Wirtschaft

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger besuchte den Gasspeicher Breitbrunn am Chiemsee. (Foto: dpa, Peter Kneffel)

01.05.2026

Aiwanger fordert: Die Gasspeicher im Freistaat müssen bleiben

Die Erdgasspeicher im Freistaat sind laut Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) nicht nur entscheidend für eine sichere Versorgung mit Erdgas, sondern perspektivisch auch für eine sichere Versorgung mit Wasserstoff. Bei seinem Besuch des Speicherstandorts in Breitbrunn am Chiemsee forderte Aiwanger, die Erdgasspeicher zu erhalten

Die Erdgasspeicher im Freistaat sind laut Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) nicht nur entscheidend für eine sichere Versorgung mit Erdgas, sondern perspektivisch auch für eine sichere Versorgung mit Wasserstoff. Bei seinem Besuch des Speicherstandorts in Breitbrunn am Chiemsee forderte Aiwanger, die Erdgasspeicher zu erhalten.

„Ohne die bayerischen Gasspeicher gibt es keine sichere Energieversorgung. Daher lehnen wir die Stilllegung der Anlage in Breitbrunn, wie sie von Betreiber Uniper bei der Bundesnetzagentur beantragt wurde, ab“, so der Minister. Der Bund müsse Rahmenbedingungen schaffen, die einen wirtschaftlich rentablen Betrieb der Speicher ermöglichen. Überlegungen zu Stilllegungen wären laut Aiwanger dann weitgehend überflüssig. „Wir brauchen hier zügig Klarheit, auch um kurzfristig eine ausreichende Befüllung der bayerischen Speicher für den kommenden Winter sicherstellen zu können“, betonte er.

Eine Stilllegung von Gasspeichern sei jedoch nicht nur aus energiepolitischer, sondern auch aus bergpolitischen Gründen abzulehnen. Denn mit einer Stilllegung könnte die Ausförderung des sogenannten Kissengases einhergehen, wodurch der Speicherstandort beschädigt werden könnte. „Das werden wir bei bayerischen Lagerstätten, insbesondere in der aktuellen Situation, keinesfalls akzeptieren“, betonte Aiwanger.

Von der Stilllegung bedroht

„Nach vorliegenden Erfahrungen führt ein restloses Ausfördern des Kissengases dazu, dass die frei werdenden Porenräume sich langsam mit Wasser füllen, was einen Neubetrieb, ob als Erdgas- oder Wasserstoffspeicher, technisch-wirtschaftlich unmöglich macht“, erklärt ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums der Staatszeitung. Ferner würden sich dadurch die Druckverhältnisse im Untergrund ändern, was zu Änderungen der Gesteinseigenschaften bis hin zu Undichtigkeiten führen könne.

Doch nicht nur der Erdgasspeicher am Chiemsee ist von der Stilllegung bedroht. Auch für den Speicher am Wolfersberg (südöstlich von München) wurde ein Stilllegungsantrag bei der Bundesnetzagentur gestellt. Der Ministeriumssprecher erklärt, dass sich in den vergangenen Jahren das Marktumfeld negativ entwickelt und die Speicherbranche vor Herausforderungen gestellt habe. Die Gründe für einen standortspezifischen Stilllegungsantrag seien jedoch vielschichtig.

Die bayerischen Erdgasspeicher befinden sich in Bierwang, Breitbrunn/Eggstätt, Wolfersberg, Schmidhausen und Inzenham-West und haben insgesamt eine Speicherkapazität von über 30 Terawattstunden (TWh). Auch die österreichischen Speicher Haidach und 7Fields sind direkt an das bayerische Gasnetz angeschlossen und tragen so zur Versorgung in Bayern bei.

Vermarktung des Gases nach EU-Regeln

Sie sind laut Wirtschaftsministerium anteilig im Eigentum der deutschen Sefe Storage GmbH und der Uniper Energy Storage GmbH. „Die Vermarktung der Speicher sowie der dort eingelagerten Gasmengen erfolgt gemäß den Regeln des EU-Binnenmarkts und wird insofern nicht anderweitig eingeschränkt“, antwortet der Ministeriumssprecher auf die Frage, ob Bayern immer die Möglichkeit hat, auf die gespeicherten Mengen in Haidach und 7Fields zuzugreifen. 

Wie lange man die bayerischen Gasverbraucher (Haushalte und Industrie) mit den 30 TWh Gas versorgen kann, kann das Wirtschaftsministerium nicht beziffern. „Der Gasverbrauch – nicht nur hinsichtlich der erforderlichen Energiemenge, sondern auch hinsichtlich kurzfristiger Leistungsspitzen – unterliegt insbesondere temperaturbedingt (Sommer/Winter) starken Schwankungen“, erklärt der Sprecher. Die pauschale Nennung einer konkreten Zeitdauer sei insofern nicht möglich.

Um die bayerischen Gasspeicher auf Wasserstoffbetrieb umzurüsten, müssten Anpassungsmaßnahmen hinsichtlich der Dichtigkeit der Leitungen und Bohrungen durch spezielle Verbindungen und Materialien ergriffen werden. Anlagen wie Verdichter, Kompressoren und Armaturen müssten ebenfalls umgerüstet werden. „Derzeit laufen Forschungen und Studien zur Nutzung von Porenspeichern; deren Ergebnisse bleiben abzuwarten. Daher ist es jetzt wichtig, keine Maßnahmen vorzunehmen, die eine Nutzung von Porenspeichern in Zukunft verhindern könnten“, betont der Ministeriumssprecher. Aber die bayerischen Speicher müssten auch an das Wasserstoffkernnetz Deutschlands angeschlossen werden.
(Ralph Schweinfurth)

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