Ausschreibung und Vergabe

Für Agri-PV-Anlagen gibt es immer mehr Ausschreibungen. (Foto: dpa/imageBROKER, Manuel Kamuf)

16.06.2026

Ausschreibung mehr als zweifach überzeichnet

Bayern bleibt Vorreiter beim Ausbau der Solarenergie

Bayern bleibt Vorreiter beim Ausbau der Solarenergie, teilt das bayerische Wirtschaftsministerium mit. Bei der Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sei der Freistaat mit Abstand am erfolgreichsten gewesen. 106 der insgesamt 268 Zuschläge seien an Projekte in Bayern gegangen. Das entspreche rund 40 Prozent aller bezuschlagten Vorhaben und einer Leistung von 693 Megawatt.

"Diese starken Zahlen belegen: Bayern treibt die Erneuerbaren Energien konsequent voran. Jetzt muss der Speicherausbau Schritt halten, um Überschüsse nicht abregeln zu müssen“, betont Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). In den laufenden Gesetzgebungsverfahren gelte es, innovative Lösungen für die Synchronisierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien mit dem Ausbau der Speicher und Stromnetze zu finden. „Klar ist, die Stromerzeugung aus der Photovoltaik ist nicht nur nachhaltig, sondern auch besonders kostengünstig“, so Aiwanger.

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) bekräftigte vor Kurzem beim Kongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin die Notwendigkeit, den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser an den hinterherhinkenden Netzausbau anzupassen. Teure Abregelungen von Anlagen sollte man vermeiden. Umstritten ist vor allem ein von Reiche angestrebter "Redispatchvorbehalt". Wenn bislang eine Überlastung der Stromnetze droht, müssen etwa die Leistungen von Windkraft- und Solaranlagen gedrosselt oder ganz abgeschaltet werden. Diese Eingriffe werden Redispatch genannt und kosten viel Geld, weil Betreibern Entschädigungen zustehen.

Auf Entschädigung verzichten

Reiche plant nun, dass neue Windräder oder Solaranlagen in überlasteten Netzgebieten nur errichtet werden dürfen, wenn sie für zehn Jahre auf Entschädigungen bei einer Abregelung verzichten. Dagegen gibt es breiten Protest.

Bayern liegt weiterhin deutlich vor den anderen Bundesländern, wenn man die aktuelle Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur betrachtet. Niedersachsen erhielt 33 Zuschläge mit 340 Megawatt, Baden-Württemberg 45 Zuschläge mit 333 Megawatt. Die durchschnittliche Vergütung liegt mit 4,94 ct/kWh weiterhin auf niedrigem Niveau, leicht unterhalb der Vorperiode.

Die meisten Zuschläge seien bundesweit an Photovoltaik-Projekte entlang von Autobahnen und Bahnstrecken vergeben worden, so das bayerische Wirtschaftsministerium. In diesem Segment seien 123 Projekte mit einer Gesamtleistung von 1026 Megawatt bezuschlagt worden. Weitere 73 Projekte mit 760 Megawatt entstünden in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten, davon erhahlte Bayern 31 Zuschläge mit einer Gesamtleistung von 233 Megawatt.

Besondere Solaranlagen

Besondere Solaranlagen machten laut Wirtschaftsministerium insgesamt knapp ein Fünftel des gesamten Zuschlagsvolumens aus. Hier seien 59 Projekte mit insgesamt 439 Megawatt bezuschlagt worden – deutlich mehr als in der vorherigen Ausschreibungsrunde. Den größten Anteil daran hatten den Ministeriumsangaben zufolge Agri-PV-Anlagen auf Ackerflächen mit 42 Projekten und 312 Megawatt. Hinzu seien 13 Agri-PV-Anlagen auf Dauerkulturen mit 100 Megawatt sowie vier Agri-PV-Anlagen auf Grünland mit 27 Megawatt gekommen. Außerdem hätten zwei schwimmende Photovoltaikanlagen mit zusammen 5 Megawatt einen Zuschlag erhalten. 
 
„Ob Zuckerrüben, Winterweizen oder Kleegras – mit der Agri-PV bleiben die Flächen bei den Landwirten. Dazu kommen die Stromerträge durch die Photovoltaik – eine echte Win-win-Situation. So geht Energiewende mit Landwirtschaft Hand in Hand“, betont Aiwanger. Dass nun auch zunehmend mehr Agri-PV-Anlagen in den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur bezuschlagt werden, sei erfreulich. „Der Bund ist nun gefordert, die Rahmenbedingungen für Agri-PV attraktiver auszugestalten. Die Maßnahmen des Solarpaket I sind in einem zukünftigen Rechtsrahmen zu berücksichtigen. Nur so kann der Hochlauf der Agri-PV langfristig sichergestellt werden.“   
 
Gebotstermin für die Ausschreibung der Bundesnetzagentur war der 1. März 2026. Die Ausschreibung war mehr als zweifach überzeichnet. Die nächste Runde findet am 1. Juli 2026 statt.
(rs, dpa)

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