Bauen

Der Neubau für das Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS in Garching. (Foto: Fraunhofer IKS, Carlo Schindlbeck)

09.06.2026

Fusion von Tradition und Innovation

Neubau des Institutsgebäudes Kognitive Systeme IKS der Fraunhofer Gesellschaft in Garching

Der Fraunhofer-Campus im Forschungszentrum Garching bei München wächst weiter wie geplant: Anfang Mai dieses Jahres haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Kognitive Systeme IKS ihr neues Gebäude an der Lichtenbergstraße bezogen. Damit hat sich jetzt bereits das dritte Fraunhofer-Institut im Norden von München angesiedelt, nach dem Fraunhofer IGCV im Jahr 2021 und dem Fraunhofer AISEC 2019.

Das Institutsgebäude des Fraunhofer IKS setzt zweifellos ein neues architektonisches Highlight in unmittelbarer Nachbarschaft von Einrichtungen der Technischen Universität München (TUM), von Siemens und SAP. Die Fassadengestaltung ist dem Erscheinungsbild einer leichten und lichtdurchlässigen Hülle mit großzügigen Fensterflächen verpflichtet. Durch eine fein strukturierte Oberfläche erhält die Fassade eine dreidimensionale Wirkung, die den Baukörper optisch auflockert und ihm ein variables Aussehen verleiht. Der Sonnenschutz an der Fassade steuert den Lichteinfall und sorgt für ein optimales, energieeffizientes Raumklima im Inneren, ohne den Sichtkontakt nach außen komplett zu unterbrechen.

Das Innere des Gebäudes dominiert eine bewusst großzügig gestaltete Wendeltreppe, die mit Holzlamellen verkleidet ist. Sie verbindet die erste mit der dritten Etage. Und nicht nur das: Sie stellt auch eine Sichtbeziehung her zur Lichtkuppel. Diese sorgt für Helligkeit in der Mitte des Gebäudes, die zusammen mit der Wendeltreppe eine luftige und offene Atmosphäre schafft. Wie um dieser Nachdruck zu verleihen, führt eine Treppe vom Erdgeschoss in den ersten Stock, die an der Seite eines Stufenforums mit Sitzgelegenheiten für interne Versammlungen angelegt ist.

Die naturnahen Materialien im Innenraum sind gezielt ausgewählt, um diesen Eindruck zu unterstreichen: Holz, Mineralfarben für Anstriche, anthrazitfarbener Estrich sowie naturgrauer Sichtbeton. Sie symbolisieren die Tradition, die nach einem fließenden Übergang quasi mit der Innovation fusioniert.

Photovoltaik
auf dem Dach

„Mit unserer Forschung an Safe Intelligence schenken wir den Menschen die Freiheit, Fortschritt ohne Angst nutzen zu können. Für diese Freiheit, für Offenheit und Innovation steht auch unser neues Gebäude mit seiner gleichzeitigen warmen Geborgenheit“, sagt Professor Mario Trapp, Institutsleiter des Fraunhofer IKS. „Also genau für das, wofür meine mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen jeden Tag zur Arbeit gehen.“

Ohne Nachhaltigkeit indes bleibt Innovation auf halber Strecke stehen. Deshalb sorgt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach für die eigene Stromversorgung. Die Heizung ist an das Garchinger Fernwärmenetz angeschlossen und wird zusätzlich durch die Wärmerückgewinnung aus den Serverräumen unterstützt. Und ein eigener Brunnen kühlt das Gebäude im Sommer.

Die Kosten für Bau und Erstausstattung belaufen sich auf 44,6 Millionen Euro und werden zu je 50 Prozent vom Freistaat Bayern und vom Bund übernommen.

Der Entwurf des Gebäudes stammt vom Architekturbüro Telluride, die Freianlagen haben die Landschaftsarchitekten von Luska Freiraum geplant.

Der Institutsneubau umfasst eine Nutzfläche von insgesamt 5230 Quadratmetern, die auf vier Geschosse verteilt sind. Die Arbeitsflächen von insgesamt 3155 Quadratmetern befinden sich in den Etagen eins bis drei. Zurzeit sind 150 feste und 40 flexible Arbeitsplätze eingerichtet. Insgesamt sind bis zu 259 Arbeitsplätze möglich, sodass genügend Raum für ein künftiges Wachstum des Fraunhofer IKS zur Verfügung steht.

Wer in einer besonders ruhigen Umgebung arbeiten möchte, findet im 3. Stockwerk einen abgeschlossenen Bereich, der genau dafür vorgesehen ist. Auch der Lese- und Bibliotheksbereich steht für diesen Zweck bereit. Auf jedem Stockwerk bieten vier Telefon-Boxen die Möglichkeit, ungestört zu telefonieren.

Auch die Arbeit in der Gruppe wird von der Innenausstattung des Gebäudes gefördert. Auf allen drei Etagen sind Work Zones mit Arbeitsplätzen für Projektgruppen-Treffen und Ähnliches vorgesehen. Daneben gibt es auf jeder Etage Besprechungsboxen für kleinere Meetings und über das Gebäude verteilt mehrere Bereiche für die spontane Zusammenarbeit in kleineren Gruppen. Verschiedene große und kleine Besprechungsräume bieten Platz für interne Besprechungen.

Das Erdgeschoss ist für die Arbeit mit Kunden und Partnern reserviert. Konferenzen, Vorträge und Tagungen mit einer Teilnehmerzahl von bis zu 180 Personen finden im teilbaren Veranstaltungssaal statt, der mit einer großen LED-Wand ausgestattet ist. Für Projektarbeiten einschließlich Tests und Simulationen steht das Living Lab mit 200 Quadratmetern zur Verfügung. Dort vermitteln Exponate außerdem einen praktischen und anschaulichen Eindruck in die Forschungsarbeit.

Im Außenbereich stehen teils überdachte Arbeitsplätze mit WLAN-Zugang bereit. Daneben bietet die Terrasse Raum für informellen Kundenkontakt in entspannter Atmosphäre. Für das passende Ambiente sorgt ein Teich, der nahtlos anknüpft an die natürliche und ökologische Gestaltung des TUM-Außengeländes in der Nachbarschaft.

Diese Verbindung ist nicht nur nachbarschaftlich und ideell, sondern wird auch in der täglichen Forschungsarbeit sichtbar. Der Lehrstuhl von Mario Trapp an TUM School of Computation, Information and Technology ist nur wenige Gehminuten entfernt. Auch darüber hinaus versteht sich das Fraunhofer IKS in seinem neuen Gebäude als Anziehungspunkt für Kunden und Partner aus Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft, das den Spirit innovativer Forschung mit dem Qualitätsversprechen der Fraunhofer-Gesellschaft verbindet. (BSZ)
 

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