Politik

Die Zugkontrollen haben nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter abgenommen. Viele Bahnbeschäftigte haben Angst. (Foto: dpa/ZB, Peter Gercke)

21.03.2026

Weniger Zugkontrollen nach tödlicher Attacke: Einladung zum Schwarzfahren

Seit dem Tod eines Zugbegleiters wird weniger kontrolliert – es braucht aber andere Lösungen für mehr Sicherheit. Was Deutsche Bahn und der Fahrgastverband von Zugangskontrollen zu den Bahnsteigen halten

Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter will die Deutsche Bahn die Sicherheit ihrer Beschäftigten verbessern. Neben der Ausstattung mit Body-Cams, mehr Personal und mehr Schulungen sollen auch veränderte Kontrollen helfen. So steht es dem Personal in Regionalzügen seit 1. März frei, ob es zusätzlich zu den Tickets auch die Ausweise kontrolliert. Das hat aber offenbar dazu geführt, dass insgesamt weniger kontrolliert wird.

Statistiken dazu gibt es keine. Doch nach Erfahrungen des Fahrgastverbands Pro Bahn Bayern ist die Zahl der Kontrollen in einzelnen Bereichen zurückgegangen. Das deckt sich mit eigenen Beobachtungen in Regionalbahnen auf der Strecke zwischen Ingolstadt und München sowie Berichten von Zugbegleitern etwa jüngst in der SZ. Die Angst ist groß beim Bahnpersonal. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage der Eisenbahngewerkschaft EVG. Demnach spielt ein Drittel aller Beschäftigten mit dem Gedanken zu kündigen – sollte sich die Situation nicht verbessern.

Weniger Kontrollen können keine Lösung sein

Klar ist: Weniger Kontrollen können auf Dauer keine Lösung sein. Viele würden womöglich gar kein Ticket mehr lösen. Eine Anfrage der Linken im Bundestag zeigte vor Kurzem, dass die Zahl der erwischten Schwarzfahrer in den vergangenen Jahren ohnehin stetig nach oben gegangen ist.

In anderen Ländern kommt man ohne Ticket gar nicht zum Bahnsteig, etwa in den Niederlanden. So lassen sich viele Eskalationen im Zug verhindern. Doch bei der Bahn hält man davon nichts: „Der Bahnverkehr ist in Deutschland ein offenes System“, teilt ein Sprecher mit. Auch Marco Kragulji, Landesvorsitzender von Pro Bahn, ist dagegen: zu teuer, ineffektiv und nicht flächendeckend umzusetzen, lautet sein Fazit.

Die Bahn und der Fahrgastverband setzen ihre Hoffnungen auf die Verkehrsministerkonferenz Ende März, bei der weitere Sicherheitsmaßnahmen im Mittelpunkt stehen. Um Zugangssperren an den Bahnsteigen wird es dabei nicht gehen. (Thorsten Stark)

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