Bauen

Rund 6000 Quadratmeter zusätzliche Fläche für die TH Aschaffenburg wurden durch die zwei Neubauten geschaffen. (Foto: Heike Spielberger)

06.11.2026

Mehr Platz für Lehre, Forschung und Verwaltung

Zwei neue Gebäude für die Technische Hochschule (TH) Aschaffenburg

Schon lange stieß die Technische Hochschule (TH) Aschaffenburg mit inzwischen mehr als 4000 Studierenden räumlich an ihre Grenzen. Mit zusätzlich rund 6000 Quadratmetern konnte nun durch zwei Neubauten die vorhandene Fläche auf dem TH-Campus in der Würzburger Straße um etwa ein Drittel erweitert werden. 

Zum Wintersemester 2025/26 hat die TH Aschaffenburg die beiden neuen Gebäude an der Flachstraße/Ecke Bessenbacher Weg in Betrieb genommen. Die Baumaßnahme wurde vom Staatlichen Bauamt Aschaffenburg gesteuert. Insgesamt rund 62 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern investiert, um die nutzbare Campusfläche zu vergrößern.

Die Planungsphase startete im November 2015, der Baubeginn war im Juni 2019, im September 2019 erfolgte der Spatenstich und im September 2025 übergab das Bauamt die beiden Neubauten an die Hochschule. Mit einer großen Feier wurden diese am 8. Juni 2026 im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Markus Blume (beide CSU) offiziell eingeweiht.
Mit dem Neubau Infrastruktur und Digitales“ (Gebäude 48) und dem Neubau „Nachhaltigkeit“ (Gebäude 49), die das Stuttgarter Architekturbüro h4a Gessert + Randecker geplant hat, werden zentrale Zukunftsthemen adressiert.

Das Gebäude 48 mit dem Schwerpunkt Infrastruktur und Digitales stärkt die Hochschulinfrastruktur für die digitale Transformation. In diesem Neubau sind auf über 3000 Quadratmetern zentrale Verwaltungseinheiten untergebracht, wie der Technische Betrieb und der IT-Service. Darüber hinaus befinden sich dort beispielsweise das Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz und das Sprachenzentrum, das Labor für Wirtschaftsinformatik, die media.Labs unter anderem für Fotografie und virtuelle Produktion sowie Büros von Professorinnen und Professoren. Der IT-Service empfängt dort Studierende mit einem offenen Helpdesk.

In diesem Gebäude direkt an der Campuszufahrt Flachstraße sind Poststelle und Empfang zentral und in unmittelbarer Nähe zu Parkmöglichkeiten erreichbar. Lern- und Arbeitsräume für etwa 650 Personen haben dort ihren Platz. Dieser Neubau verfügt über 31 Büros und 16 Labor-, Seminar- und Besprechungsräume sowie einen Serverraum. 

In Gebäude 49 stehen auf ebenfalls rund 3000 Quadratmetern Lern- und Arbeitsplätze für mehr als 700 Personen zur Verfügung. Die studentischen Arbeitsbereiche und Büros sind zur Campusmitte hin ausgerichtet sowie Labore und Hörsäle zur Campusaußenseite.

Errichtet in Massivbauweise

Die Räumlichkeiten verteilen sich auf 16 Büros, zwölf Labore, drei Praktikums- und Seminarräume, einen Hörsaal für 150 Personen, zwei Hörsäle für 70 Personen sowie drei Werkstätten.
Die neuen Hörsäle bieten mit leicht ansteigenden Sitzreihen und einer modernen Gestaltung eine angenehme Lernumgebung und werden fakultätsübergreifend genutzt.
In diesem Neubau mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit befinden sich unter anderem Labore und Büros von Professorinnen und Professoren mit Bezug zu Materialwissenschaften und erneuerbaren Energien sowie das Zentrum Naturwissenschaften. 

Die Bebauung auf der Erweiterungsfläche formuliert den Eingang zum Campus neu. Mit dem vorderen Neubau erhält der Campus eine klare Adresse und bildet mit dem dahinterliegenden neuen Gebäude einen neuen Schwerpunkt auf dem Hochschulcampus.

Die in Massivbauweise entstandenen Neubauten haben eine Fassade aus Metallelementen und Ziegeln sowie Sichtbetonflächen im Innenraum. Die Integration in die bisherige Campusbebauung ist gelungen, indem die Fassadengliederung die horizontale Bänderung der Bestandsbauten aufgreift, das vorhandene Material Ziegel übernimmt und dies in eine zeitgemäße Architektursprache übersetzt.

Hohe und breite Fensterfronten im Eingangsbereich, neben Treppenaufgängen und offenen Gemeinschaftsarbeitsbereichen, die von den Studierenden sehr gut angenommen werden, schaffen eine lichtdurchflutete Atmosphäre. Die Foyers und offenen, weitläufigen Flure bieten sich auch für Ausstellungen an. Sie machen die Hochschule zu einem Ort der Begegnung, an dem Wissenschaft, Lehre und Kultur miteinander in Dialog treten können.

Die zusätzlichen Räumlichkeiten bieten nicht nur mehr Platz für Lehre und Forschung, sondern auch viel Platz für Konferenzen. Die weitläufige Freifläche auf dem Vorplatz der Neubauten ermöglicht eine repräsentative Gestaltung von Hochschulveranstaltungen und trägt dazu bei, den attraktiven Campus sowohl für Studierende und Beschäftigte als auch für Gäste und die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

Die seit dem Jahr 2000 selbstständige TH Aschaffenburg ist die jüngste Hochschule für angewandte Wissenschaften in Bayern. Mit aktuell über 4000 Studierenden, 124 Professuren und 32 Studiengängen trägt die Technische Hochschule entscheidend zur akademischen Ausbildung, zur angewandten Forschung sowie zum Wissenstransfer in der Region und weit darüber hinaus bei. Im Bereich Studium und Lehre schneidet die forschungsstarke TH in den renommierten CHE-Rankings regelmäßig mit sehr guten Ergebnissen ab. 

Mit den beiden neuen Gebäuden hat der Campus der TH Aschaffenburg nicht nur dringend benötigte Flächen und ein neues architektonisches Gesicht erhalten, sondern auch Räume, die den Anforderungen einer modernen und beständig wachsenden Hochschule gerecht werden. (BSZ)
 

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