Bauen

Fertighäuser gibt es in verschiedenen Ausbaustufen. (Foto: BDF/Hanse Haus)

06.08.2019

Ein Fertighaus zum Mitbauen

Von A wie "Ausbauhaus" bis S wie "Schlüsselfertig"

Fertighäuser zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, dass der Bauherr alle Leistungen aus einer Hand bekommt. Doch auch Eigenleistungen des Bauherrn sind möglich. Welche Leistungen das sind, wird vor Baubeginn vertraglich festgelegt. Ebenso ein Festpreis und ein fixer Übergabetermin des Hauses, sodass der Bauherr zu jeder Zeit höchste Planungssicherheit über seine Wohnsituation hat. „Eine schlüsselfertige Bauausführung ist der komfortable Weg zum Eigenheim, das Ausbauhaus ist die Alternative für handwerklich begabte Selbermacher“, fasst Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) die Möglichkeiten zusammen.

Wer sich für ein schlüsselfertiges Fertighaus entscheidet, braucht nach der Übergabe des Hauses nur noch einzuziehen. Sicherer und komfortabler geht es nicht – etwa vier von fünf Baufamilien entscheiden sich daher für diese Variante. „Sie verbringen nur so viel Zeit auf der Baustelle, wie sie möchten. Der Alltag mit der Familie und im Beruf läuft daneben wie gewohnt weiter“, so Windscheif mit Blick auf die Vorteile von schlüsselfertigen Fertighäusern.

Doch auch das Ausbauhaus kann von Vorteil sein: Vor allem wirkt sich die Übernahme von Eigenleistungen positiv auf die Baukosten aus. „Man spricht hierbei auch von der ‚Muskelhypothek‘, weil weniger Bauleistungen des Hausherstellers finanziert werden müssen“, so der Fertighaus-Experte. Wichtig sei, dass der Bauherr seine handwerklichen Fähigkeiten nicht überschätzt, damit die angestrebte Kostenersparnis nicht zum Bumerang wird und letztendlich sogar höhere Ausgaben entstehen. Und auch der persönliche Zeitplan sollte zum Ausbauhaus-Konzept passen, damit sich der Umzug nicht verschiebt.

Am besten sind Eigenleistungen bei Fertighäusern im Bereich des Innenausbaus möglich. Zum Beispiel kann der Bauherr Malerarbeiten oder das Verlegen von Bodenbelägen selbst verrichten. Besonders erfahrene Heimwerker können sogar Estrich- und Spachtelarbeiten sowie je nach Expertise auch die Installation der Heizung und der Lüftungsanlage selbst vornehmen. Wer dabei die Hilfe von Freunden oder Familienmitgliedern in Anspruch nimmt, sollte daran denken, dass Bauhelfer bei der zuständigen Baugenossenschaft gemeldet werden müssen und gegen Unfälle versichert werden sollten. Die Ausbaumaterialien werden auf Wunsch vom Haushersteller geliefert. Ein Ausbauberater hilft bei Unklarheiten.

Gemeinsam haben alle Fertighäuser unterschiedlicher Ausbaustufen, dass der Rohbau bereits nach zwei Werktagen steht. Sie sind dann abschließbar und damit vor Wind und Wetter sowie fremdem Zutritt geschützt. Bis zur Fertigstellung eines schlüsselfertigen Hauses dauert es je nach individueller Hausausstattung noch rund drei Monate. So lange der Haushersteller Vertragsleistungen auf der Baustelle erbringt, ist das Mitbauen am Fertighaus in der Regel nicht möglich, um Unwägbarkeiten bei der Qualität des Hauses sowie der Gewährleistung zu vermeiden. „Ein beliebter Trick, um Bauzeit und anfängliche Kosten zu reduzieren, ist es, den Keller oder den Dachboden erst nach dem Einzug komplett auszubauen“, schließt Windscheif. (BSZ)

(Ein schlüsselfertiges Haus bietet von Anfang an den höchsten Komfort - Foto: BDF/Keitel Haus)

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