Bauen

Die runderneuerte Lechsporthalle in Landsberg. (Foto: Rolf Sturm)

24.07.2020

Großen Wert auf denkmalpflegerischen Aspekt gelegt

Sanierung der Lechsporthalle in Landsberg

Die Turnhalle der ehemaligen Oberrealschule, aufgelistet in den Kunstdenkmälern Bayerns, wurde um 1860 als Exerzierhaus auf dem sogenannten kleinen Exerzierplatz errichtet. 1905, nach Übergang in den Besitz der Stadt Landsberg, wurde das Gebäude als Turnhalle umgebaut. 1947 nahezu komplett abgebrannt und in vergrößerter Form 1949/1950 neu errichtet.

Seit diesem Zeitpunkt wurden die beiden Sporthallen von dem benachbarten Gymnasium und Vereinen genutzt. 2005 wurde im Westen eine Einfachhalle in zeitgemäßer Architektur angebaut. Nach Besitzübergang von der Stadt auf den Landkreis Landsberg diente das Gebäude 2015/2016 als Asylbewerberunterkunft.

Anschließend erfolgte die Beauftragung der schon länger anstehenden Sanierung. In diesem Zusammenhang wurde mit dem Bauherrn entschieden, den kompletten, ungenutzten Dachraum auszubauen. Durch die zentrale Lage sowie der unmittelbar daneben befindlichen Tiefgarage bietet sich die Nutzung durch die Schule, das Landratsamt und externen Veranstaltungen an. In engem Zusammenhang mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt konnten großflächige, westorientierte Dach- ( Fest- )Verglasungen genehmigt und eingebaut werden.

Bei der ganzen Sanierung lag ein Schwerpunkt auf dem denkmalpflegerischen Aspekt. Teilweise wurden alte Türen mit Zargen und Garderobenbänke wiederverwendet; das Farbkonzept nach Befunduntersuchung wieder aufgenommen. Die alten Fenster sind aufwendig restauriert worden. Im zweigeschossigen Teil wurden Umkleiden und Nebenräume nach heutigen Erfordernissen eingebaut.

Der alte Holz-Sportboden wurde erhalten und saniert

Die Sporthallen erhielten neue Prallwände und Geräte. Der alte Holz-Sportboden konnte erhalten und saniert werden. Ein neuer Aufzug erlaubt jetzt das barrierefreie Erschließen des „Highlights“ des Gebäudes, der Veranstaltungsraum für bis zu 200 Personen. Ein Foyer und WC-Bereich; eine Teeküche und eine einfache Bühne (hinter dem Mittelrisalit); eine Lüftungsanlage; lose Bestuhlung und Medientechnik erlauben eine multifunktionale und gesondert erschlossene Nutzung des Raums beziehungsweise Nebenraums.

Eine besondere konstruktive Herausforderung war die Ertüchtigung der Hallendecken. Etwa zwölf Meter lange und 60 Zentimeter hohe Stahlträger mussten kompliziert eingebaut werden. Um im Dachgeschoss einen stützenfreien Bereich zu erhalten wurden neue Stahlbinder eingebaut. Aus statischen Gründen mussten auch Holzbalkendecken durch STB-Decken ersetzt werden. Heizung, Sanitär und Elektro wurden komplett erneuert.

Vor allem in konstruktiver Hinsicht tauchten immer wieder Überraschungen auf, die trotz der eingehenden Voruntersuchungen nicht vorhersehbar waren. Der Außenputz wurde mit speziellen Materialien groß- und kleinflächig saniert. Die Dacheindeckung ist komplett neu. Hier wurde in Annäherung an die oft „geflickte“ Fläche und deren Lebendigkeit eine willkürliche Mischung aus drei verschiedenen Farbtönen verlegt. Da die bestehenden Gauben nicht zur Belichtung verwendet werden konnten, wurden sie auf der alten Konstruktion als sogenannte Scheingauben zur Gliederung der Dachfläche umgebaut.

Nach Baubeginn im Juni 2018 erfolgte die Fertigstellung im Februar 2020. Unmittelbar nach der Übergabe kam die Corona bedingte Sperrung der Schule. Der Sportbetrieb wird nun erst im September 2020 starten. Dennoch konnten die Flächen für die schriftlichen Abiturprüfungen und etliche Veranstaltungen des Landratsamts (mit großen Abständen) genutzt werden. (Burkhard Basner)

(Eine bsondere konstruktive Herausforderung war die Ertüchtigung der Hallendecke. Um im Dachgeschoss einen stützenfreien Bereich zu erhalten wurden neue Stahlbinder eingebaut - Fotos: Rolf Sturm)

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