Bauen

Das neue Verwaltungsgebäude hat eine helle Klinkerfassade. (Foto: Kreisabfallwirtschaftsbetrieb)

22.10.2019

Energieautarke Abfallwirtschaft

Leipheim: Verwaltungsgebäude, Wertstoffzentrum und Möbellager auf neuem Areal

Mit Inbetriebnahme des neuen Wertstoffzentrums Leipheim in direkter Nachbarschaft zum 2017 errichteten Verwaltungsgebäude hat der Landkreis Günzburg sein abfallwirtschaftliches Vorzeigeprojekt in der Region abgeschlossen. Das Verwaltungsgebäude des landkreiseigenen Kreisabfallwirtschaftsbetriebs (KAW) und das benachbarte Wertstoffzentrum mit dem Teilbereich des Caritas-Möbellagers werden völlig autark mit Solarenergie betrieben.

Eine vollflächige 364 kWp Photovoltaikanlage auf dem Dach des Wertstoffhofbereichs in Verbindung mit einem 165 kWp Batteriespeicher sichern ganzjährig die elektrische Versorgung des gesamten Geländes. Eine Grundwasserwärmepumpe im Verwaltungsbereich und eine Luft-Wärme-Pumpe im Nebengebäude sorgen für klimaneutrale Wärme; eine Ladestation für betriebseigene Elektrofahrzeuge ergänzt das nachhaltige Gesamtprojekt.

Schon das 2017 bezogene Verwaltungsgebäude setzte Maßstäbe für einen Verwaltungsbau. Eine helle Klinkerfassade, optisch aufgewertet durch farblich abgestimmte asymmetrische Betonfertigteile an den großflächigen Glasfronten, Sichtbeton im Innern und begrünte Dachterrassen kennzeichnen die moderne Architektur. Im Innern des zweigeschossigen Gebäudes mit einer Nutzfläche von 770 Quadratmetern dominieren die Logo-Farben des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs in kräftigem Rot, Grün und Anthrazit. Helle Möbelfronten und die Möblierung in Wildeiche ergänzen sich in den einzelnen Arbeitstrakten zu einem stimmigen Gesamtbild.

Besonderer Wert wurde auf den Eingangsbereich mit großzügiger Empfangstheke und eingebautem Meeting Point gelegt. Kunden können in dieser Raum-in-Raum-Lösung individuell beraten werden. Der großzügige Aufenthaltsraum mit integrierter Küchenzeile und Lounge-Ecke sorgt für entspannte Pausenzeiten. Eine überdachte Außenterrasse mit Blick auf den Naturteich und die angelegte Streuobst- und Wildblumenwiese tragen zum weiteren Wohlbefinden bei.

30 Arbeitsplätze wurden am neuen Standort Leipheim geschaffen. Alle ausgestattet mit höhenverstellbaren Schreibtischen, sensorgesteuerter Arbeitsplatzbeleuchtung und zentralem Technikelement, um Kabelwirrwarr zu verhindern. Durchgehende Glasfronten auch im Innern lassen die Räumlichkeiten bereits von außen transparent wirken und sorgen für viel Helligkeit und Tageslicht. Hochfloriger Teppichboden, Filz-elemente an der Möblierung und Schallschutzelemente im Deckenbereich ermöglichen auch in den Großraumbüros eine angenehme Akustik. Heiz- und Kühldeckensysteme sorgen für ein behagliches Klima. Heizen im Winter und Kühlen im Sommer haben sich bestens bewährt; lautlos, gleichmäßig und ohne jegliche Zugluft. Zwei Besprechungsräume in unterschiedlicher Größe bieten mit ihrer modernen Medientechnik Platz für größere Runden und kleinere Meetings.

Das auf dem Gelände im Mai 2019 eröffnete Wertstoffzentrum wurde nach den neuesten Erkenntnissen der Abfallwirtschaft errichtet. Großflächig, kunden- und mitarbeiterorientiert bietet es auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern Abgabemöglichkeiten für 26 verschiedene Wertstoff- und Abfallfraktionen. Pflanzliche Abfälle und Altholz können in Beton-Blockstein-Boxen ebenerdig angeliefert und abgeladen werden. Im höhergelegten, über Rampe anfahrbaren 2000 Quadratmeter großen überdachten Annahmebereich können Abfälle bequem, witterungsgeschützt und barrierefrei in tiefergelegten Behältern entsorgt werden. Breite Laufstege zwischen den Containern ermöglichen eine gleichmäßige und parallele Befüllung.

Zwei Park-/Entladespuren und eine mittige Fahrspur auf einer Länge von 70 Metern sorgen für eine zügige Abwicklung. Kundentoiletten und das Angebot der „Büchertauschbörse“ runden das Angebot ab. Für die Mitarbeiter stehen modern ausgestattete Büro- und Sozialräume zur Verfügung. Die Farbgebung des Verwaltungsgebäudes wurde auch im Nachbargebäude übernommen; sattes Grün und kräftiges Anthrazit dominieren hier ebenfalls; das Gebäudeinnere erstrahlt auch nachts in dezentem (LED-)Grün.

Die Befestigung des Geländes wurde ausgelegt auf höchste Beanspruchungen, die speziell beim Rangieren von Kunden- und Entsorgerfahrzeugen entstehen. Daher wurde für die Fahrbereiche Betonpflaster in winkelförmiger Geometrie gewählt, das aufgrund seiner hohen Verbundwirkung auch in Zukunft Verschiebungen und Belagsschäden verhindert. Containerabstellflächen wurden betoniert; Lagerbereiche mit Radlader-verkehr asphaltiert.

Betonpflaster
für die Fahrbereiche

Zur Versickerung von Oberflächenwasser wurden auf dem gesamten Gelände mehrere Rigolensysteme mit einem Speichervolumen von 410 Kubikmetern verbaut. Das mehrlagige, modular aufgebaute Versickerungs- und Rückhaltesystem ist auch bei geringer Überdeckung mit Schwerlastverkehr befahrbar. Zwei bedarfsgerechte Regenwasserzisternen zur Brauchwassernutzung komplettieren die aufwendige Wasserhaltung.

Der Wertstoffhofbereich wird ergänzt durch einen dreiteiligen Garagenanbau mit Waschplatz und Ölabscheider an der Ostseite und einer Lagerhalle im westlichen Bereich zu einem 100 Meter langen Gebäudekomplex.
Der speziell für die Bedürfnisse des Caritasverbands Günzburg/Neu-Ulm errichtete Anbau bietet auf zwei Geschossen 600 Quadratmeter Ausstellungs- und Verkaufsfläche für Gebrauchtartikel, vornehmlich Möbel und Elektrogeräte. Verkaufstheke, Werkstatt- und Bürobereich im Erdgeschoss sowie Sozialräume im Obergeschoss bieten beste Arbeitsbedingungen.

KAW-Wertstoffzentrum und Caritas-Möbellager ergänzen sich bestens. Kunden des Wertstoffzentrums können gut erhaltene Gegenstände direkt bei der Caritas abgeben; Wiederverwertung und Wiederverwendung als oberste Ziele des Kreislaufwirtschaftsgesetzes werden auf dem Gelände vorbildlich umgesetzt. Der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Günzburg ist mit seinen neuen Investitionen bestens für die Zukunft gerüstet. (BSZ)

(Das neue Wertstoffzentrum - Foto: Kreisabfallwirtschaftsbetrieb)

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