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Schon bald nach Eröffnung von Münchens erstem Zoo wurde in einem dort 1823 errichteten Parkschlösschen eine Restauration eingerichtet. (Foto: Archiv)

26.07.2013

Auf die Sprünge helfen

Vom Bärenzwinger zum Reitstall: Die Geschichte der Universitätsreitschule am Englischen Garten

Reiten mitten in der Großstadt, im Herzen von München, am Englischen Garten: Das sei deutschlandweit einmalig, ist der Pferdewirtschaftsmeister, Pächter und Geschäftsführer der Universitätsreitschulen GmbH Dusan Tovarnak überzeugt. Der internationale Springreiter ist seit 2000 Chef der traditionsreichen Universitätsreitschule in der Königinstraße Nr. 34, die einst durch großzügige Stiftung zum Schmuckstück der Ludwig-Maximilians-Universität wurde. Noch immer werden dort Pferde und Reiter ausgebildet. Auch für Kost und Logis der edlen Vierbeiner im Ambiente des denkmalgeschützten Gebäudes der Universitätsreitschule ist gesorgt. Neben der historischen Reithalle mit darunter liegenden Stallungen für rund 50 Schul- und Freizeitpferde gibt es eine neu gestaltete Außenanlage, Paddocks, Scheune, Solarium, Waschbox sowie einen überdachten Voltigierplatz auf einem insgesamt 3000 Quadratmeter großen Gelände. Alteingesessene Vereine, wie der Reitclub Halali, der 1929 gegründet wurde und seit 1950 seine Clubstunden in der Universitätsreitschule abhält, die Reitabteilung des SV Weißblau-Allianz München sowie der ARC (Akademische Reitclub München) haben hier ein exklusives Zuhause gefunden. Legendär sind auch die Faschingsveranstaltungen sowie zahlreichen Turniere im Englischen Garten.

„Zur Ertüchtigung der Jugend und Verhinderung zu frühen Alterns" wurde die moderne Reitsportanlage 1927 nach den Plänen des Münchner Architektenduos Eugen Hönig und Karl Söldner als Pavillongebäude mit Ehrenhof in neuklassizistischer Formensprache gebaut. „Die Professoren Hönig und Söldner in München zeigen auch an ihren neuesten Bauten wieder, dass man die Grundform zur Wirkung bringen kann, dass man die Zweckhaftigkeit betonen kann, ohne in dogmatische Starrheit zu verfallen", schrieb G. Steinlein 1928 im Fachblatt Die Bauzeitung und urteilte über die Architektur: „Die Bauten der genannten Baukünstler haben Stimmung und Wärme, ohne romantisch oder gar sentimental zu sein."

Die Innenausstattung lieferten die Hofmöbelfabrik Ballin, die Vereinigten Werkstätten und die Bauschreinerei Wanner. Als „sprechender" Fassadenschmuck wurde über dem Haupteingang die Figur des Amors als Postillon angebracht. Die Bauplastik gibt es längst nicht mehr – heute liest man dort „Gaststätte Universitäts-Reitschule" in blauer Leuchtschrift.

Das Grundstück zwischen Königinstraße und Schwabingerbach, ein Teil des sogenannten Rosipal-Parks wurde „zu überaus günstigen Kaufbedingungen" 1926 von der zwei Jahre zuvor gegründeten Bayerischen Reitschule AG unter Leitung der Brüder Otto und Hermann Freiherr von Faber du Faur erworben, die auch die Baukosten von 585 000 Mark übernahmen.

An der Stelle des an den Hang gebauten, ockergelben Pavillongebäudes mit zwei großzügigen Besuchertribünen befand sich ehemals ein Bärenzwinger inmitten Münchens erstem öffentlichen Zoologischen Garten, in den das Publikum ab 23. Juli 1863 strömen durfte (im Winter blieb die Anlage geschlossen). Die Gehege und Tierhäuser waren systematisch nach Tierarten geordnet. Wie einem Stich von C. G. Wenig zu entnehmen ist, gab es Ställe für Schafe, Ziegen und Büffel, ein Kamel- und Raubtierhaus, einen Affenpavillon, eine Eulenburg, ein Pfauentempel, eine Wolfshöhle sowie Volieren für exotische Vögel. Besucher des typisch bürgerlichen Zoos spazierten auf mäandernden Wegen durch einen Landschaftsgarten mit Weihern, Teichanlagen und Wasserfall. Der Garten umfasste einen Fläche von zehn Tagwerken und obendrein ein Grundstück von drei Tagwerken für Futterbau und Wirtschaftsgebäude. Zum Verweilen lud auch das 1823 von Métivier erbaute Parkschlösschen ein, in dem sich nun ein Restaurant befand... (Angelika Irgens-Defregger)

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Juli/August-Ausgabe von Unser Bayern!

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