Wirtschaft

Jahrelang ging wenig voran, nun sieht die Allianz Pro Schiene Fortschritte bei der Reaktivierung alter Bahnstrecken. (Foto: dpa/SZ Photo, Wolfgang Filser)

19.05.2026

Reaktivierung alter Bahnstrecken nimmt Fahrt auf

Verkehrsbündnis: Bedeutung der Projekte ist groß und geht weit über reine Nostalgie hinaus

Die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken nimmt nach Einschätzung des Verkehrsbündnisses Allianz Pro Schiene wieder Fahrt auf. Im vergangenen Jahr seien 22 Kilometer wieder in Betrieb genommen worden, dieses Jahr sei mindestens mit einer Verdopplung dieser Zahl zu rechnen, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz Pro Schiene. "Das ist alles überschaubar, aber die Richtung ist klar: Es tut sich was, es bewegt sich was."

Das Verkehrsbündnis sieht in den Reaktivierungen mehr als nur Nostalgie. "Die Eisenbahn hält das Land zusammen, wenn sie funktioniert. Dafür muss sie auch im ländlichen Raum fahren", sagte Flege. Es sei berechtigt, viel über die Pünktlichkeit der Bahn zu debattieren - die Diskussionen dürften an der Stelle aber nicht enden. 

Langfristig geht die Allianz Pro Schiene davon aus, dass bis 2030 etwa 300 Kilometer stillgelegte Strecke wieder ans Netz kommen könnten. Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern sei dabei sehr unterschiedlich, vor allem im Westen gebe es viele vielversprechende Projekte.

Das Bündnis rief den Bund dazu auf, die Regionalisierungsmittel zu erhöhen, um nicht nur die Reaktivierung selbst, sondern später auch den Betrieb von wiederbelebten Strecken finanziell zu unterstützen. Mit den Regionalisierungsmitteln hilft der Bund den Ländern bei der Finanzierung des Nahverkehrs.

Stillgelegte Strecken oft nicht lang

Die stillgelegten Bahnstrecken sind oft nur wenige Kilometer lang - doch durch ihre Reaktivierung bekämen vor Ort Tausende Menschen wieder Zugang zum Bundesschienennetz. Im Oktober 2024 stellten die Allianz Pro Schiene und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) eine Liste solcher einstigen Trassen vor, die für eine Wiederinbetriebnahme infrage kämen. Sie umfasste damals mehr als 320 Strecken mit einer Gesamtlänge von mehr als 5400 Kilometern. 

Für die konkreten Projekte setzen sich vor Ort oft ehrenamtliche Initiativen ein. Es gebe Hunderte von Gutachten, die bestätigten, dass die Reaktivierung bestimmter Strecken volkswirtschaftlich sinnvoll sei, sagte Flege. Beim Engagement, solche Machbarkeitsstudien zu erstellen, habe es in den vergangenen Jahren nie Stillstand gegeben.
(Fabian Nitschmann, dpa)

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