Bauen

Der Neubau des Strafjustizzentrums bietet Platz für rund 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 39 000 Quadratmetern. (Foto: Bernd Jaufmann Fotografie)

16.07.2026

Ein offenes, urbanes Gebäude

Das neue Strafjustizzentrum am Münchner Leonrodplatz ist fertig gestellt

Transparente Architektur, kurze Wege und hohe Sicherheit: Die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten sowie zwei Staatsanwaltschaften sind künftig zentral unter einem Dach am Leonrodplatz vereint. Ministerpräsident Markus Söder, Justizminister Georg Eisenreich, Bauminister Christian Bernreiter (alle CSU) und der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München Hans-Joachim Heßler eröffneten am 18. Mai das neue Strafjustizzentrum – geplant vom Münchner Büro Plan 2 Frick Krüger Nusser Fürbacher GmbH, Architekten/Generalplaner.

„Demokratie und Freiheit brauchen eine starke Justiz“, so der Ministerpräsident. Das neue Strafjustizzentrum ist laut Söder die größte Baumaßnahme in der Geschichte der bayerischen Justiz. „In Bayern gilt: Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf die Justiz verlassen. Seit Jahren liegen Gerichte bei Verfahrensdauer und Erledigungszahlen bundesweit an der Spitze und tragen so zu Rechtssicherheit und sozialem Frieden bei – auch bei neuen Kriminalitätsphänomenen wie Cyber-Crime und Hate Speech. 600 zusätzliche Stellen für Gerichte und Staatsanwaltschaften sind bereits entstanden, bis 2027 kommen weitere 150 Stellen insbesondere für den Justizvollzug hinzu“, erklärte Söder.

54 Sitzungssäle
und rund 850 Büros

Justizminister Eisenreich: „Heute ist ein großer Tag für die Justiz in München. Ich freue mich sehr, dass wir das neue Strafjustizzentrum einweihen können. Zentral gelegen und modern ausgestattet schafft das Gebäude beste Voraussetzungen für effiziente Abläufe, kurze Wege sowie eine transparente und starke Münchner Strafjustiz.“

Der Neubau bietet Platz für rund 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 39 000 Quadratmetern. Es gibt 54 Sitzungssäle und rund 850 Büros. Wie bereits kurz erwähnt ziehen die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten und zwei Staatsanwaltschaften von sieben Münchner Standorten zentral an den Leonrodplatz: das Amtsgericht München, die Landgerichte München I und II, das Oberlandesgericht München und die Staatsanwaltschaften München I und II. Ihnen stehen Büros mit moderner IT-Ausstattung zur Verfügung. Die Möbelstücke wurden größtenteils in den Justizvollzugsanstalten München und Amberg gefertigt.

Der Neubau ist um drei Innenhöfe angeordnet, darunter der öffentlich zugängliche Justizgarten. Herzstück des Strafjustizzentrums sind 54 öffentliche Sitzungssäle mit moderner Infrastruktur. Mit dem etwa 280 Quadratmeter großen Schwurgerichtssaal verfügt das neue Strafjustizzentrum über einen der größten Sitzungssäle in Deutschland – für besonders öffentlichkeitswirksame Verhandlungen.

1500 Lkw-Fahrten
für den Umzug

Das Gebäude ist barrierefrei und in passivhausähnlichem Standard gebaut. Die Grundtemperierung und Gebäudekühlung erfolgen über Grundwasser und Bauteilaktivierung. Im nördlichen Gebäudeteil wurde eine Photovoltaikanlage installiert.

Das neue Strafjustizzentrum wurde am 30. April 2026 an die Justiz übergeben. Bauminister Christian Bernreiter: „Das neue Strafjustizzentrum ist ein Flaggschiff des staatlichen Hochbaus. Schon während der Bauphase beeindruckten seine Dimensionen: Aneinandergereiht hätten allein die Betonmischer eine Länge von rund 90 Kilometern gebildet – ungefähr die Entfernung von München nach Garmisch-Partenkirchen. Und doch ist aus dieser gewaltigen Baumasse ein offenes, urbanes Gebäude entstanden. Durch gezielte Durchlässigkeit, lebendige Innenhöfe und ein bewusstes Pflanzkonzept schaffen wir neue Aufenthaltsqualität. Entstanden ist ein leistungsfähiges, nachhaltiges und sicheres Gebäude, das den Ansprüchen einer modernen Justiz gerecht wird.“

Die Umzüge der Büros der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden – beginnend mit den Räumen der Staatsanwaltschaft München II in der Arnulfstraße – für die einzelnen Standorte etappenweise seit der zweiten Juniwoche jeweils in wenigen Tagen bis maximal eine Woche durchgeführt. Der Umzug hat ein Volumen von etwa 300 000 Umzugskartons. Rund 1500 Lkw-Fahrten sind hierfür erforderlich.

Eine eigens eingerichtete „Koordinierungsstelle Übergangsbetrieb“ sorgt dafür, dass die unabdingbaren und unaufschiebbaren Geschäftsaufgaben der Gerichte und Staatsanwaltschaften auch während des Umzugs wahrgenommen werden und die Münchner Strafjustiz stets erreichbar bleibt. Die ersten Sitzungen sollen dann ab Juli dieses Jahres stattfinden.

Der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München Hans-Joachim Heßler: „Das neue Strafjustizzentrum ist ein sichtbares Zeichen für unseren modernen und starken Rechtsstaat. Die Justiz wird hier als verlässliche Garantin für Recht, Freiheit und Demokratie in München erlebbar.“ (BSZ)
 

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