Wirtschaft

Mit diesem Fahrzeug des bayerischen Herstellers Diehl kann man Drohnen abwehren. Es heißt „Garmr“. Der Name stammt aus der nordischen Mythologie und bezeichnet den Wachhund, der den Eingang zur Unterwelt beschützt. (Foto: Diehl Defence GmbH & Co. KG)

27.02.2026

Drohnenabwehr boomt: Fachmesse in Nürnberg zeigte, dass die Drohnenabwehr boomt

Deutschlands Leitmesse für Sicherheit und Verteidigung präsentierte in Nürnberg die neueste Technik

Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine steht die Drohnenabwehr weltweit im Fokus. Erst jüngst wurde bei der Münchner Sicherheitskonferenz von der Bundespolizei ein System eines Herstellers aus Bremen eingesetzt, das anfliegende Drohnen schon in 12 Kilometer Entfernung erkennt. Im Ernstfall können die Flugobjekte schnell unschädlich gemacht werden.

Diese und andere Sicherheitslösungen sowie Polizei- und Militärausrüstung bot diese Woche in Nürnberg wieder Deutschlands Leitmesse für Sicherheit und Verteidigung, die Enforce Tac, die am Mittwoch zu Ende ging. Sie bildete einen geschützten Rahmen für den Austausch zu aktuellen sicherheits- und veteidigungsrelevanten Entwicklungen.

Ganzheitlicher Sicherheitsansatz

Rund 26.500 Fachbesucher informierten sich bei über 1400 Ausstellern. Im Mittelpunkt der Messe stand das Leitmotiv „Vernetzte Sicherheit“ als Antwort auf hybride Bedrohungen, technologische Disruptionen und wachsende Anforderungen an der Interoperabilität.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) übernahm die Schirmherrschaft über die Enforce Tac. Das unterstreicht die sicherheits- und industriepolitische Bedeutung der Leitmesse auf nationaler und europäischer Ebene. Ideeller Träger der Enforce Tac ist der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), der als Branchenverband die Interessen der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bündelt und den fachlichen Dialog zwischen Industrie, Politik und Anwendern begleitet.

„Die Enforce Tac steht für einen ganzheitlichen und integrierten Sicherheitsansatz. Sie bringt Entscheiderinnen und Entscheider aus Behörden, Streitkräften, Politik, Wissenschaft und Industrie in einem geschützten Raum zusammen“, betont der Bundeskanzler. Mit ihrem Fokus auf vernetzte Fähigkeiten, einsatznahe Innovationen und internationale Partnerschaften zeige sie eindrucksvoll, wie Gesamtverteidigung in der Praxis aussehen kann – von der persönlichen Ausstattung bis hin zu komplexen Systemverbünden.

Auch Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) schätzt die Enforce Tac. „Sie ist für Bayern eine der wichtigsten Messen“, sagt er der Staatszeitung am Rande seines Rundgangs durch die Hallen. Ein Drittel der deutschen Rüstungsindustrie ist dem Minister zufolge im Freistaat beheimatet. Darum sei es gut, dass es auch in Bayern eine entsprechende Messe gibt.

Doch die erhält in zwei Jahren Konkurrenz aus Hannover. Vom 9. bis zum 12. März 2027 wird auf dem dortigen Messegelände Deutschlands neue Sicherheits- und Verteidigungsmesse „Defence & Security Equipment International Germany“ (DSEI Germany) stattfinden. Die DSEI Germany soll alle zwei Jahre durchgeführt werden und wird von der Deutschen Messe AG in Partnerschaft mit den Veranstaltern der global führenden Sicherheits- und Verteidigungsmesse DSEI ausgerichtet. Somit ist die DSEI Germany ein deutscher Ableger der alle zwei Jahre in London stattfindenden DSEI.

Aus Hannover kommt Konkurrenz

Allerdings hat die Enforce Tac in Nürnberg einen Vorteil. Sie wird vom 2. bis 4. März 2027 stattfinden und ist somit früher dran als die DSEI Germany. Am Rande der Enforce Tac 2026 erfuhr die Staatszeitung, dass wohl die DSEI Germany auf Druck von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach Hannover geht. Hannover ist die Landeshauptstadt Niedersachsens, Pistorius ist Niedersachse und die Deutsche Messe AG mit Sitz in Hannover hat an ihrem Heimatstandort massive Probleme, ihr Gelände auszulasten. Ein Schelm, wer das gewisse Zusammenhänge herstellt.

Doch die NürnbergMesse als Veranstalter der Enforce Tac braucht sich keine Sorgen zu machen, denn seit der „Zeitenwende“ geben Europas Armeen viel Geld für die Beschaffung von Rüstungsgütern aus. Für die nächste Ausgabe von Deutschlands Leitmesse für innere und äußere Sicherheit haben sich schon wieder mehr Aussteller angemeldet. Von mehr als 60.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verteilt auf sieben Hallen wird sie im Jahr 2027 sogar auf knapp 73.000 Quadratmeter Fläche in insgesamt acht Hallen anwachsen.
(Ralph Schweinfurth)

(Foto im Text: Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nahm in einem auf der Messe ausgestellten „Garmr“ Platz und zeigte sich beeindruckt von den technischen Möglichkeiten. Foto: Schweinfurth
)

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