Wirtschaft

Der Weißbierindex der vbw. (Grafik: vbw)

13.05.2026

Bestenfalls Miniwachstum im laufenden Jahr

Der vbw Weißbierindex für das Frühjahr 2026: Die Perspektiven haben sich verschlechtert

„Der vbw Index tritt auf der Stelle, unser Weißbierglas füllt sich nicht.“ Mit dieser eher wenig verheißungsvollen Aussage begann vbw-Präsident Wolfram Hatz die Präsentation des aktuellen vbw „Weißbierindex“ vor der Presse in München. Die leichten konjunkturellen Hoffnungen vom Jahresanfang seien durch den Iran-Krieg und seine Folgen wieder zunichtegemacht worden. „Wir sehen eine steigende Inflation, höhere Kosten für die Unternehmen sowie gestörte globale Lieferketten. Das bremst den Konsum, das verteuert und erschwert die Produktion und das dämpft die Investitionsneigung“, erklärte Hatz.

Die vbw erwartet deshalb für das laufende Jahr bestenfalls ein Miniwachstum der bayerischen Wirtschaft. Umso dringender sei daher ein grundlegendes und umfassendes Reformpaket für Deutschland – und das in den nächsten drei Monaten. Alles andere wäre nach Hatz’ Worten ein dramatisches Signal für den Standort Deutschland.

Gegenüber dem Herbst 2025 ist der Index minimal von 86 Punkten auf 87 Punkte gestiegen. Alle vier Teilindizes würden ebenfalls immer noch unter dem Normalniveau von 100 Punkten liegen. Zwar konnte sich der Lageindex Wachstum, der die allgemeine Konjunkturlage beschreibt, um sieben auf 84 Punkte verbessern, er bleibt jedoch der schwächste Teilindex. Der Lageindex Beschäftigung sank um einen Punkt auf 86 Punkte, während der Prognoseindex Beschäftigung um drei Punkte auf 85 Punkte zulegte. Kritisch ist laut Hatz vor allem der Prognoseindex Wachstum, dieser sank um fünf auf 92 Punkte. „Die Wirtschaft kommt nicht vom Fleck, die Perspektiven haben sich sogar wieder eingetrübt.“

Noch zu Beginn des Jahres herrschte eine vorsichtige Zuversicht. Der Iran-Krieg und dessen wirtschaftliche Auswirkungen führten jedoch wieder zu kräftigen Preissprüngen, die aufkeimende Aufbruchstimmung ist aus Sicht der vbw wieder verflogen. „Zum einen liegt das an den massiv gestiegenen Energiepreisen für alle Branchen. Dazu kommt, dass die Transport- und Logistikbranche besonders betroffen ist und damit der Sektor, der für das Funktionieren der Liefer- und Wertschöpfungsketten verantwortlich ist“, machte der vbw-Präsident deutlich. „Selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten schnell entspannt, wird es noch einige Zeit dauern, bis die Handelsströme wieder reibungslos funktionieren und die Folgen überwunden sind.“

In diesem globalen Umfeld sei es wichtig beziehungsweise sehr dringend, im Inland „etwas dagegenzusetzen und endlich die Reformen anzupacken“, so Hatz. Seiner Ansicht nach sei der Reformwille der Koalition ja durchaus erkennbar, es hake aber gewaltig bei der Umsetzung, entweder, weil nicht gehandelt wird, oder weil dort, wo gehandelt wird, nicht richtig gehandelt wird.

Reformpaket
muss jetzt kommen

Nötig seien keine kurzfristigen und temporären Sofortmaßnahmen, sondern ein umfassendes und grundlegendes Reformpaket. Dazu gehören für Hatz Entlastungen bei den Arbeitskosten – insbesondere bei den Lohnzusatzkosten durch zielgerichtete und rasche Reformen der sozialen Sicherungssysteme –, bei den hohen Energiepreisen, eine Reform des Arbeitszeitrechts, Entlastungen bei den Steuern (statt der Diskussion um immer neue und höhere Abgaben) sowie ein tiefgreifender Bürokratieabbau, der vor allem eine Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren mit sich bringen muss.

Dieses Reformpaket müsse jetzt kommen, so der vbw-Präsident, denn jeder weitere Tag ohne Reformen ist ein verlorener Tag. „Es geht um unsere Zukunft – nicht nur wirtschaftlich.“
(Friedrich H. Hettler)
 

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