Bauen

Der Overfly ist unter Verkehr. (Foto: Hajo Dietz)

27.02.2026

Die Verkehrssicherheit erhöht

A 6/A 9: Umbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost erfolgreich abgeschlossen

Mit der feierlichen Verkehrsfreigabe beendete die Autobahn GmbH des Bundes am 15. Dezember 2025 offiziell den Umbau des Autobahnkreuzes (AK) Nürnberg-Ost. Mit dieser Maßnahme wurde ein zentraler Verkehrsknotenpunkt entlastet und somit die Verkehrssicherheit erhöht. Geprägt ist das Projekt von der halbdirekten Rampe in Fahrtrichtung Berlin, dem sogenannten Overfly, der mithilfe des Taktschiebeverfahrens unter fließendem Verkehr über das Kreuz geschoben wurde.

Am 15. Dezember 2025 haben Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH, Christian Bernreiter (CSU), Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, sowie Thomas Pfeifer, Direktor der Niederlassung Nordbayern, das Autobahnkreuz Nürnberg-Ost offiziell dem Verkehr übergeben.

Investitionssumme:
160 Millionen Euro

Der Bund hat rund 160 Millionen Euro in dieses Projekt investiert. Vor Ort sagte Thomas Pfeifer: „Ich freue mich, dass wir heute die Fertigstellung dieses bedeutenden Projekts feiern können. Das Overfly-Bauwerk, welches künftig im Autobahnkreuz die Verbindung Heilbronn-Berlin führt, ist ein Meilenstein des modernen Brückenbaus und auch für uns in der Niederlassung Nordbayern kein alltägliches Projekt. Hier haben alle Beteiligten jeden Tag ihr Können und ihr absolutes Fachwissen unter Beweis gestellt.“

Am AK Nürnberg-Ost überlagert sich die hohe Grundbelastung durch den überregionalen und internationalen Verkehr mit dem täglichen hohen Anteil an Berufs- und Wirtschaftsverkehr. Verschärft wird diese Situation während Großveranstaltungen wie Messen, Fußballspielen und Konzerten. Die durchschnittliche Verkehrsbelastung beträgt rund 136 000 Kfz/24 Stunden. Dies führte zuvor in Spitzenzeiten zu zähflüssigem Verkehr und Staus. Jetzt können die Verkehrsteilnehmer leichter auf die A 9 einfädeln, was zu einem verbesserten Verkehrsfluss und zu mehr Verkehrssicherheit führt.
Auffallend ist der 588 Meter lange Overfly, eine Brücke mit flachen Pylonen und vorgespannten Seilen, die das Autobahnkreuz Nürnberg-Ost überquert.

Bei dem angewandten Taktschiebeverfahren wurden die einzelnen Stahlbauteile wie Pylone sowie Längs- und Querträger im Werk vorgefertigt und anschließend am Vormontageplatz, dem sogenannten Taktkeller, vor Ort zusammengebaut. Von dort erfolgten insgesamt sechs Verschübe zum entgegengesetzten Brückenende. Hierbei bewegte sich das Bauwerk von Pfeiler zu Pfeiler, während unter diesem der Verkehr auf der A 6, dem Autobahnkreuz und der A 9 ungehindert weiterfahren konnte.

Das Gewicht, das die Hydraulikpressen bewegen mussten, stieg kontinuierlich an. Während sie beim dritten Verschub im Juni 2023 noch 4000 Tonnen bewegten, waren es beim letzten Verschub bereits rund 10 000 Tonnen. Insbesondere beim letzten Verschub zeigte sich, wie präzise bei der Fertigung des Überbaus gearbeitet wurde, da das Randfeld ohne Probleme auf das Widerlager auffahren konnte.

Im Anschluss an den letzten Verschub konnte der Vorbauschnabel demontiert werden. Anfang 2025 wurden die Seile auf die jeweilige Sollkraft nachgespannt und es folgte das Abstapeln des Überbaus um einen Meter sowie das Versetzen auf die endgültigen Lager.

1400 Kubikmeter Beton

Im Juli 2025 startete die Betonage der Fahrbahnplatte des Overflys. Auf die 1120 verlegten Halbfertigteilplatten wurde eine 20 Zentimeter dicke Ortbetonergänzung betoniert. Verbaut wurden hierbei rund 1400 Kubikmeter Beton. Die anschließenden Arbeitsschritte der Ausbaugewerke umfassten die Abdichtungsarbeiten der Fahrbahnplatte, die Herstellung einer Gussasphaltschutzschicht sowie die endgültige Herstellung des Fahrbahnbelags. Zuletzt wurden die Fahrzeugrückhaltesysteme auf dem Bauwerk und den Dämmen montiert sowie die Fahrbahnmarkierung aufgebracht.  (Marco Weber)
 

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