Wirtschaft

Haben das EU-Inden-Abkommen beschlossen (von links): EU-Ratspräsident Antonio Costa, Indiens Premierministerr Narendra Modi und EU-Kommissionispräsidentin Ursula von der Leyen. (Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS, Manish Swarup)

27.01.2026

Grüne sehen in EU-Indien-Abkommen Chance für Unternehmen

Neue Allianzen gegen Trumps Zölle: Wie die EU mit Indien Handelshürden abbauen will und warum Grünen-Politiker die Vereinbarung für wichtig halten - ebenso wie die mit den Mercosur-Staaten

Nach der Aufregung um das Votum seiner Parteikollegen zum Mercosur-Abkommen hat der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Andreas Audretsch die Vereinbarung der Europäischen Union mit Indien ausdrücklich begrüßt. Das EU-Indien-Abkommen sei gut für Unternehmen, gut für Jobs in Deutschland, sagte Audretsch. Europa müsse angesichts der "Zerstörungswut" von US-Präsident Donald Trump neue Allianzen aufbauen. Weitere Allianzen für Handel und Kooperation seien notwendig.

Die EU und Indien haben ihre Verhandlungen über den Aufbau einer großen neuen Freihandelszone abgeschlossen, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi mitteilten. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. Vor dem Hintergrund der aggressiven Zoll- und Handelspolitik der USA und dem zunehmenden Machtstreben Chinas gilt das Abkommen auch als geopolitisch bedeutsamer Schritt. 

Grüne für neue EU-Handelspartnerschaften 

Das Abkommen wird allerdings nicht so umfassend sein wie jenes, das die EU zuletzt mit den Mercosur-Staaten geschlossen hat. Abgeordnete der Grünen hatten vergangene Woche im Europäischen Parlament dafür gestimmt, die Vereinbarung mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüfen zu lassen. Das sorgte für Kritik, auch aus der Bundestagsfraktion und von der Parteispitze. Hätten sie dagegen gestimmt, wäre es nicht zur Überprüfung gekommen. 

"Wir brauchen neue wirtschaftliche Partnerschaften, um unseren Außenhandel zu diversifizieren", heißt es in einem Papier des Parteivorstands. "Deswegen ist es wichtig, das Abkommen mit den Mercosur-Staaten in die vorläufige Anwendung zu bringen und dann zu ratifizieren."
(Anne-Beatrice Clasmann, dpa)

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