Bauen

Arnold Drewer, Richtig dämmen, Stiftung Warentest, Berlin, 4., aktualisierte Auflage, 2026, 192 Seiten, 29,90 Euro. ISBN 978-3-7471-1045-4

02.09.2026

Keine Angst vor Schimmel und überbordenden Kosten

Ein kompakter Ratgeber der Stiftung Warentest zeigt, wie richtiges Dämmen geht

In Zeiten, in denen Energie- und Heizkosten nur den Weg nach oben kennen, denkt so mancher darüber nach, ob es sich nicht lohnen würde, sein Haus zu dämmen – zumindest ein bisschen, falls das Geld für den ganz großen Wurf nicht reicht. Aber in die Überlegungen mischen sich oft auch Zweifel. Schließlich hat jeder schon mal davon gehört, dass Wärmedämmung Schimmel erzeugen kann, Dämmstoffe umwelt- und gesundheitsschädlich sínd oder eine Fassadendämmung die Brandgefahr erhöht. Außerdem kosten Dämmmaßnahmen viel Geld: Lohnt sich das wirklich?

Ja, sagt Arnold Drewer, und setzt ein Ausrufezeichen dahinter: Dämmen lohnt sich! Selbst wenn man nur ein bisschen was macht. Drewer ist Experte im Bereich der Wärmedämmung, hat das Institut für preisoptimierte energetische Gebäudemodernisierung in Paderborn gegründet und schult deutschlandweit Energieberater. Für die Stiftung Warentest hat er das Buch Richtig dämmen. Bauherren-Ratgeber für Sanierung und Neubau geschrieben, das in diesem Jahr in der vierten, aktualisierten Auflage erschienen ist. Es richtet sich an Bauherren, die Rat und Unterstützung für Dämmmaßnahmen im Alt- oder Neubau suchen und auf den 192 Seiten auch finden.

Gleich zu Beginn räumt der Fachmann mit den Ängsten auf, die das Wort Wärmedämmung immer wieder auslöst. Fundiert erklärt er, warum man bei fachgerechter Dämmung weder Schimmel noch Schadstoffe fürchten muss und weshalb die Angst vor überbordenden Kosten in der Regel unbegründet ist.

Zum einen nämlich kann man sich in vielen Fällen über staatliche Zuschüsse freuen, denn die Wärmedämmung spielt bei der angestrebten Energiewende eine Schlüsselrolle. Zum anderen spart man künftig Energie und Heizkosten. „Viele Dämmverfahren amortisieren sich in einem Zeitraum von zwei bis zehn Jahren“, sagt Drewer.

100 verschiedene Dämmstoffe

Bares Geld spart man auch, wenn man möglichst viele Arbeiten selbst in die Hand nimmt: Rollladenkästen, Heizkörpernischen und Kellerdecken sind auch für den Hobbyhandwerker machbar. Wie das geht, zeigt Drewer detailliert auf. Doch bevor man sich auf den Weg zum Baumarkt macht, sollte sich der Bauherr oder Sanierer in spe unbedingt ein bisschen Fachwissen anlesen, die bauliche Situation analysieren und die eigenen Ziele definieren: Welchen Energiestandard will ich erreichen? Wie sieht meine finanzielle Situation aus? Sind mir Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wichtig? Herrscht hierüber Klarheit, zeigt das Kapitel „Die passende Dämmung ermitteln“ die verschiedenen Lösungen auf, die der Markt bietet. 

Wie die einzelnen Bauteile vom Dach bis zum Keller am effizientesten im Alt- oder Neubau gedämmt werden können, wird genau beschrieben und zudem anhand zahlreicher Abbildungen und Skizzen veranschaulicht. „So dämmen Sie richtig“ ist dieses Kapitel überschrieben, das Do-it-yourself-Anhängern vermutlich ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen wird: Richtiges Dämmen ist anspruchsvoll, weiß man spätestens nach der Lektüre dieses Kapitels, und es setzt fundierte Kenntnisse voraus. Das bezieht sich übrigens nicht nur auf die handwerkliche Ausführung: Über 100 verschiedene Dämmstoffe werden deutschlandweit angeboten, für jedes Bauteil und für jede Anforderung bietet der Markt mindestens eine passende Lösung.

22 dieser Dämmstoffe hat Drewer ausgewählt und ihre Eigenschaften, gesundheitlichen und ökologischen Aspekte, ihre Vor- und Nachteile sowie ihre Einsatzbereiche detailliert beschrieben. Sie haben kryptische Namen wie EPS-Granulat, Polyurethan-Gießschaum oder Holzweichfaserplatte – spätestens hier ahnt der sanierungswillige Heimwerker, dass eine genauere Lektüre des kompakten Ratgebers unumgänglich ist, bevor man sich ans Werk macht. Überhaupt gehört das ein oder andere unbedingt in die Hand eines Fachmanns, insbesondere die Außendämmung und die Dacharbeiten, rät Experte Drewer.

Sicherer und auch effizienter ist es, seinen Tatendrang auf die kleineren Ecken und Winkel des Hauses zu beschränken. Auch hier steht der umfassende Ratgeber mit vielen Informationen und nützlichen Tipps hilfreich zur Seite, nennt im Kapitel „Hilfe“ weiterführende Links und fasst in Tabellen und Grafiken das Wichtigste noch einmal zusammen. (Monika Judä)
 

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