Bauen

Letzter Taktverschub: Die Talbrücke Unterrieden wurde mittels Taktschiebeverfahren hergestellt. (Foto: Hajo Dietz)

06.03.2026

Sanierung wäre unrentabel gewesen

Ersatzneubau der Talbrücke Unterrieden

Die Ersatzbaumaßnahme Talbrücke Unterrieden an der Bundesautobahn A 6 östlich von Nürnberg gehörte in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen der Region.

Seit 2019 wurde das über fünfzig Jahre alte Bauwerk durch eine moderne und leistungsfähige Brücke ersetzt. Die Talbrücke mit einer Länge von 652 Meter überspannt mit ihrer Höhe von 40 Meter eine Gemeindeverbindungsstraße, einen Wirtschaftsweg sowie den Talraum des Raschbachs und ist ein zentraler Bestandteil des überregionalen Verkehrsnetzes.

Die Brücke war jedoch nicht für die zukünftig steigende Verkehrsbelastung ausgelegt, sodass eine grundlegende Erneuerung notwendig wurde.

Bevor die Entscheidung für einen Ersatzneubau fiel, wurde auch eine Sanierung des bestehenden Bauwerks umfassend geprüft. Die Untersuchungen ergaben jedoch, dass eine Instandsetzung weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich vertretbar gewesen wäre.

Angesichts der stark gestiegenen Belastungen durch den Güter- und Schwerverkehr hätte eine Sanierung nur eine kurzfristige Lösung dargestellt. Der Neubau erwies sich daher als die einzig nachhaltige und zukunftssichere Option.

Ein wichtiger Meilenstein wurde im Oktober 2022 erreicht, als die neue Richtungsfahrbahn Nürnberg fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben wurde. Dadurch konnte der Verkehr auf den ersten Teil des Neubaus umgelegt werden. Im Anschluss begann der Abbruch der alten Brücke auf der Gegenseite, gefolgt vom Neubau der Richtungsfahrbahn Amberg.

Die Arbeiten schritten stetig voran, am 24. November 2025 wurde das Bauwerk offiziell für den Verkehr freigegeben. Im Sommer 2026 werden die Restarbeiten unter der Brücke (unter anderem Regenrückhaltebecken und Betriebswege) abgeschlossen, damit endet eines der umfangreichsten Brückenprojekte der Region.

Der Neubau wurde nach aktuellen technischen Standards bemessen und so ausgelegt, dass er sowohl den heutigen als auch den zukünftigen Verkehrslasten standhält. Damit stärkt die Brücke die Leistungsfähigkeit der A 6, die als zentrale Ost-West-Achse eine bedeutende Rolle im europäischen Verkehrsnetz spielt. Zum Einsatz kamen ausschließlich robuste und bewährte Bauweisen sowie hochwertige Materialien, die eine lange Lebensdauer gewährleisten.

Behinderungen weitgehend vermieden

Während der gesamten Bauzeit standen den Verkehrsteilnehmern in beiden Fahrtrichtungen – wie im Bestand – jeweils zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Dadurch konnten größere Behinderungen weitgehend vermieden werden, auch wenn die Baustelle für Pendler und Fernfahrer eine gewisse Geduld erforderte. Die Verantwortlichen bemühten sich, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten und den Bau kontinuierlich voranzutreiben.

Die Projektgesamtkosten belaufen sich auf rund 97,5 Millionen Euro. Finanziert wurde die Maßnahme vom Bund im Rahmen des Sonderprogramms Brückenmodernisierung. Damit unterstreicht der Bund die Bedeutung einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur für Mobilität, Wirtschaft und Logistik.

Mit der Fertigstellung der neuen Talbrücke Unterrieden entstand ein Bauwerk, das nicht nur den Anforderungen moderner Mobilität gerecht wird, sondern auch die Verkehrssicherheit auf der A 6 langfristig verbessert. (BSZ)
 

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