Wirtschaft

Industriebetrieb in Bayern: Trotz leichter Stimmungsaufhellung bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen angespannt. (Foto: dpa/Hildenbrand)

05.02.2026

BIHK: Bayerns Wirtschaft kommt kaum aus der Krise

Die Stimmung in Bayerns Wirtschaft hellt sich zwar leicht auf. Der Industrie- und Handelskammertag warnt jedoch: Von einer echten Erholung kann weiter keine Rede sein

Die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft verbessert sich nur langsam. Der vom Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK) erhobene Stimmungsindex ist seit dem Herbst zwar um zwei Punkte gestiegen, liegt mit aktuell 107 Punkten aber weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 112. Trotz des dritten Anstiegs in Folge sei von einer echten Erholung keine Spur.

„Die bayerische Wirtschaft bewegt sich weiter im Tiefflug“, betont BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. „Steigende Arbeitskosten, hohe Bürokratielasten, fehlende Reformen und eine anhaltend schwache Nachfrage drosseln die Schubkraft.“

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Über alle Branchen hinweg bewerten 30 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lage als gut, 20 Prozent als schlecht. Zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen gibt es jedoch deutliche Unterschiede.

Positiv ist der Saldo vor allem bei den Dienstleistern mit 38 Prozent positiven und 16 Prozent negativen Rückmeldungen. Im Baugewerbe fällt der Saldo leicht positiv aus, in der Industrie ist er erstmals seit längerer Zeit ausgeglichen, was laut BIHK zumindest auf eine leichte Stabilisierung hindeutet. Deutlich negativ bleibt die Lage im Einzelhandel, im Tourismus und im Großhandel.

Bei den Geschäftserwartungen überwiegen die positiven Meldungen mit 21 zu 17 nur knapp. Der Saldo von vier Punkten ist jedoch der beste Wert seit Anfang 2022. Auch hier schneiden die Dienstleister am besten ab. Im Tourismus, im Baugewerbe und insbesondere im Einzelhandel dominieren hingegen pessimistische Erwartungen.

Investitionen und Beschäftigung unter Druck

„Ohne eine Belebung der privaten Investitionen kann es keinen nachhaltigen Aufschwung geben“, sagte Gößl. Dafür gebe es jedoch keine Anzeichen. Die Investitionszurückhaltung setze sich auch zu Beginn des Jahres 2026 fort. Besonders die Industrie plane weniger Ausgaben am heimischen Standort und richte ihren Blick zunehmend ins Ausland. Jeder dritte im Ausland aktive Industriebetrieb erwäge demnach, Kapazitäten aus Bayern abzuziehen.

Entsprechend trüb sind die Aussichten für den Arbeitsmarkt. Alle Branchen planen laut Umfrage per Saldo mit einem Rückgang der Beschäftigung. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend im Tourismus und in der Industrie, am geringsten im Dienstleistungsbereich.

„Die Unternehmen sehen sich mit einer ungewöhnlich hohen Zahl an Belastungsfaktoren konfrontiert“, erklärte Gößl. Die Arbeitskosten würden so häufig als Geschäftsrisiko genannt wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2012. Gleichzeitig bestehe bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen „höchster Handlungsbedarf“, zudem belaste die anhaltend schwache Nachfrage im In- und Ausland die wirtschaftliche Entwicklung.“ (dpa)

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