Wirtschaft

Das chinesische Unternehmen Midea versucht, politische Bedenken gegen den Ausbau der Beteiligung am Augsburger Roboterbauer Kuka zu zerstreuen. (Foto: dpa)

13.06.2016

Chinesischer Investor: Widerstand gegen Kuka-Übernahme überrascht

Chinesischer Investor: Widerstand gegen Kuka-Übernahme überrascht

Das chinesische Unternehmen Midea versucht, politische Bedenken gegen den Ausbau der Beteiligung am Augsburger Roboterbauer Kuka zu zerstreuen. "Unser Engagement bei Kuka ist für uns kein politisches Thema, sondern ein wirtschaftliches", sagte Midea-Vizechef Andy Gu dem "Handelsblatt" (Montag). Sorgen um eine politische Einflussnahme seien unbegründet. "Wir sind ein Privatunternehmen. Für uns zählt nicht, was die chinesische Regierung fordert."

Auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nannte die Pläne des chinesischen Unternehmens einen "normalen Vorgang in einer Marktwirtschaft". Aigner: "Kuka ist ein börsennotiertes Unternehmen, dessen Aktien frei handelbar sind. Bei einem Anteil von rund 30 Prozent kann von einer Übernahme keine Rede sein. Von der derzeitigen Dramatisierung halte ich deshalb nichts."

Auch die Chinesen sollten offen sein


Zugangsbeschränkungen für chinesische Unternehmen auf dem deutschen Markt würden nicht ohne Auswirkung auf die eigene Wirtschaft bleiben, warnte Aigner. "Allerdings erwarten wir eine entsprechende Offenheit des chinesischen Marktes für deutsche Investoren", sagte die CSU-Politikerin. Das habe auch Kanzlerin Merkel bei ihrem derzeitigem Besuch in Peking mit der notwendigen Klarheit zum Ausdruck gebracht.

Die geplante Übernahme spielte auch bei Merkels Besuch eine Rolle. Der chinesische Klimaanlagen- und Hausgeräte-Hersteller Midea ist bereits an Kuka beteiligt. Die Bundesregierung sieht eine Verlagerung wichtiger Technologien ins Ausland generell kritisch, auch auf EU-Ebene waren Bedenken laut geworden.

Das Vorgehen chinesischer Staatsfirmen im Ausland dürfe nicht mit dem Auftreten von Privatunternehmen wie Midea gleichgesetzt werden, argumentierte Gu. Sein Unternehmen sehe großes Wachstumspotenzial für Kuka in China.
(Christian Andresen und Carsten Hoefer, dpa)

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