Bauen

Jean Molitor, Kaija Voss, Bauhaus – Eine fotografische Weltreise, be.bra Verlag, Berlin, 240 Seiten, 46 Euro.

17.04.2019

Fotografische Weltreise

Das Bauhaus als internationale Erfolgsgeschichte

Eine Idee feiert ihren 100. Geburtstag. Am 12. April 1919 wurde in Weimar vom Architekten Walter Gropius das „Staatliche Bauhaus“ gegründet, eine bahnbrechende Schule der Moderne, die bis heute Architektur, Design und Kunst in aller Welt prägt. Dabei war dem Bauhaus an sich kein langes Leben beschieden. Nach dem Umzug nach Dessau (1925) und schließlich nach Berlin (1933) zwangen politischer Druck der Nationalsozialisten und Geldnot die Kunstschule nach nur 14 Jahren zur Aufgabe. Doch der Keim war gesät und die Bauhausideen beeinflussten die Entwicklung der modernen Architektur nicht nur in Deutschland, sondern auch weit über die Landesgrenzen hinaus.

Der Grundgedanke des Bauhauses war die Abkehr vom Historismus sowie die Entwicklung einer neuen Formensprache. Durch die Rückbesinnung auf handwerkliche Traditionen sollte sich die Architektur mit den anderen Künsten zu einem Gesamtkunstwerk verbinden und vorbildliche Gegenstände und Gebäude für eine humanere Gesellschaft schaffen. Die Welt sollte neu gedacht werden; Sachlichkeit, Funktionalität und von der Industrie geprägte Ästhetik standen im Mittelpunkt, „form follows function“ wurde zur Maxime.

Unter verschiedenen Begriffen wie Neues Bauen, Neue Sachlichkeit oder klassische Moderne verbreitete sich der Bauhausgedanke rund um den Globus und hinterließ überall auf der Welt seine steingewordenen Spuren, von Breslau bis Burundi, von Hamburg bis Havanna, von Israel bis Indonesien.

Ein Muss für
jeden Architekturfan

Der bauhausbegeisterte Fotograf Jean Molitor reist seit knapp einem Jahrzehnt quer durch alle Kontinente, um den Einfluss der Weimarer Ideenschmiede auf die moderne Architektur zu dokumentieren. In dem sehr ansprechend gestalteten Band Bauhaus – Eine fotografische Weltreise sind über 130 seiner Schwarz-Weiß-Aufnahmen in langen Bildstrecken zusammengefasst: Alltägliche Bauten wie Wohnanlagen, Fabriken, Kinos, Banken, Kirchen, Krankenhäuser, Schulen oder Tankstellen – darunter architektonische Glanzstücke, aber auch weitgehend Unbekanntes – demonstrieren die weltweiten Entwicklungslinien.

Damit ist ein beeindruckendes Fotoarchiv entstanden, das so manches mittlerweile vom Abriss oder Verfall bedrohte Gebäude vor dem Vergessen bewahrt. Fachlich unterfüttert wird das Buch mit fundierten, ausführlichen Beiträgen (deutsch/englisch) der Architekturhistorikerin, freien Journalistin und Buchautorin Kaija Voss. Sie bindet die Weimarer Kunstschule in ihren historischen Kontext ein, bietet einen Überblick über die wichtigsten Architekturströmungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zeigt das Bauhaus als weltweiten, dynamischen Prozess, der bis heute anhält.

Ein beachtlicher Band ist so entstanden, der im Bücherschrank eines jeden Architekturfans stehen sollte.(Monika Judä)

 

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