Mit dem neuen Erweiterungsbau des Gymnasiums reagiert die Gemeinde Ismaning auf die gestiegenen Anforderungen durch die Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums (G9) und steigende Schülerzahlen. In enger Abstimmung mit dem Landkreis München entstand auf dem Schulcampus ein dreigeschossiger Neubau, der das bestehende Gebäude funktional wie architektonisch ergänzt und von einer vier- zu einer fünfzügigen Schule vergrößert.
Das Gymnasium ist seit 2016 in den kernsanierten Gebäuden des ehemaligen Bildungszentrums der Deutschen Telekom untergebracht. Für den zusätzlichen Raumbedarf wurde ein unmittelbar benachbartes früheres Tagungshotel abgebrochen und durch einen modernen Erweiterungsbau ersetzt. Mit der Baugenehmigung im April 2024 begann die Umsetzung des Projekts, das nach rund zweijähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Die Planung übernahmen die Architekturbüros Aichner Kazzer Architekten und MPRDO Mauz Pektor Architekten.
Der Erweiterungsbau umfasst 14 Klassenräume, zwei Lernflure sowie Sanitärbereiche. Grundlage ist das pädagogische Raumkonzept „Klassik Plus“, das größere Unterrichtsräume mit flexibel nutzbaren Flurbereichen verbindet. Diese schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Gruppenarbeit, individuelles Lernen und differenzierte Unterrichtsformen.
Nachhaltige Bauweise
Der Neubau besteht aus einem dreigeschossigen Baukörper mit abgestuftem Satteldach. Er ist über verglaste Stege mit dem Bestandsgebäude verbunden und teilweise unterkellert. Zwei massive Treppenhäuser erschließen die vier Ebenen. Das nordöstliche Treppenhaus wurde bereits so angelegt, dass es für den Fall von zusätzlichem Raumbedarf einen weiteren Bauabschnitt aufnehmen kann. Das gesamte Gebäude ist barrierefrei.
Besonderes Augenmerk lag auf einer nachhaltigen Bauweise. Der Erweiterungsbau entstand überwiegend in Holz-Beton-Verbundbauweise unter Verwendung von Fichtenholz. Tragende Brettsperrholzwände, Holzständerwände mit Massivholzstützen sowie Brettschichtholzträger prägen die Konstruktion. Vorgefertigte Holz-Beton-Verbunddecken ermöglichten eine effiziente Bauausführung. Die offene Holzfassade aus vorvergrautem Fichtenholz verleiht dem Gebäude ein charakteristisches Erscheinungsbild und fügt sich harmonisch in den Campus ein.
Großzügige Holz-Aluminium-Fenster sorgen für helle Unterrichtsräume. Vertikale Holzlamellen dienen zugleich dem Sonnenschutz und der Absturzsicherung. Beheizt wird das Gebäude per Fernwärme, mit Fußbodenheizung in den Klassenräumen. Eine Fußbodenkühlung sowie dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung tragen zu einem angenehmen Raumklima bei. Der Neubau erfüllt den Effizienzhausstandard EH 55 für Nichtwohngebäude und verfügt zudem über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.
Die neu entstandene Bruttogrundfläche beträgt 2096 Quadratmeter, die Nutzungsfläche 1079 Quadratmeter.
Großzügige Terrasse
Parallel zum Hochbau wurden unter der Federführung von Stautner + Schäf Landschaftsarchitekten und Stadtplaner die Außenanlagen umfassend neugestaltet. Südlich des Erweiterungsbaus entstand eine großzügige Terrasse mit Holzdeck, Sonnensegel sowie zahlreichen Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten.
Ergänzt wird das Angebot durch Freizeit- und Bewegungsflächen mit Tischkicker, Calisthenics-Anlage und Bolzplatz. Hinzukommt die Installation einer Teqballplatte: Diese Ballsportart kombiniert Elemente aus Fußball und Tischtennis. Aus Sicherheitsgründen in den Isarauen gefällte Bäume finden als Sitzstämme und Sitzkreis eine nachhaltige Nachnutzung auf dem Schulgelände.
Auf der Nordseite wurden zusätzliche Fahrrad- und Rollerstellplätze geschaffen sowie die fußläufige Erschließung des Schulgeländes verbessert. Bei der Freiflächengestaltung kamen klimaresistente Baumarten, heimische Sträucher und bienenfreundliche Staudenpflanzungen zum Einsatz. Materialwahl und Gestaltung orientieren sich bewusst am Bestandsgebäude und sorgen für ein einheitliches Gesamtbild des Schulcampus.
Der Landkreis München übernimmt nach Abzug der Fördermittel 70 Prozent der verbleibenden Kosten. Weitere Fördergelder kommen vom Freistaat und vom Bund.
Mit der geschaffenen Gebäudeergänzung verfügt das Gymnasium Ismaning nun über zusätzliche, zeitgemäße Lernräume, die moderne Pädagogik, nachhaltige Bauweise und hohe Aufenthaltsqualität miteinander verbinden. Der Gymnasialneubau schafft zugleich die Grundlage für die weitere Entwicklung des wichtigen Bildungs- und Schulstandorts in den kommenden Jahren. (BSZ)
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