Wirtschaft

Prototyp „Romeo“ bei der Vorstellung in Erding: Das oberbayerische Start-up ERC System entwickelt den elektrischen Senkrechtstarter in Kooperation mit der Luftrettung DRF. (Foto: Ensan Monajati/dpa)

10.02.2026

Dritter Anlauf zur Entwicklung eines E-Flugzeugs

Nach zwei Insolvenzen wagt ein weiteres Münchner Start-up einen Neustart bei elektrischen Senkrechtstartern. Das Ziel: ein Hybrid-Flugzeug für den medizinischen Transport – serienreif bis 2031

Nach den Insolvenzen zweier Elektroflugzeug-Start-ups will ein drittes deutsches Jungunternehmen bis zum Jahr 2031 einen fliegenden Senkrechtstarter zur Serienreife bringen. Das mit Hybridmotor ausgestattete Flugzeug wird von ERC System entwickelt, einem 2020 gegründeten Unternehmen aus Ottobrunn vor den Toren Münchens. Es könnte als fliegender Krankenwagen eingesetzt werden, Kooperationspartner ist die Luftrettung DRF. Das berichteten die Leitung des 60 Mitarbeiter zählenden Unternehmens und die DRF bei der Präsentation eines Prototyps in Erding.

Elektrische Senkrechtstarter heißen im englischen Luftfahrtjargon eVTOL (electric Vertical Take-Off and Landing aircraft). In den vergangenen beiden Jahren hatten die beiden eVTOL-Entwickler Lilium und Volocopter Insolvenz angemeldet, weil es an willigen Kapitalgebern fehlte. Lilium stellte den Betrieb ein, Volocopter wurde schließlich von einem chinesischen Unternehmen übernommen.

Hybridantrieb für längere Reichweite

Die Chefs von ERC System gehen davon aus, dass elektrische Flugzeuge eine Zukunft haben werden. „Elektrifiziert können wir zu ganz anderen Betriebskosten fliegen als ein konventionelles Flugzeug“, sagte Max Oligschläger, Mitgründer und kaufmännischer Leiter des Unternehmens. „Das ist ein signifikanter Markt, vor allem bei Flugzeugen für den Transport von fünf, sechs Menschen.“ Für größere Maschinen ist der Elektroantrieb beim derzeitigen Entwicklungsstand nicht geeignet.

Der in Erding vorgestellte Prototyp namens „Romeo“ ist eine ferngesteuerte Drohne. Das fertige Flugzeug soll später von Piloten geflogen werden. „Romeo haben wir bewusst als vollelektrischen Schwebedemonstrator konzipiert, weil das Schweben der kritischste Flugzustand ist, während der Vorwärtsflug keine große Herausforderung ist“, sagte ERC-Chef David Löbl. Das Serienmodell soll eines Tages bis zu 800 Kilometer Reichweite erreichen. „Der Kolbenmotor wird zukünftig die Reichweite unseres Flugzeuges verlängern“, ergänzte Löbl.

Einsatz als fliegender Krankenwagen

Die Luftrettung DRF denkt vor allem an Patiententransporte zwischen Krankenhäusern. „Wir gehen davon aus, dass wir deutlich mehr Patiententransporte sehen werden“, sagte Christian Müller-Ramcke, Leiter Unternehmensentwicklung der DRF. Hintergrund seien unter anderem die Finanzprobleme vieler Kliniken und die Reformpläne der Bundesregierung.

ERC System verfügt nach eigenen Angaben mit dem bayerischen Luftfahrt-Dienstleister IABG über einen langfristig orientierten Investor. „Wir brauchen einen strategischen Investor, der uns nicht nur mit Kapital ausstattet, sondern auch mit Erfahrung und einem langen Atem unterstützen kann“, sagte Oligschläger. Mittel- bis langfristig seien weitere Investoren geplant. (dpa)

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