Wirtschaft

Braugerste ist eine elementarer Bestandteil bei der Herstellung von Bier. (Foto: dpa)

07.06.2017

Bayerns Bierfreunde haben Angst vor Patent auf Braugerste

Demonstration vor dem Europäischen Patentamt in München

Mit Blasmusik und Freibier haben rund 100 Aktivisten am Mittwoch am Europäischen Patentamt (EPA) in München die Übergabe ihres Einspruchs gegen ein Patent auf Braugerste zur Party gemacht. Die Patentgegner fuhren vor dem EPA mit einem Wiesn-Brauereigespann vor. Zwei große Brauereien beanspruchen nach Angaben des Bündnisses «Keine Patente auf Saatgut» eine bestimmte Braugerste, den Brauvorgang damit und das fertige Bier als ihre Erfindung. Die Gerste war unter Nutzung zufälliger Mutationen gezüchtet worden.

Die Konzerne hatten schon zwei Patente auf andere Gerstenpflanzen erhalten. Aufgrund zufälliger Mutationen fehlen ihnen Stoffe, die den Geschmack von Bier beeinträchtigen können. Das dritte Patent, das 2016 erteilt wurde, betrifft eine Kreuzung der beiden Gerstensorten. Diese Pflanze weist eine Kombination der Eigenschaften auf. «Dieses Patent ist ganz offensichtlich absurd: Zufallsmutationen sind doch keine Erfindung», sagt Lara Dovifat von der Organisation Campact, die dem Bündnis angehört. «Niemand darf sich unsere Ernährungspflanzen über Patente aneignen, egal ob es um Braugerste, Reis oder Weizengeht.»

Die Konzerne haben schon zwei Gernstenpflanzen-Patente bekommen

„Wir wollen rechtliche Klarheit. Carlsberg und Heineken versuchen ihre Marktmacht auf Kosten von Verbrauchern, Landwirten und andere Brauereien auszuweiten“, sagt Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). „Diese Patente sind nicht erfinderisch, sie beruhen vielmehr auf einem Missbrauch des Patentrechts und müssen deswegen widerrufen werden.“

Seit Jahren protestieren Patentgegner gegen Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen. Ende Juni wollen die EPA-Vertragsstaaten in Den Haag über ein Verbot von Patenten auf durch Kreuzung gezüchteten Pflanzen und Tiere beraten. Die Aktivisten kritisieren, der zur Entscheidung stehende Entwurf erlaube weitreichende Ausnahmen, etwa bei zufälligen Mutationen wie bei der Braugerste. (BSZ/dpa)

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