Wirtschaft

Der Arbeitsmarkt im Freistaat entwickelt sich weiter positiv. (Foto: dpa/Hendrik Schmidt)

02.03.2022

Weniger Arbeitslose

Corona-Krise spielt untergeordnete Rolle

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar auf 246.339 gesunken. Das sind rund 7200 (2,8 Prozent) weniger als im Januar und knapp 70.300 weniger als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb im Februar bei 3,3 Prozent.

Mögliche Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine lassen sich in der Februar-Statistik noch nicht ablesen: Stichtag dafür war der 14. Februar. Die Regionaldirektion geht davon aus, dass der Krieg den Arbeitsmarkt sicher beeinflussen wird, besonders wegen der vielen Geflüchteten. "Diesen Menschen muss nun von staatlicher Stelle geholfen werden - auch durch unbürokratische Angebote für die Integration auf dem Arbeitsmarkt", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Die Arbeitsagentur sieht sich dafür eigenen Angaben zufolge gut vorbereitet.

Aiwanger sagte, es sei jetzt der Moment, um Genehmigungsprozesse zu verkürzen, Energieabgaben zu senken und den Arbeitsmarkt flexibler zu machen. Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) appellierte in Richtung Bund, die Arbeitnehmer bei den Energiepreisen zu entlasten.

Untergeordnete Rolle

Die Corona-Pandemie spielt auf dem Arbeitsmarkt dagegen offenbar nur mehr eine untergeordnete Rolle: Auswirkungen der Pandemie, Materialengpässe oder unterbrochene Lieferketten seien noch immer vorhanden, würden aber schrittweise abgebaut, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. "Auswirkungen auf den robusten bayerischen Arbeitsmarkt haben diese jedoch kaum noch."

Besonders positiv ist die Entwicklung demnach bei jüngeren und ausländischen Arbeitslosen. Bei Älteren, Schwerbehinderten und Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung gibt es aber noch Zuwächse. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnete der Landkreis Eichstätt mit 1,7 Prozent. Am höchsten lag sie in Schweinfurt mit 6,0 Prozent.

Aus der Statistik geht zudem hervor, dass sich mehr Pflegekräfte arbeitssuchend gemeldet haben, seit die einrichtungsbezogene Impfpflicht beschlossen wurde. Von Dezember bis Februar gab es 5767 solcher Meldungen. Das sind eineinhalb mal so viele wie im gleichen Zeitraum vor zwei Jahren (3589 Meldungen).

Damit meldeten sich rund 2,4 Prozent der Gesundheits-, Kranken- und Altenpfleger in Einrichtungen in Bayern in dem Zeitraum arbeitssuchend. Unklar ist, ob sich die Pflegekräfte vor allem mit Blick auf die Impfpflicht oder etwa wegen der erhöhten Belastung in dem Beruf so entschieden.
(Gregor Bauernfeind, dpa)

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