Wirtschaft

Der Dacia Spring wäre ein zum Beispiel ein günstiges E-Auto. (Foto: dpa/EYSTONE, Cyril Zingaro)

20.08.2026

Verbraucherzentralen für Kaufanreize für günstige E-Autos

Zuschüsse von einigen Tausend Euro sollen das Geschäft mit Elektroautos ankurbeln - und das Interesse ist groß. Sollte die Förderung auf nicht zu teure Modelle konzentriert werden?

Die Verbraucherzentralen fordern eine stärkere Ausrichtung der staatlichen Kaufanreize für Elektroautos auf günstigere Wagen. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur, damit E-Mobilität für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen erschwinglich werde, sollte die Förderung an den Fahrzeugpreis gekoppelt werden. "Das würde günstigere und effizientere Modelle stärken und langfristig für mehr bezahlbare E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt sorgen", sagte sie. Ein Zuschuss sollte laut Verband nur bis zu einem bestimmten Listenpreis gezahlt werden.

Pop kritisierte mit Blick auf die bestehende Regelung, mit Einkommensgrenzen von bis zu 90.000 Euro würden auch Haushalte gefördert, die für den Kauf eines E-Autos nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Schon mehr als 100.000 Anträge

Ein im Mai gestartetes Programm der Bundesregierung fördert Kauf und Leasing von E-Autos und bestimmter Plug-in-Hybride. Voraussetzung ist eine Neuzulassung seit 1. Januar 2026. Die Höhe des Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bis zu 6.000 Euro ausmachen. Die Grenze für Förderungen liegt bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro, bei größeren Familien bei 90.000 Euro. Anfang August waren schon mehr als 100.000 Anträge eingegangen.

Die Verbraucherzentralen mahnen auch bessere Bedingungen fürs Laden von E-Autos an. "Der Ladesäulenausbau schreitet zwar stetig voran, es ist aber noch deutlich Luft nach oben", sagte Pop. Besonders Mieterinnen und Mieter in Mehrfamilienhäusern ohne eigene E-Ladestation seien auf eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur angewiesen. Außerdem brauche es mehr Transparenz. 

Verschiedene Preise an Ladesäulen 

"An einer Ladesäule gibt es viele verschiedene Preise. Welche gelten, ist aber nur schwer herauszufinden. Das macht das Laden unnötig kompliziert", sagte Pop. "Alle Ad-hoc-Ladepreise müssen endlich über eine App abrufbar sein." Ladestromverträge müssten sich einfacher und besser vergleichen lassen.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands sind Anschaffungskosten und Lademöglichkeiten wichtige Aspekte bei Kaufentscheidungen. Dass neue E-Autos günstiger werden, nannten 66 Prozent der Befragten und dass die Reichweite größer werde 65 Prozent. Mehr öffentliche Ladepunkte und ein einfacheres öffentliches Laden nannten jeweils 63 Prozent.

Befragt wurden vom Institut Forsa vom 3. bis 5. August 1.009 Menschen ab 18 Jahren. Basis für die Antworten waren den Angaben zufolge 815 Menschen, die laut einer vorgeschalteten Frage zumindest gelegentlich Auto fahren.
(Sascha Meyer, dpa)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll es auf alle Waren 19 Prozent Mehrwertsteuer geben?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

„Die Bundesregierungskoalition hat noch schnell Reformen angekündigt, ehe sie sich in die Berliner Sommerpause verabschiedete. Eine Sommerpause übrigens, die sich die Wirtschaft nicht leistet. Unternehmer und Manager sind stets am Sprung“, sagt Bertram Br

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.