Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne), Kulturreferent Marek Wiechers, Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer und Museumsdirektion Sabine Rinberger haben am 10. Juli 2026 das Valentin-Karlstadt-Musäum im Münchner Isartor nach seiner zweijährigen Brandschutzsanierung offiziell wiedereröffnet.
Die umfangreichen Brandschutzmaßnahmen für einen sicheren Museumsbetrieb hat das Baureferat von Dezember 2024 bis März 2026 umgesetzt. Auch die Gebäudetechnik hat ein nachhaltiges Update erfahren. Die Geschossdecken sind nun feuerbeständiger, die Treppentürme als Fluchtwege durch Sicherheitsglas und Brandschutztüren von den Ausstellungsräumen abgetrennt. Eine neue Brandmeldeanlage und die neue Sicherheitsbeleuchtung sind ebenfalls Teil des verbesserten Brandschutzes.
Neue Elektroleitungen, eine neue Beleuchtung und der Tausch der alten, ineffizienten Nachtspeicheröfen gegen einen Anschluss ans Fernwärmenetz (samt erneuerter Heizungsanlage) machen das Isartor bereit für einen weiteren Lebensabschnitt. Mithilfe dieser baulichen Maßnahmen bleibt es als lebendiges Stück Stadtgeschichte weiterhin gut und sicher erleb- und betreibbar.
Die Reaktivierung von Bestandsgebäuden mit historischer Bausubstanz in innerstädtischen Lagen ist nicht nur städtebaulich sinnvoll; sie bietet allen Beteiligten die Möglichkeit, neben einer neuen Nutzung auch gestalterisch etwas Neues zu schaffen, was sonst in Zentrumsnähe schnell an mangelnden Flächen scheitert. Was mit einer Nutzungsänderung von historischen Gebäuden immer einhergeht, ist die notwendige bauordnungsrechtliche Zustimmung. Und in diesem Zusammenhang spielt der Brandschutz eine wichtige Rolle. Architekten und Planern ist es dabei meist sehr wichtig, keine Einschränkung bei der Nutzung der Räumlichkeiten hinnehmen zu müssen.
Das Erscheinungsbild wenig beeinträchtigen
Die Ausführenden sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, einerseits das historische Erscheinungsbild des Gebäudes möglichst wenig zu beeinträchtigen, andererseits aber die strengen Vorgaben des gesetzlich geforderten Brandschutzes einzuhalten. Herkömmliche Brandabschottungen wie Brandschutztore können oftmals nur einen dieser Aspekte hinreichend bedienen. Sie erfüllen zwar ihre Funktion zur Brandabschottung, benötigen allerdings sehr viel Platz und sind in engen historischen Bauten nicht selten überhaupt nicht unterzubringen.
Hierbei ist wichtig anzumerken, dass es alternative Konzepte gibt, die beide Aspekte miteinander in Einklang bringen können. Textiler Brandschutz ist hier an erster Stelle zu nennen und stellt eine attraktive Alternative zu konventioneller Brandabschottung dar.
Die offene Bauweise von textilem Brandschutz und die optisch ansprechenden Lösungen bieten Architekten viel Gestaltungsfreiheit und sind dabei stets mit den Bestimmungen des gesetzlich geforderten Brandschutzes konform.
In historischen Gebäuden treten die Vorteile von textilen Systemen gegenüber klassischen Abschottungen wie Brandschutztüren besonders hervor. Textiler Brandschutz lässt sich nahezu unsichtbar in Gebäuden integrieren, da der Vorhang im Normalbetrieb in einem kompakten Gehäuse aufgerollt ist und nur bei Auslösung durch Brand oder Rauch ausfährt und die Durchgangsöffnung abschottet.
Die Vorhangsysteme aus textilem Glasfasergewebe sind raumabschließend und weisen einen Widerstand gegen Feuer und/oder Rauch auf. Der geringe Platzbedarf dieser Systeme in geschlossenem Zustand macht sie flexibel einsetzbar, speziell in Umgebungen, die aufgrund historischer Bausubstanz nicht auf die Installation von Brandschutztoren mit hohem Platzbedarf ausgelegt sind. Besonders in historischen Gebäuden ist textiler Brandschutz aus diesen Gründen im Vergleich zu Brandschutztoren in den meisten Fällen die attraktivere Variante.
Die Planung und der Einbau solcher Systeme erfordern allerdings eine fachkundige Hand. Architekten sollten daher auf die Kompetenz von zertifizierten Errichtern setzen. Im Idealfall erfolgen der Einbau und die Inbetriebnahme direkt durch den Hersteller des Systems. Genau diese Kombination aus fachlicher und praktischer Kompetenz bietet Simon PROtec mit Hauptsitz in Passau. Seit nunmehr 25 Jahren stellt Simon PROtec Rauch- und Feuerschutzvorhänge her und nimmt innerhalb Deutschlands auch Installation, Inbetriebnahme und Wartung der Systeme vor.
Ein bekanntes denkmalgeschütztes Gebäude, das Simon PROtec erfolgreich mit einem textilen Brandschutzkonzept ausgestattet hat, ist das Isartor in München, das auch das Valentin-Karlstadt-Musäum beherbergt. Das Passauer Unternehmen erhielt den Auftrag, ein modernes Brandschutzkonzept in Form eines Feuerschutzvorhangs in das alte Gemäuer zu integrieren. Zentrales Problem bei diesem Projekt waren die Installation und Inbetriebnahme des Systems, die auf engstem Raum vorgenommen werden mussten. Die Servicetechniker installierten einen Feuerschutzvorhang der Schutzklasse EI 30+ mit Sonderlackierung.
Installation im Turm war eine Herausforderung
Besonders schwierig gestalteten sich dabei der Transport sowie die Installation des Vorhangs im engen Turmgebäude. Beides konnte durch das geschulte Serviceteam ohne Probleme gemeistert werden. Simon PROtec konnte in den letzten Jahren mehrfach unter Beweis stellen, dass sich moderner Brandschutz problemlos in historische Bausubstanz integrieren lässt, wenn die Konzeption und die Installation gut koordiniert sind, so wie es bei diesem Projekt der Fall war.
Fazit: In denkmalgeschützten Gebäuden ist die Integration eines textilen Brandschutzes ein besonders heikles Thema, das einer genauen Abstimmung mit den Anforderungen des Brandschutzes und den Gegebenheiten vor Ort bedarf. Wenn Architekten, Brandschutzplaner und die ausführende Firma von Anfang an zusammen an einer geeigneten Lösung arbeiten, schränkt der vorbeugende Brandschutz weder Nutzung noch Ästhetik eines Gebäudes ein. (BSZ)
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