Wirtschaft

Die Messe München belegt einen Spitzenplatz unter den rund 70 Messeplätzen in Deutschland. (Foto: Friedrich H. Hettler)

19.05.2026

Messe München: Bundesweiter Wirtschaftseffekt von 4,45 Milliarden Euro

Kaufkraftstudie: Die Messe München belegt Spitzenplatz in Deutschland

Aufgabe der Messe München ist es, so Stefan Rummel, einer der beiden CEOs der Messe München bei der Vorstellung der neuen Kaufkraftstudie, das Tor zur Welt für die heimische/regionale Wirtschaft zu sein und diese zu fördern. Die Studie des Forschungsunternehmens Prognos befasst sich mit den wirtschaftlichen Effekten, welche die Messe München in einem durchschnittlichen Messejahr erzielt. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Veranstaltungen am Messeplatz München durchschnittlich einen bundesweiten Wirtschaftseffekt in Höhe von 4,45 Milliarden Euro erzielen und rund 34 400 Arbeitsplätze in Deutschland sichern.

Ziel der aktuellen Prognos-Studie war die Quantifizierung der wirtschaftlichen Bedeutung von Veranstaltungen auf dem Gelände der Messe München in einem durchschnittlichen Messejahr für München, die Region und darüber hinaus.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie weisen eine deutliche Steigerung der wirtschaftlichen Effekte gegenüber der Vorgängerstudie (2019: 3,29 Milliarden Euro/27 000 Arbeitsplätze) auf. So stiegen die Umsatzeffekte bundesweit gegenüber der Vorgängerstudie um 35 Prozent. Die Treiber für die Steigerungen sind insbesondere ein gestiegener Anteil internationaler Aussteller (58 Prozent) und Besucher (41 Prozent) sowie konstant hohe Aussteller- und Besucherzahlen am Messeplatz München.

„Die aktuellen Zahlen machen deutlich: Die Messen und Kongresse am Messestandort München sind mehr als Plattformen für Innovation und Austausch. Sie sind ein wirtschaftlicher Motor für München, Bayern und ganz Deutschland. Unsere Veranstaltungen leisten einen substanziellen Beitrag zur Stabilität und Zukunftsfähigkeit der regionalen Wirtschaft“, erklärten Rummel und sein Co-CEO Reinhard Pfeiffer.

Messen sind ja aus Märkten entstanden und diese generieren aus Begegnungen Umsatz. Ein Euro Umsatz der Messe München löst laut Pfeiffer und Rummel in der Stadt einen Umsatz von 10,4 Euro aus.

Besonders positiv ist die Auswirkung von Messen und Kongressen auf die Entstehung von dauerhaften Arbeitsplätzen, die als Effekt der Kongresse und Messen geschaffen und gesichert werden. In München stieg die Zahl der Arbeitsplätze um 8 Prozent auf 17 600. In Bayern, inklusive der Landeshauptstadt, erhöhte sich die Zahl der Arbeitsplätze um 10 Prozent auf 24 800.

Schaffung dauerhafter Arbeitsplätze

Besonders die messenahen Dienstleistungen sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe profitieren von den Veranstaltungen am Messeplatz München. So entstehen allein in München rund 7700 Jobs in messenahen Dienstleistungen, beispielsweise in den Bereichen Standbau und -design, Logistik, Standtechnik, Catering und Marketing. Im Münchner Gastgewerbe werden rund 5000 Arbeitsplätze geschaffen und langfristig gesichert.

Wenn Messe ist, wächst München über sich selbst hinaus, so Rummel. Allein in der bayerischen Landeshauptstadt führten die Kongresse und Messen jährlich zu rund 1,7 Millionen der 19,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 sowie zu zusätzlichen 200 000 Übernachtungen im Umland. Und das Gastgewerbe konnte einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro verbuchen, davon allein 500 Millionen Euro in München, so Rummel. Denn je weiter die Anreise ist, desto länger bleibt der Aussteller beziehungsweise Besucher und gibt folglich auch mehr Geld aus. In diesem Zusammenhang hoben die beiden CEOs die gute Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden hervor, denn alle würden von der Messe München profitieren.

Wie bereits kurz ausgeführt steigt der Anteil internationaler Aussteller und Besucher stetig an. Insbesondere aus den Ländern, in denen die Messe München Standorte hat und Messen veranstaltet, kommen besonders viele Aussteller und Gäste zu den Veranstaltungen nach München. „Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen zeigen diese Zahlen, wie wichtig die Auslandsaktivitäten der Messe München für den heimischen Messestandort sind“, betonten die beiden CEOs.

Das zeige auch die aktuelle Untersuchung: Unter den Top 10 der am stärksten wachsenden Ausstellerländer befinden sich China, Indien, die Türkei, Saudi-Arabien und Singapur. Gleiches gilt für das Wachstum der Besucherländer. Unter den Top 15 der am stärksten wachsenden Besucherländer sind China, Indien, die Türkei und Brasilien zu finden.

Mehr Aussteller und Gäste aus dem Ausland

Die durch die Veranstaltungen der Messe München ausgelösten Steuereinnahmen sind im Vergleich zur Vorgängerstudie insgesamt um 12 Prozent gestiegen. In Summe wurden 726 Millionen Euro an bundesweiten Steuereinnahmen generiert. 47 Millionen Euro fließen an die Stadt München, 266 Millionen Euro an das übrige Bayern, so Pfeiffer. Im Rest Deutschlands entstehen Steuereinnahmen von 69 Millionen Euro, während der Bund mit 344 Millionen Euro den größten Anteil erhält.

Ähnlich wie in der Vorgängerstudie fiel die Verteilung der wirtschaftlichen Effekte aus. Rund die Hälfte der Effekte entfällt auf München, weitere 20 Prozent auf das übrige Bayern und die verbleibenden 30 Prozent auf das übrige Bundesgebiet.

In einem durchschnittlichen Messejahr profitieren, über die Stadt München hinaus, der Landkreis Freising sowie der Landkreis München am stärksten. In Freising werden 136 Millionen Euro von den 861 Millionen Umsatzeffekten für Bayern generiert, im Landkreis München 86 Millionen Euro, erklärte Pfeiffer.

Der Messeplatz München belegt im deutschlandweiten Vergleich einen Spitzenplatz in Bezug auf die wirtschaftlichen Effekte, so die beiden CEOs. Laut einer Studie des Branchenverbands Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA) löst die gesamte deutsche Messebranche Kaufkrafteffekte in Höhe von 29,9 Milliarden Euro aus und schafft insgesamt 280 000 Arbeitsplätze. Mit einem Kaufkrafteffekt von 4,45 Milliarden Euro trägt die Messe München 15 Prozent zu dem Gesamtergebnis der bundesweiten Messeindustrie bei und belegt damit einen Spitzenplatz unter den rund 70 Messeplätzen in Deutschland. (Friedrich H. Hettler)
 

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