In diesem Jahr gibt es in Nürnberg gleich drei Gründe zu feiern: 5 Jahre NKubator, 15 Jahre Energie Campus Nürnberg und 25 Jahre ENERGIEregion Nürnberg e.V. Diese drei Organisationen haben das gemeinsame Ziel, die Energiezukunft der Metropolregion Nürnberg zu gestalten.
Seit vielen Jahren prägen die drei Jubilare gemeinsam die Energielandschaft der Region. Ihre Stärke liegt in der engen Zusammenarbeit und der klaren Ergänzung ihrer jeweiligen Kompetenzen. Während die ENERGIEregion Nürnberg e.V. Unternehmen, Kommunen, Wissenschaft und weitere Akteurinnen und Akteure für die Gestaltung der regionalen Energiewende aktiviert und vernetzt, bündelt der Energie Campus Nürnberg (EnCN) Forschungskompetenzen im Energiebereich und treibt interdisziplinäre Projekte voran. Der NKubator ergänzt dieses Zusammenspiel, indem er technologie-orientierte Startups unterstützt, die innovative und nachhaltige Lösungen von morgen entwickeln.
Diese Verbindung schafft eine besondere Dynamik: Forschung, Praxis, Netzwerk und Gründungskultur greifen ineinander und verstärken sich gegenseitig. Gemeinsam setzen die drei Institutionen zentrale Zukunftsthemen für die Metropolregion um – von erneuerbaren Energien, Speichern und Netzplanungen über Energieeffizienz bis hin zu innovativen Geschäftsmodellen.
Auch räumlich zeigt sich diese enge Verbindung, am Standort «Auf AEG» in Nürnberg. An diesem wichtigen Wirtschafts- und Technologiestandort kommen Forschung, Unternehmen, Startups und Netzwerke aus der Energiebranche zusammen. Hier entstehen Ideen, Kooperationen und Projekte, die weit über das Stadtgebiet hinauswirken.
Das Jubiläum³ steht nicht nur für Erfahrung, sondern für Zukunftsgestaltung. ENERGIEregion Nürnberg, Energie Campus Nürnberg und NKubator entwickeln aus Ideen konkrete Projekte, Technologien und Geschäftsmodelle, die die Energiezukunft der Metropolregion aktiv gestalten. Denn eines ist klar: Die Herausforderungen der Energiewende lassen sich nur durch starke Partnerschaften meistern.
Energie Campus Nürnberg
Heute blickt man mit Stolz auf die Entwicklung des Energie Campus Nürnberg (EnCN) – und auf das, was gemeinsam in den vergangenen Jahren erreicht wurde.
Als der EnCN gegründet wurde, war die Idee ebenso klar wie ambitioniert:
Energieforschung neu zu denken – interdisziplinär, institutionsübergreifend und eng verzahnt mit den realen Herausforderungen der Energiewende. Dieses Konzept ist aufgegangen.
Der gemeinsame Standort Auf AEG und das gemeinsame Gebäude haben weit mehr ermöglicht als nur räumliche Nähe. Sie haben echte Zusammenarbeit geschaffen, gemeinsame Projekte zwischen der Ohm, FAU, Hochschule Ansbach und Fraunhofer IISB. Hier sind Synergien entstanden, die man nicht planen kann, sondern die wachsen müssen – durch Austausch, durch Vertrauen und durch gemeinsame Ziele. In den 15 Jahren konnten so rund 152 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben werden. Genau diese Synergien sind es, die erfolgreiche Energieforschung heute ausmachen.
Als eine der ersten Institutionen auf dem AEG-Gelände hat der EnCN früh eine prägende Rolle übernommen. Durch die Forschung und die Sichtbarkeit ist hier in den letzten Jahren ein dynamisches Umfeld entstanden. Zahlreiche weitere Einrichtungen haben sich angesiedelt – darunter der Nuremberg Campus of Technology, das Helmholtz Institut, das Ohm Innovation Center, aber auch energiebezogene Initiativen wie die Energieregion Nürnberg, das Wasserstoffzentrum Bayern, der NKubator und viele weitere.
Das zeigt: Der EnCN hat nicht nur geforscht – er hat angezogen, vernetzt und mitgestaltet. Gemeinsam ist Auf AEG ein Zentrum für Energie entstanden.
Inhaltlich deckt der EnCN weiterhin die gesamte Breite der Energieforschung ab: von Energieerzeugung über Speicherung und Netze bis hin zu Energieeffizienz. Ergänzt wird dies durch die übergeordneten Themen Energiewirtschaft und Energieinformatik.
Dabei hat sich die Forschung am EnCN kontinuierlich weiterentwickelt und an die Anforderungen von Markt und Gesellschaft angepasst. Bisher sind 16 Ausgründungen entstanden und 60 Patente.
