Bauen

Platz 1 in der Alterskategorie II ging nach Bayern an das Modell "Arena Z". (Foto: BayIka-Bau)

29.06.2026

Grundstein für Ingenieurtalente legen

Schülerwettbewerb Junior.ING: Bayerischer Schüler baut das beste Arena-Modell Deutschlands

Die bayerischen Finalisten erzielten im deutschlandweiten Schülerwettbewerb Junior.ING das bislang beste bayerische Ergebnis – und das in beiden Alterskategorien. Zwei Viertklässlerinnen aus Niederbayern belegten den 3. Platz im Bundesfinale in der Alterskategorie I (bis 8. Klasse) und setzen sich damit gegen deutlich ältere Kinder durch. In der Alterskategorie II (ab 9. Klasse) ging sogar der 1. Platz nach Bayern.

Der Schülerwettbewerb Junior.ING wird jährlich von den Ingenieurekammern der Bundesländer durchgeführt. Die Aufgaben wechseln jährlich; dieses Jahr galt es, ein Arena-Dach zu planen und zu bauen. In zwei Alterskategorien treten die Kinder zunächst auf Landesebene gegeneinander an. Die Landessieger sichern sich das Ticket für das Bundesfinale in Berlin, wo sie sich mit den Gewinnerinnen und Gewinnern aus den anderen Bundesländern in den beiden Alterskategorien messen.

1975 Modelle 

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau schickte in diesem Wettbewerbsjahr Paul aus dem Landkreis Donauwörth mit seinem Modell „Arena Z“ sowie Emma und Elina (Grund- und Mittelschule Fürstenzell) aus dem Landkreis Passau mit der „Jägerwirth Arena“ ins Rennen. Paul (Gymnasium Donauwörth) setzte sich in der Alterskategorie II gegen alle Siegerteams der anderen Bundesländer durch und konnte als erster bayerischer Teilnehmer überhaupt das Bundesfinale gewinnen. Emma und Elina belegten Platz 3 in der Alterskategorie I – was ebenfalls das bislang beste bayerische Ergebnis in dieser Kategorie ist.

Insgesamt wurden 1975 Modelle von 5411 Kindern aus 489 Schulen für den Wettbewerb eingereicht. 42 705 Stunden Bauzeit haben die Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland investiert; teils während des Unterrichts, teils in ihrer Freizeit.

„Wir freuen uns riesig mit unseren bayerischen Gewinnern über den fantastischen Erfolg im Bundesfinale“, sagt Ulrich Scholz, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, der gleichzeitig auch den Vorsitz der bayerischen Jury innehatte und beim Bundesfinale in Berlin die Laudatio im Namen der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau hielt. „Das ist eine großartige Leistung. Die Konkurrenz war stark; wir haben jede Menge kreative und technisch hochwertige Modelle gesehen. Unser Wettbewerb zeigt: Wir haben viele junge Ingenieurtalente in Deutschland“.

Auch die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) freute sich mit den Siegern: „Herzlichen Glückwunsch an unsere bayerischen Gewinnerinnen und Gewinner im Bundesfinale. Angesichts der starken Konkurrenz und des extrem hohen Niveaus der eingereichten Modelle ist diese Platzierung eine herausragende Leistung. Unsere bayerischen Lehrkräfte fördern gezielt die Kreativität und den Entdeckergeist junger Menschen. Deshalb geht mein Dank auch an sie. Dieser bundesweite Erfolg beweist, dass wir im Freistaat den Grundstein für die Spitzenkräfte und Ingenieurtalente von morgen legen.“

Genau das ist das Ziel des von der Kultusministerkonferenz empfohlenen Schülerwettbewerbs: Kinder und Jugendliche motivieren, ihr Ingenieurtalent praktisch zu erproben und herauszufinden, ob ihnen der Beruf des Bauingenieurs/der Bauingenieurin liegen könnte. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau führt den Wettbewerb für die bayerischen Kinder und Jugendlichen seit 2018 durch.

Zu den beiden bayerischen Siegermodellen im Schuljahr 2025/2026 urteilte die Jury des Bundesfinals wie folgt. Pauls Modell „Arena Z“ überzeugte das Preisgericht durch ein äußerst effizientes Faltwerk, das die Steigung der Tribüne konsequent in die gesamte Formgebung des Bauwerks integriert. Die Konstruktion verbindet hohe Tragfähigkeit mit einer klaren und harmonischen Gestaltung. Besonders gelungen ist nach Ansicht der Jury das Zusammenspiel der Stabrichtungen in den Außenwänden und der Dachkonstruktion, wodurch ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

Gleichzeitig würdigte die Jury die Verbindung von konstruktiver Logik und architektonischer Wirkung. „Das dem Blattwerk nachempfundene Fächerwerk verleiht der Arena eine einladende und offene Ausstrahlung. Die Tragstruktur ist klar ablesbar und zugleich gestalterisch überzeugend umgesetzt“, so die Preisrichter.

Die „Jägerwirth Arena“ greift die Grundidee eines liegenden Speichenrads auf und setzt diese in eine eigenständige Tragwerkslösung um, so die Jury. Die Konstruktion wird von zwei umlaufenden polygonalen Druckstabzügen getragen, die gemeinsam die Funktion einer Felge übernehmen. Die Dachhaut wird durch die untere Lage der Speichen gestützt und erhält dadurch eine gleichmäßige Neigung zu den Außenkanten.

Das Preisgericht würdigte insbesondere die konsequente Umsetzung des gewählten Konstruktionsprinzips. „Die tragenden Elemente sind klar erkennbar und sinnvoll angeordnet. Darüber hinaus überzeugt das Modell durch den bewussten Einsatz recycelter Baumaterialien, die nachhaltig in die Konstruktion integriert wurden“, so das Urteil der Jury. (Friedrich H. Hettler)
 

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