Wie beliebt Bayern als Tourismusdestination ist, zeigt ein aktuelles Ranking des Reiseportals Holidu. So ist Füssen im Landkreis Ostallgäu die meistgesuchte deutsche Kleinstadt, wenn es um Übernachtungen geht. Danach folgen auf Platz zwei Winterberg in Nordrhein-Westfalen und Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach auf Platz drei. Weitere bayerische Städte im Holidu-Ranking sind auf Platz sechs Rothenburg ob der Tauber, gefolgt von Bad Tölz auf Platz sieben und Miltenberg auf Platz neun.
Die Beliebtheit Bayerns bei Gästen aus dem In- und Ausland schlägt sich auch in wirtschaftlichen Zahlen nieder. So hat eine Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) an der Universität München ergeben, dass 2024 der Tourismus für einen Bruttoumsatz von rund 37,5 Milliarden Euro gesorgt hat. Das waren rund 4,75 Prozent Gesamtbeitrag zur Bruttowertschöpfung in Bayern.
Besonderes Urlaubsziel
„Dass Füssen bei den Suchanfragen unter Deutschlands Kleinstädten auf Platz eins liegt, freut mich sehr. Unsere historische Altstadt, die Seen und die einzigartige Berglandschaft machen Füssen mit Hopfen am See und Weißensee zu einem besonderen Urlaubsziel“, sagt Füssens Erster Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) der Staatszeitung. Das große Interesse sei auch eine Anerkennung für die Gastgeber, die Gastronomie und alle, die sich täglich für Füssens Gäste engagieren. „Entscheidend ist für uns, dass der Tourismus Wertschöpfung vor Ort schafft und zugleich die Lebensqualität der Einheimischen stärkt. Diesen Anspruch wollen wir auch künftig mit einer qualitätsorientierten und naturverträglichen Entwicklung verbinden“, so Eichstetter.
2025 gab es der Stadt zufolge über 1,5 Millionen Übernachtungen (zum Vergleich: 2016 waren es noch 1,3 Millionen Übernachtungen) und rund 460.000 Gäste. Füssen Tourismus und Marketing lasse alle drei Jahre durch das dwif eine Analyse zur Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor für die Stadt Füssen erstellen. Demnach sorgen 3,8 Millionen Aufenthaltstage für 269,1 Millionen Euro Umsatz.
Investitionen haben sich ausgezahlt
„Unsere Investitionen in Infrastruktur, den Erhalt unserer wunderschönen Altstadt und unsere mitreißenden Events haben sich ausgezahlt“, sagt Dinkelsbühls Oberbürgermeister Christoph Hammer (CSU) der Staatszeitung. „Dinkelsbühl ist beliebt wie nie! Die Übernachtungen haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. Das beweist, historisches Erbe und moderne Tourismusstrategie sind kein Widerspruch, sondern das Rezept für nachhaltigen Erfolg. Das Ranking von Holidu bestätigt uns erneut darin“, betont Hammer.
Insgesamt rechnet die Stadt Dinkelsbühl 2026 bis Ende des Jahres mit 330.000 Übernachtungen, was den Trend des Vorjahres allein im Sommer um 7,1 Prozent überholt. Während der bayernweite Tourismustrend im Jahr 2024 mancherorts mit Herausforderungen zu kämpfen hatte, setzte die Große Kreisstadt Dinkelsbühl bereits 2025 neue Maßstäbe: Mit 309.192 Übernachtungen ging 2025 als das erfolgreichste touristische Jahr in die Stadtgeschichte ein.
Der Erfolg ist kein Zufall
„Überschlägt man die Kosten für Übernachtung, Verpflegung und sonstige Ausgaben, bringt der Tourismus der Stadt Dinkelsbühl pro Jahr fast 50 Millionen Euro Wirtschaftskraft“, sagt Laura Krehn, Pressesprecherin der Stadt Dinkelsbühl. Der Erfolg von Dinkelsbühl sei kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten Strategie und glücklicher Prädikate. Die Stadtverantwortlichen sähen vor allem drei Hauptgründe für den Boom.
Höchste Auszeichnungen als Image-Turbo: Das vom Magazin Focus verliehene Prädikat „Schönste Altstadt Deutschlands“ entfaltete auch 2025 seine volle Wirkung. Zudem habe die Listung durch den amerikanischen Nachrichtensender CNN als eine der schönsten Städte Europas für internationale Aufmerksamkeit gesorgt und verstärkt globales Publikum in die mittelalterlichen Gassen gelockt.
Event-Highlights der Extraklasse: Klassiker wie das historische Festspiel „Kinderzeche“ (Immaterielles Kulturerbe der Unesco) hätten erneut Zehntausende angezogen. Ein besonderes Zugpferd sei zudem das viertägige „Summer Breeze Open Air“ gewesen, das mit rund 45.000 Metal-Fans pro Tag restlos ausverkauft war.
Investitionen in die Infrastruktur: Die Eröffnung neuer Kapazitäten wie des modernen Wohnmobilstellplatzes vor den Toren der Stadt und die Erweiterung regionaler Hotelbetriebe ermöglichten es der Pressesprecherin zufolge, die gestiegene Nachfrage „qualitativ hochwertig abzufangen“. Die Zunahme sei auch auf eine beinahe unvergleichbare Investitions- und Modernisierungsbereitschaft der Dinkelsbühler Unternehmerschaft zurückzuführen. „Sieben Hotels wurden grundsaniert, haben erweitert oder sich neu angesiedelt. Damit wurde ein hochmoderner Standard erreicht“, erläutert Krehn. Zurzeit werde ein ortsbildprägendes Altstadthaus (ein ehemaliges und in die Jahre gekommenes Hotel) zu einem hochmodernen und ansprechenden Ferienwohnungshaus mit Appartements umgebaut. Somit spreche alles dafür, dass sich der positive Dinkelsbühler Trend fortsetzt.
(Ralph Schweinfurth)
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