Bauen

Das Projekt in Velburg setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Wartungsarmut. (Foto: Holzbau Semmler GmbH)

01.05.2026

Holzbau in Regensburg: Seriell geplant, nachhaltig umgesetzt

Serieller Holzbau gewinnt an Bedeutung: In Regensburg entstehen 25 neue Wohnungen mit CO₂-Einsparung, in Velburg setzt ein Projekt auf minimale Technik und Effizienzhaus-40-Plus-Standard

Im Spannungsfeld zwischen bezahlbarem Wohnraum, Klimaschutz und wirtschaftlicher Bauweise zeigen aktuelle Projekte der Holzbau Semmler GmbH aus Hemau, wie innovativer Holzbau zur Lösung drängender wohnungspolitischer Herausforderungen beitragen kann. Sowohl in Regensburg als auch im oberpfälzischen Velburg entstehen derzeit Vorhaben, die beispielhaft für eine neue Generation seriell geplanter und nachhaltig umgesetzter Wohngebäude stehen.

In Regensburg wird im Bereich zwischen Universitätsstraße und Frauendorferstraße ein neues Wohngebäude mit insgesamt 25 Wohneinheiten realisiert. Ziel ist es, auf einer Geschossfläche von rund 8500 Quadratmetern dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum im innerstädtischen Bereich zu schaffen und damit zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarkts beizutragen. Als Bauherrin tritt die Stadtbau GmbH Regensburg auf, während das Architekturbüro Blasch die planerische Umsetzung verantwortet.

Holzbau Semmler übernimmt die serielle Holzbaukonstruktion und bringt dabei umfassende Expertise in energieeffizienter und nachhaltiger Bauweise ein. Das Gebäude wird nach dem Standard Effizienzhaus 55 errichtet und ermöglicht eine jährliche Einsparung von etwa 3300 Kilogramm CO₂. Mindestens 20 der entstehenden Wohneinheiten werden zudem sozial gefördert, was die soziale Dimension des Projekts unterstreicht.

Regensburgs ehemalige Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) sieht in dem Vorhaben ein gelungenes Beispiel dafür, „wie moderne Technik und Klimaschutz erfolgreich kombiniert werden können“.

Serieller Holzbau im Einsatz

Während dieses Projekt eindrucksvoll demonstriert, wie durch serielle Holzbauweisen im urbanen Kontext effizient neuer Wohnraum geschaffen werden kann, setzt ein weiteres Referenzobjekt in Velburg neue Maßstäbe hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Wartungsarmut. Dort zeigt sich, wie durch die konsequente Verbindung einer hochdämmenden Gebäudehülle mit einem radikal vereinfachten Energiekonzept sowohl Investitions- als auch Betriebskosten deutlich reduziert werden können.

Ein zentraler Erfolgsfaktor liegt in der hohen Vorfertigungstiefe. Die Holzrahmenbauelemente werden in den Werkhallen von Holzbau Semmler industriell vorgefertigt und auf der Baustelle in kurzer Zeit montiert. Durch klar strukturierte Grundrisse und übereinanderliegende Wandachsen konnte eine durchgängige Tragwerksplanung ohne kostenintensive Sonderlösungen realisiert werden. Dies führt nicht nur zu erheblichen Zeitgewinnen im Bauprozess, sondern gewährleistet zugleich eine Präzision, die unter klassischen Baustellenbedingungen kaum erreichbar ist.

Technik und Klimaschutz erfolgreich kombiniert

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Gebäudehülle. Die hinterlüftete Holzfassade aus feingesägten Fichtenbrettern wurde bereits werkseitig mit einer silbergrauen Vergrauungslasur behandelt. Dieser Schritt nimmt den natürlichen Alterungsprozess des Holzes vorweg und sorgt langfristig für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild ohne zusätzlichen Wartungsaufwand. Für Investoren und Bauträger bedeutet dies eine deutliche Reduzierung der Instandhaltungskosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes.

Auch das Energiekonzept folgt einem konsequent vereinfachten Ansatz. Anstelle komplexer wassergeführter Heizsysteme kommt Infrarottechnik zum Einsatz, wodurch aufwendige Rohrleitungssysteme und potenzielle Schadensquellen entfallen.

Bewusste Reduktion der Anlagentechnik

Gleichzeitig reduziert sich der Wartungsbedarf erheblich. Die technische Ausstattung der Wohneinheiten beschränkt sich auf ein Minimum, sodass pro Einheit lediglich ein Strom- und ein Kaltwasserzähler erforderlich sind. Dies vereinfacht nicht nur die Betriebskostenabrechnung, sondern senkt auch die laufenden Verwaltungskosten.

Trotz dieser bewussten Reduktion der Anlagentechnik erreicht das Gebäude in Velburg den anspruchsvollen Standard Effizienzhaus 40 Plus. Eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher kompensiert den Energiebedarf und ermöglicht einen weitgehend autarken Betrieb. Darüber hinaus erfüllt das Projekt die Kriterien des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG), was zusätzliche Fördermöglichkeiten eröffnet und eine langfristige Wertstabilität sicherstellt.

Die beiden Projekte verdeutlichen, dass serieller Holzbau weit mehr ist als eine Antwort auf steigende Baukosten. Vielmehr zeigt sich, dass durch intelligente Planung, einen hohen Vorfertigungsgrad und konsequente Nachhaltigkeitsstrategien sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele erreicht werden können.

Holzbau Semmler positioniert sich damit als innovativer Akteur in einem Markt, der zunehmend nach ganzheitlichen Lösungen für die Herausforderungen des Wohnungsbaus sucht. (BSZ)

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