Ein weiterer wichtiger Baustein des Erfolgs ist die personelle Entwicklung. Neue Professorinnen und -professoren bringen frische Ideen und Perspektiven ein. Heute gibt es am EnCN 35 leitende Wissenschaftler und rund 230 Mitarbeitende. Gleichzeitig bleibt man mit ehemaligen Kollegen, die inzwischen Professuren an anderen Hochschulen innehaben, eng verbunden – durch gemeinsame Projekte und gewachsene Netzwerke.
Besonders am Herzen liegt dem EnCN die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In den letzten Jahren wurde ein breit angelegtes MINT-Angebot für Schulen aufgebaut, das auf große Resonanz stößt. So kamen zum Beispiel im letzten Jahr rund 300 Schüler zum EnCN und zusätzlich noch knapp 150 Kinder der Kinderuni. Dadurch erlebt der Nachwuchs Energieforschung hautnah.
Auch die Förderung der Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden ist zentral. Die interdisziplinäre Struktur des EnCN ermöglicht es ihnen, über Fachgrenzen hinweg zu arbeiten, neue Perspektiven kennenzulernen und vernetztes Denken zu entwickeln. Genau diese Fähigkeiten sind es, die in der heutigen Zeit zunehmend gefragt sind.
Leuchtturmprojekte
Ein Blick auf ausgewählte Leuchtturmprojekte zeigt exemplarisch, wofür der EnCN steht:
Im Projekt HerzoBase wurden vom EnCN acht Plus-Energie Reihenhäuser konzipiert und gebaut, und später umfassend wissenschaftlich begleitet.
Im Kopernikus-Projekt Ensure werden neue Netzstrukturen erforscht und ein Gesamtsystem entwickelt, das sowohl zentrale als auch dezentrale Energieversorgungselemente sinnvoll integriert und in einem großtechnischen Demonstrationsprojekt praktisch umsetzt.
Das Projekt CarbonNeutralLNG arbeitet an der CO₂-neutralen Synthese von Flüssigmethan aus Biomasse als Ersatz für fossiles LNG.
Und mit dem Projekt Newborn treibt der EnCN die Entwicklung eines vollständig elektrifizierten Regionalflugzeugs auf Basis innovativer Brennstoffzellentechnologie voran.
Nicht zu vergessen ist das gemeinsame Projekt AWESOME: In enger Zusammenarbeit zwischen FAU und TH Nürnberg ist es gelungen, einen Effizienz-Weltrekord von 14,5 Prozent für organische Solarmodule zu erzielen.
Das ist ein herausragender Erfolg – nicht nur für die Weiterentwicklung der Solartechnologie, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was durch exzellente Zusammenarbeit entstehen kann. Genau dieser Spirit, dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Kompetenzen, ist es, was den EnCN auszeichnet. Diese Projekte zeigen beispielhaft: die Forschung ist nicht nur exzellent – sie ist auch relevant.
Was den EnCN dabei besonders auszeichnet, ist der enge Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Denn die Energiewende ist keine rein technische Herausforderung – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Deshalb arbeitet der EnCN heute mit über 260 Unternehmen zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und in die Praxis zu bringen.
Gleichzeitig wird ganz bewusst den Dialog mit der Öffentlichkeit gesucht. Mit den Vortragsreihen FAUinsights und den Ohm Innovation Talks wurden Formate etabliert, die auf großes Interesse und durchweg positive Resonanz stoßen. Beide Reihen greifen aktuelle Themen der Energieforschung auf und beleuchten sie aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive.
Wenn man am EnCN heute zurückblickt, sieht man nicht nur eine erfolgreiche Entwicklung, sondern vor allem eines: ein starkes Netzwerk aus engagierten Menschen, die gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Ein Blick nach vorn zeigt klar: Die Herausforderungen werden nicht kleiner. Aber am EnCN ist man überzeugt, dass der EnCN auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird – als Impulsgeber, als Vernetzer und als Motor für Innovationen.
Der Freistaat Bayern war von Anfang an stärkster Partner – visionär, mutig, mit Weitblick. In einer Zeit, als Energieforschung noch ein Nischenthema war, hat der Freistaat die Entscheidung getroffen: „Wir brauchen den EnCN!“ Und diese Entscheidung trägt bis heute Früchte.
Der Freistaat steht auch heute verlässlich zur Seite. Mit rund 1,5 Millionen Euro jährlicher Unterstützung gelingt es den Forschenden, jedes Jahr Projekte im Umfang von etwa 20 Millionen Euro einzuwerben – ein unglaublicher Hebel, den man sonst kaum einmal in der Finanzwelt findet.
Der EnCN hat aber auch seit Beginn an großartige Unterstützung von der Stadt Nürnberg erhalten. Die Stadt hat den EnCN von Tag eins an den Rücken gestärkt, mit Verlässlichkeit, mit Treue und mit dem festen Glauben daran, dass die Energiewende kein Sprint ist, sondern ein Marathon. Eine solche Konstanz ist in der Forschung selten – und sie ist entscheidend für den Erfolg. Ohne diese Unterstützung wäre es schlicht nicht möglich gewesen, den EnCN als einen der führenden ThinkTanks der Energieforschung zu positionieren.
