Bauen

Der Neubau der Jugendforensik. (Foto: Frank Hübler)

21.12.2017

Straffälligen Patienten eine Perspektive geben

Am Bezirksklinikum Regensburg wurde die Erwachsenenforensik erweitert und die Jugendforensik neu gebaut

Ein wichtiges Bauprojekt ist mit der Einweihung fertiggestellt worden: der Erweiterungsbau der Erwachsenenforensik und der Neubau der Jugendforensik am Bezirksklinikum Regensburg. Mit der Erweiterung um 32 Betten werden künftig insgesamt 196 Betten (davon 96 im Neubau) für die Erwachsenenforensik zur Verfügung stehen. Die Jugendforensik startet mit 20 Betten.
Franz Löffler, der Bezirkstagspräsident der Oberpfalz, betonte im Rahmen der Einweihung: „Unser Hauptanliegen ist, forensische Patienten wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Wir möchten die positive Arbeit mit den Patienten der Erwachsenenforensik fortsetzen und die Jugendforensik ebenso erfolgreich machen.“

In einer Forensik werden die Patienten therapiert, resozialisiert und gesichert. In Regensburg befindet sich seit 2002 eine eigenständige Forensik. Erfahrungen sammelte die medbo (Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz) bereits durch den Standort Parsberg mit einer Forensik für Suchtbehandlung Jugendlicher (bis 18 Jahren) und Heranwachsender (bis 21 Jahren).
Der Freistaat hat 40 Millionen Euro in die Erweiterung der Erwachsenenforensik und den Neubau einer Jugendforensik in Regensburg investiert. „Die Jugendforensik in Regensburg ist ein besonders wichtiger Baustein im Maßregelvollzugsangebot des Freistaats Bayern“, betonte Sozialministerin Emilia Müller, „hier können wir Jugendliche mit psychischen Problemen gerade auch dann optimal versorgen, wenn sie straffällig geworden sind.“

Die Behandlung der jungen Menschen verfolgt neben der Therapie der psychischen Erkrankung einen pädagogischen Ansatz aus Erziehung und Bildung. Damit werden den Jugendlichen sowie Heranwachsenden Perspektiven in Aussicht gestellt und Angebote gemacht, um sie optimal auf ein straffreies Leben vorzubereiten.

Jedes Bauprojekt, das während eines laufenden Klinikbetriebs realisiert werden soll, ist eine Herausforderung. Um ein Vielfaches erhöht sich die Anforderung, wenn wie bei dem Erweiterungsbau der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg und dem Neubau der Klinik für Forensische Jugendpsychiatrie und Psychotherapie mit den Außenanlagen eine Fläche von bis zu zwei Fußballfeldern bebaut werden.
Durch die topographische Lage erstreckt sich das Bauwerk über etwa 15 Höhenmeter. Rund 30 000 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt, damit beide Kliniken entstehen konnten.

Zwei veraltete Gebäude wurden abgerissen

In der Erwachsenenforensik wurde die bereits bestehende Klinik, wie eingangs ausgeführt, um 32 Betten erweitert, sodass der Maßregelvollzug in Regensburg nun insgesamt 196 Betten für Erwachsene vorhält. Von diesen befinden sich 96 Betten in dem Neubau. Zwei veraltete Gebäude wurden abgerissen. Durch den Neubau wird künftig eine maximale Belegung von zwei Patienten pro Zimmer gewährleistet. Die komplette Arbeitstherapie wurde ebenfalls im Neubau untergebracht.

In der neu eröffneten Jugendforensik verteilen sich die Betten auf zwei Stationen mit jeweils zehn Einzelzimmern. Die Schulungs- und Therapieräume sowie die Besucherräume werden von Erwachsenen und Jugendlichen zu unterschiedlichen Zeiten genutzt, sodass es zu keinen Patientenüberschneidungen kommt.

Da sich die Bauteile und Nutzungen überschneiden, ist eine genaue Aufteilung der Kostenverteilung nicht möglich. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Erweiterungs- und Neubau auf rund 40 Millionen Euro, die komplett vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration übernommen wurden.

Die komplette Bauzeit von etwa fünf Jahren beinhaltet eine konstruktiv anspruchsvolle Anbindung an die bestehenden forensischen Gebäude. Dabei mussten die bestehenden Altgebäude der Häuser 4 und 10 abgebrochen werden. Bereits 2015 konnte der Ersatzbau von Haus 4 bezogen und in Betrieb genommen werden. Haus 4 befindet sich außerhalb des gesicherten Bereichs, da in diesem Gebäude eine entlassvorbereitende Station und die Nachsorgeambulanz beheimatet sind.
Die forensischen Einrichtungen bestehen aus vier Gebäuden. In der Forensik werden Patienten behandelt und gesichert. In den neu errichteten Gebäuden wurde eine Sicherheitsanlage eingebaut, die technisch einen sehr hohen Standard erfüllt. (BSZ)

(Außenansicht vom Sportplatz aus und die Fußball-Außenanlage. Blick in ein Zimmer - Fotos: Frank Hübler)

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