Bauen

Das neue Seminargebäude des Jugendwaldheims (l.). (Foto: Staatliches Bauamt Passau)

10.02.2012

Tradition und Moderne

Das neue Seminargebäude für das Jugendwaldheim "Wessely-Haus" besteht ganz aus Holz

Das Staatliche Bauamt Passau hat mit einem Gesamtbudget von rund 1,8 Millionen Euro, gefördert durch das EU-Projekt „Natur – Mensch – Technik“, von 2009 bis 2011 das Jugendwaldheim „Wessely-Haus“ im Nationalpark Bayerischer Wald um ein modernes Seminargebäude in Holzbauweise erweitert und im Rahmen des Bauunterhalts den Gebäudebestand saniert. Ein neuer Seminar- und ein PC-Arbeitsraum mit zugehörigen Nebenräumen ermöglichen nunmehr die Weiterentwicklung des bisherigen pädagogischen Konzepts mit Ausweitung der Zielgruppen bis zur Oberstufe der unterschiedlichen Schultypen.
Das Jugendwaldheim „Wessely-Haus“ in Hohenau ist die erste und älteste Umweltbildungseinrichtung des Nationalparks Bayerischer Wald. Es liegt zwischen dem Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau und der Ortschaft Mauth idyllisch am Rande des Nationalparks.
Von drei Seiten her schließt sich der Wald schützend an und bietet somit beste Voraussetzungen für ein ungestörtes Naturerlebnis. Schulklassen können hier im Rahmen eines einwöchigen Aufenthalts der Natur mit allen Sinnen begegnen sowie den Nationalpark mit seinen Aufgaben und Zielen unter fachkundiger Betreuung kennenlernen.

Fassade besteht aus Lärchenholzschalung


Zwei im Jahre 1937 für den Zoll errichtete und nach dem Krieg als Forstamt genutzte Gebäude wurden 1974 vom Nationalpark übernommen, um hier ein Jugendwaldheim einzurichten. Die beiden Gebäude wurden zu diesem Zweck mit einem Zwischenbau für Speisesaal und Küche verbunden.
Durch die finanzielle Unterstützung aus einem Nachlass der Familie Wessely aus München Anfang der 1990er Jahre, deren Namen das Jugendwaldheim seither führt, konnte zudem ein Mehrzweckraum errichtet, der Beherbergungstrakt auf 58 Betten erweitert und die Einrichtung dem gewandelten Auftrag entsprechend als waldökologische Bildungsstätte im Nationalpark weiterentwickelt werden.
Das Staatliche Bauamt Passau hat im Rahmen der aktuellen Erweiterung das neue Seminargebäude in Holzbauweise mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion unter Beachtung baubiologischer Grundsätze konzipiert.
Die Fassadenbekleidung besteht aus unbehandelter Lärchenholzschalung. Als Bodenbeläge kamen im Flurbereich einheimischer Granit und in den Arbeitsräumen einheimische Eiche zum Einsatz. Die Ausführung der Fenster und der Glaselemente erfolgte in Holz-Alu-Konstruktion. Das Gebäude erfüllt die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2009.
Der Altbaubestand wurde den aktuellen Anforderungen des baulichen Brandschutzes angepasst. Das Beherbergungsgebäude erhielt ein Fluchttreppenhaus, die vorhandenen Brandabschnitte wurden baulich ertüchtigt, eine flächendeckende Brandmeldeanlage installiert und ein Feuerlöschteich angelegt. Im Rahmen dieser Bauunterhaltsmaßnahmen erfolgte auch eine Sanierung der Nassräume und die Erneuerung der Wärmeversorgung als umweltfreundliche Pelletheizung. (Norbert Sterl) (Seminar- und PC-Arbeitsraum - Fotos: Staatliches Bauamt Passau)

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