Bauen

Die neue Brücke über die Brunnenstraße – im Hintergrund die Bahnstrecke und die Altstadt von Ochsenfurt. (Foto: J1-Fotografie)

19.03.2026

Abriss in nur 24 Stunden

Ochsenfurt – Ersatzneubau der Brücke über die Brunnenstraße

Die Erneuerung der Brücke über die Brunnenstraße in Ochsenfurt, im Zuge der Staatsstraße (St) 2418 sowie die Instandsetzung der Rampenstützwände und die Anpassungsarbeiten im direkten Umfeld leisten einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der bayerischen Infrastruktur. Die Baukosten von rund 6 Millionen Euro trägt der Freistaat Bayern, das Gesamtprojekt wurde vom Staatlichen Bauamt Würzburg betreut.

Nach etwa zehn Monaten Bauzeit wurde die neue Brücke am 20. Dezember 2024 wieder für den Verkehr freigegeben. Bis Ende April 2025 wurden Restarbeiten an Geländern, Beleuchtung sowie die Anschlüsse der vier Rampen abgeschlossen.

Die Brücke verbindet die Südtangente mit dem Bereich der Brunnenstraße, dem nördlichen Gewerbegebiet sowie dem Wohngebiet Klinge und stellt somit eine wichtige Verkehrsader in Ochsenfurt dar. Ursprünglich wurde die Brücke in den 1970er-Jahren als Spannbetonbrücke gebaut, deren Querschnitt mit vier Hohlkörpern über die gesamte Länge versehen war.

Erhebliche Korrosionsschäden

Im Rahmen der turnusmäßigen Brückenprüfung wurden jedoch erhebliche Korrosionsschäden an den zwischen den Hohlkörpern verlaufenden Spanngliedern festgestellt. Diese Schäden entstanden durch eine defekte, innenliegende Entwässerungsleitung. Aufgrund der bereits korrodierten Spannstähle war ein kurzfristiger Ersatzneubau notwendig.

Die neue, rund 62 Meter lange, dreifeldrige Balkenbrücke wurde aus Spannbeton hergestellt. Die Geometrie der neuen Brücke unterscheidet sich kaum vom Vorgängerbau, jedoch verleihen die gewölbte Unterseite des Überbaus und die neuen Pfeiler ihr ein moderneres Erscheinungsbild.

Der Abbruch der alten Brücke erfolgte unter Vollsperrung im März 2024 und konnte dank sorgfältiger Planung, Organisation und zügigem Arbeiten innerhalb von nur 24 Stunden abgeschlossen werden. Die Baumaschinen kamen von allen Seiten an die Spannbetonbrücke, um sie vollständig in ihre Einzelteile zu zerlegen. Nach wenigen Stunden lag der komplette Überbau am Boden – insgesamt rund 1500 Tonnen Stahlbeton.

Bei dem Rückbau wurde strikt darauf geachtet, Stahl und Beton zu trennen, um möglichst viel Material recyceln und wiederverwenden zu können.
Im Anschluss wurden die beiden neuen Pfeiler und Widerlager gebaut. Die alten Widerlager, die nur noch die Auffahrten stützten, waren nicht mehr ausreichend.

500 Tonnen Beton in
die Schalung gegossen

Ein weiterer Meilenstein war die Fertigung des neuen Brückenüberbaus. Hierfür wurde im Vorfeld ein Traggerüst aufgebaut, um den Überbau in einem Stück herzustellen. In die Schalung wurden 9 Tonnen Stahl eingebaut, ergänzt durch die in Leerrohren verlegten Spannstähle.

Innerhalb eines Tages wurden 500 Tonnen Beton in die Schalung gegossen – die Menge entspricht rund 60 Mischfahrzeugen. Nach dem Aushärten wurden die Stahlseile mehrfach mit Hydraulikwerkzeugen gespannt, sodass die Spannbetonbrücke ihre volle Tragfähigkeit erreichte. Abschließend erhielt der Überbau seitliche Bordsteinkappen und die neue Fahrbahn wurde versiegelt, um das Eindringen von Wasser und Streusalz zu verhindern.

Parallel zum Neubau der Brücke wurden die Rampenstützwände, jeweils rund 100 Meter lang, der Brückenauffahrten saniert. Der Umfang der Arbeiten war größer als ursprünglich geplant: Der alte Beton musste mit Hochdruckwasserstrahlen bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern abgetragen werden, da die Druckfestigkeit des alten Betons nicht mehr ausreichte. Da die Statik dadurch gefährdet war, wurden zusätzliche Bewehrungsstähle eingebracht und die Flächen mit Spritzbeton wiederhergestellt.

Trotz verschiedener Unwägbarkeiten während der Bauarbeiten wurde termingerecht im Dezember 2024 die Verkehrsfreigabe erteilt. Für die Verkehrsteilnehmer, Anliegerinnen und Anlieger endete damit eine intensive Phase von Umleitungen, da die vielbefahrene Verbindung und der darunterliegende Kreuzungsbereich während der Bauzeit teilweise großräumig umfahren werden mussten.

Das neue Brückenbauwerk fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und bietet die Leistungsfähigkeit einer modernen Verkehrsinfrastruktur. Es ist auf eine Lebensdauer von mindestens 70 bis 100 Jahren ausgelegt und wurde statisch so verstärkt, dass es auch von Lkw mit bis zu 60 Tonnen Gewicht befahren werden kann. (Alexander Müller, Norman Scholz, Jan Momberg)
 

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