Seit der Gründung sind rund 1200 gemeinsame Projekte entstanden – viele davon in enger Zusammenarbeit mit der regionalen Industrie, mit Partnern aus der Metropolregion Nürnberg. Das zeigt, dass Forschung am EnCN nicht im Elfenbeinturm stattfindet, sondern mitten in der Praxis, mitten in der Wirtschaft, mitten im Leben.
Bleibt die Frage: Wie geht es weiter mit dem EnCN? Die Stärken sollen noch weiter ausgebaut werden. Der EnCN ist fest in Nürnberg verankert – lokal verbunden, aber global vernetzt. Die Forscher sind international aktiv, sie bringen neueste Erkenntnisse aus aller Welt hierher – in die Metropolregion, zu den hier ansässigen Unternehmen, zu neuen Start-ups und zu all jenen, die an die Energiezukunft glauben.
ENERGIEregion Nürnberg
ENERGIEregion hat sich als Netzwerk für Energie- und Nachhaltigkeitsthemen in der Metropolregion etabliert. Sie bündelt die Kompetenzen und Interessen von über 200 Akteuren aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Kommunen.
Die derzeitigen Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen energetische Sanierung von Gebäuden, Energiesysteme auf Basis von Erneuerbaren Energien und Sektorenkopplung zwischen Energie, Mobilität und Wärme.
In diesen Themenfeldern werden die Akteure vernetzt, gemeinsame Projekte initiiert und der Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Praxis gestaltet.
Ein Beispiel hierfür ist das Pilot-Projekt „Klimapakt2030plus“ des Bundesforschungsministeriums, in dem die ENERGIEregion zusammen mit der Metropolregion Nürnberg, dem Energie Campus Nürnberg und 4 wissenschaftlichen Partnern neue Instrumente, Formate und Netzwerke zur Beschleunigung der regionalen Energiewende entwickelt und testet.
Eine weitere Erfolgsgeschichte sind die Innovationsnetzwerke zur Initiierung von konkreten Forschungs- und Entwicklungsprojekten zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Hier konnten in den letzten Jahren über 3 Millionen Euro Förderung für Partner eingeworben werden. Außerdem wurden auch erste neue Produktentwicklungen auf den Markt gebracht. Im Moment wird hier das Thema „Digitalisierung bei Planung, Betrieb und Wartung von PV-Anlagen“ mit rund 20 Partnern vorangetrieben.
Trotz der stetigen thematischen Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit, sind die Vereinsziele genauso aktuell, wie vor 25 Jahren: Die ENERGIEregion ist Impulsgeber für innovative Energietechnologien und deren Umsetzung in der Praxis. Sie macht sich für ein nachhaltiges Wirtschaften, den Klimaschutz und für Ressourcenschonung stark und stärkt gleichzeitig die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Akteure und der gesamten Metropolregion.
NKubator
Auch der NKubator, ein Innovations- und Gründerzentrum für nachhaltiges Wirtschaften und Energie, hat eine Erfolgsgeschichte hinter sich. Seit seiner Gründung wurden mehr als 100 Startups beraten und betreut, ein Teil vor Ort. Fast zehn Scale-ups sind aus dem NKubator herausgewachsen. Eines dieser Scale-ups, SCIPRIOS, ist Anfang April sogar wieder zurück auf das AEG-Gelände gezogen. Durch die Startups konnten bereits zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen werden.
Im NKubator sind vor allem Tech-Startups an Lösungen für die zentralen Zukunftsthemen aktiv. So arbeitet CiX an Wasseraufbereitungssysteme auf Basis von Diamantelektroden zur Entfernung von Schadstoffen wie PFAS. CRONOS Mechatronics ist im 3D-Elektronikdruck zur direkten Herstellung komplexer, funktionaler Baugruppen tätig. Und onsite.ai beschäftigt sich mit KI-basierter Analyse der Raumluft mit sofortiger Auswertung der Messdaten vor Ort.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor des NKubator ist sein starkes Netzwerk. Es umfasst Partner wie die Sparkassen von Nürnberg, Erlangen, Höchstadt, Herzogenaurach, Ansbach und Bamberg, den 1. FC Nürnberg, Würth Elektronik, Siemens, KPMG sowie den TÜV Rheinland. Es wird eine exzellente Zusammenarbeit mit den Hochschulen FAU, TH, UTN, den Wirtschaftsförderungen der Region, den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammer und vielen weiteren gepflegt. Ab Juli dieses Jahres ist eine Erweiterung der Montage- und Fertigungsflächen um 300 Quadratmeter geplant.
(rs)
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