Bauen

Rund 19 Millionen Euro wurden in die Generalsanierung des Zwieseler Gymnasiums investiert. (Foto: Gebäudemanagement Landratsamt Regen)

27.08.2026

Eine Schule mit Geschichte

Zwiesel: Neun Jahre lang wurde das älteste Gymnasium im Bayerischen Wald saniert

Nach rund neun Jahren Bauzeit ist die Generalsanierung des Gymnasiums Zwiesel, die bei laufendem Schulbetrieb erfolgte, abgeschlossen. „Das Schulhaus zu sanieren und auf den neuesten Stand zu bringen, war nur in mehreren Bauabschnitten möglich“, erklärte Regens Landrat Ronny Raith (CSU) bei der feierlichen Inbetriebnahme. Daraus resultiere, so der Landrat, die lange Bauzeit. Wobei die Bauzeit auch einen positiven Nebeneffekt hatte: Die finanzielle Belastung war für den Landkreis so einfacher zu schultern. Zudem musste kein Ausweichquartier für die Schule gesucht werden, da im Bestand gearbeitet werden konnte.

Zahlreiche Erweiterungen

„Stück für Stück veränderte sich das Gesicht der Schule“, sagte Raith. Ein weiterer positiver Nebeneffekt war, dass die Belastungen für Schüler und Lehrer nicht zu groß waren. „Sie mussten sicher einiges aushalten, aber der Unterrichtsbetrieb war immer möglich“, fügte er hinzu. Ein Blick in die Geschichte der Schule zeigt, dass Bauarbeiten und Erweiterungen nicht selten waren, denn das erste Gymnasium im Bayerischen Wald hat sich immer weiterentwickelt.

Bereits in den 1930er-Jahren forderten die Bewohner des Bayerischen Waldes eine weiterführende Schule. Im Jahr 1951 sicherte das Kultusministerium die Übernahme der laufenden Kosten und die Stadt Zwiesel übernahm die Kosten der Erstausstattung. Im Februar 1953 war der erste Bauabschnitt fertiggestellt, und der Schulbetrieb konnte in einem neuen Gebäude beginnen. 1955 wurde der zweite Bauabschnitt fertiggestellt.

1956 forderte der Elternbeirat die Erweiterung der Schule um eine Oberstufe. Nachdem die Schulleitung und der Stadtrat das Anliegen unterstützten, wurde aus dem Wunsch Realität. Im September 1957 startete der Betrieb der Oberrealschule (heute Gymnasium). 1959 konnte die Turnhalle in Betrieb genommen werden und ein Jahr später war auch der notwendige Erweiterungsbau bezugsfähig. 1968 beschloss der Stadtrat einen weiteren Anbau, der 1971 bezogen wurde. Ein Jahr später ging die Sachträgerschaft an den Landkreis Regen über. 1996 wurde der Anbau für die Kollegstufe eingeweiht und der Erweiterungsbau Süd wurde errichtet.

„Danach herrschte zumindest bautechnisch Stillstand“, erinnert sich Regens Landrat, der im selben Jahr seine Abiturprüfungen am Gymnasium Zwiesel ablegte. Raith selbst verlor den Kontakt zur Schule nie. Als Kreisrat setzte er sich in den Jahren 2015 bis 2017 für eine Sanierung und Erweiterung des Gymnasiums ein.

Im Juli 2017 begann der Hochbau. Es folgten die Erweiterung der Mensa und die Aufstockung Süd (2017/18), die Aufstockung des Altbaus (2018/19), die Generalsanierung des Altbaus im Abschnitt A und B (2019/20) und im Bauteil C. Im September 2023 waren dann die Innenarbeiten soweit abgeschlossen, dass der Schulbetrieb nicht mehr eingeschränkt war. 

Dennoch waren die Maßnahmen an der Schule und drumherum, so Raith, noch nicht beendet, denn 2020 konnte ein angrenzendes Firmengrundstück erworben werden. So startete im Juni 2023 der Bau der neuen Außenanlagen. „Dies war ein Glücksfall für uns“, so der Landrat. Eigentlich gab es keine Entwicklungsmöglichkeiten, und vor allem der Raum um die Schule herum war beengt. „Nun konnten wir auch ansehnliche Außenanlagen schaffen, sodass sich Schüler wie Lehrer wohlfühlen“, erklärte Raith. Vor allem den Bewegungsbedürfnissen der jüngeren Schüler konnte hier Rechnung getragen werden. Aber auch Unterrichtsmöglichkeiten im Freien entstanden.

Investitionssumme:
Rund 19 Millionen Euro

„Wir können nun feststellen, dass die Baumaßnahme mit Erweiterung, Umbau sowie die energetische Generalsanierung des Gymnasiums Zwiesel abgeschlossen ist“, freute sich Raith und ergänzte: „Insgesamt umfasst die Maßnahme 144 verschiedene Gewerke, die Bauherrenvertretung wurde durch das SG 16 Gebäudemanagement – Kreiseigener Hochbau umgesetzt.“
Bei der offiziellen Feststellung der Baufertigstellung blickte er auch auf die Kosten zurück. Rechnete man 2015 noch mit Baukosten von knapp 14 Millionen Euro, wurden am Ende rund 19 Millionen Euro in die Schule investiert, so der Landrat. Wobei es eine Förderung von rund 6,4 Millionen Euro gab.

Am Gymnasium in Zwiesel werden rund 600 Schülerinnen und Schüler in neun Jahrgangsstufen von rund 50 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. „Wir haben dabei nicht nur Raum für den Unterricht geschaffen, sondern auch die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert“, versicherte Raith und betonte, dass bei den Bauarbeiten auch eine moderne Infrastruktur geschaffen wurde.

„Wir sind auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vorbereitet und haben die Schule auf den neuesten Stand gebracht“, betonte Raith und wies auf die „hervorragende technische Ausstattung hin“. Grundsätzlich wolle man einen hochwertigen Lehrbetrieb ermöglichen, dazu gehöre neben der gebäudlichen aber auch die technische Ausstattung. Die Klassenzimmer sind jetzt mit modernster Technik ausgestattet. „Dennoch soll die Schule nicht nur ein Lernort sein, sie soll auch ein Ort sein, an dem sich Schüler wie Lehrer wohlfühlen“, betonte der Landrat.

„Aus meiner Sicht“, so Raith, „ist das Gymnasium in Zwiesel nicht nur das älteste, sondern auch das modernste Gymnasium im Bayerischen Wald.“ (Heiko Langer)
 

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