Bauen

Das neue Büro- und Verwaltungsgebäude hat eine Nutzfläche von 1980 Quadratmetern. (Foto: mju-fotografie, Marie Luisa Jünger, Hümpfershausen)

10.07.2020

Reiner Holzbau mit Brettsperrholzwänden

Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes für die Ziegler Group in Betzenmühle/Plößberg in der Oberpfalz

Für eines der größten Sägewerke Europas wächst mitten auf einer Lichtung im Wald ein neues Haus aus dem Boden. Ein Spiel aus Licht, Schatten und Holz. Ein Haus wie ein Wald. Ein Haus für die zentrale Verwaltung der Ziegler Group, dort wo 1948 die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens mit dem Sägewerk Betzenmühle begann. Aus selbstverständlichem Material – innen wie außen, dem Material, mit dem sich das Unternehmen tagtäglich beschäftigt. Die Architektur unseres Büros, Brückner & Brückner, Tirschenreuth/Würzburg, zeigt das Unternehmen, die Ziegler Arbeitswelt, seine Produkte und seine Philosophie.

Die Ziegler Group ist heute ein global agierendes Familienunternehmen mit Hauptsitz in Betzenmühle/Plößberg in der Oberpfalz. Kerngeschäft ist die Holzverarbeitung. Zur Firmengruppe gehören außerdem die Unternehmenssparten Logistik, Maschinenbau, Softwareentwicklung, Forstwirtschaft, Dekoration und Fertighausbau mit mehreren Standorten und rund 1400 Mitarbeitern*innen.

Alles begann mit einem Anruf. Gemeinsam mit den Bauherren haben wir uns dann auf Spurensuche im Wald rund um das Sägewerk begeben und gefragt, was soll hier wachsen und wo? An der Schnittstelle von Wald und Produktionsflächen, am höchsten Punkt des Areals, sind wir fündig geworden. In gemeinsamen Workshops wurde eine Idee geboren: Wir nehmen das ursprünglichste Produkt der Ziegler Produktpalette, den Baumstamm, Fichte bis zu 19 Meter hoch und bauen ein Haus daraus.

Am höchsten Punkt des Areals fündig geworden

Spielen schon von außen auf der Partitur der Ziegler Produkte, die Langhölzer rhythmisch aufgereiht ziehen sich um das Gebäude wie auf Notenlinien. Holz als natürlicher Filter, Diskretion von innen und außen, zusätzlich verschattbar mit einem textilen Sonnenschutz, im Kern eine Fassade aus Glas, Holz und Metall. Die beiden Kuben sind in der Höhe versetzt, wie bei einem Baumstumpf mit Fällschnitten, dazwischen zwei Innenhöfe. Jeder Mitarbeiter hat sein eigenes Fenster.

Innen setzt sich dieses Konzept fort, die Verarbeitung des Holzes wird immer feiner und das Haus zeigt alle weiteren Verarbeitungsschritte des Holzes von Theken aus rauem Holz bis hin zu den veredelten Holzoberflächen bei den Büromöbeln. Holz in seiner ganzen Vielfalt in Verarbeitung, Sorte und Farbigkeit.
Das neue Verwaltungsgebäude ist ein reiner Holzbau mit Brettsperrholzwänden und -decken, zwei Fluchttreppenhäusern aus Sichtbeton gefertigt mit gebürsteter Rauspundschalung. Ziel war es auch, den Baustoff Holz konsequent weiterzuentwickeln und zeitgemäße Antworten für seine Verwendung zu finden.
Das Haus verbindet, stiftet Identität und schafft eine perfekte Arbeitsatmosphäre – Verwaltung und Produktion immer in Blickbeziehung. Es war dem Bauherrn wichtig, dass alle miteinander arbeiten, Kommunikation, Transparenz, Durchblicke, zu den Kolleg*innen und in die umliegenden Wälder. Neben einem Showroom, den Büros für etwa 120 Mitarbeiter*innen, Besprechungsräumen, einer Loggia, gibt es ein Mitarbeiterrestaurant und ein Gästekasino, alles verbunden durch eine hölzerne Wendeltreppe.

Im Dunkeln leuchtet das Haus wie eine Laterne

Unsere leidenschaftlichsten Bilder: Im Dunkeln leuchtet das Haus wie eine hölzerne Laterne im Wald, Menschen bewegen sich auf allen Ebenen. Im Hellen entwickelt die Fassade über die Jahre Patina, zeigt bewusst die Himmelsrichtungen an, geschützte und ungeschützte Bereiche. Das Haus wird immer mehr zum Wald.

Die Ziegler Group wächst weiter und das gesamte Areal wird weiterentwickelt. Das neue Verwaltungsgebäude war der erste Baustein: Aufforstung mit lokalen Baumsorten, Integration von Fahrstraßen, Parkplätzen und Wegen auf natürliche Art und Weise und eine Masterplanung für einen Ziegler Campus mitten im Wald. Ein Gefühl wie im Wald zu arbeiten, Begegnungen in und mit der Natur. (Christian Brückner, Peter Brückner)

(Impressionen vom Neubau - Fotos: mju-fotografie, Marie Luisa Jünger, Hümpfershausen)

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