump von ihnen attackiert und schlecht gemacht. Weil es ihnen nicht gepasst hat, dass Trump die Wahlen gewonnen hat. Ständig mischen sich die Deutschen in innere Angelegenheiten der USA ein, erteilen ungefragt arrogante „Ratschläge“ wie wir unser Land zu regieren haben. Aber von den amerikanischen Truppen beschützt werden und profitieren, das wollen die Deutschen. In Polen begegnet man uns mit Respekt und Dankbarkeit.

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