Bauen

Das bayerische Baugewerbe rechnet mit einem verhaltenen Aufschwung in diesem Jahr. (Foto: Bilderbox)

04.05.2021

Verhaltener Aufschwung

Bayerische Baugewerbe: Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen bei vielen Baustoffen erschweren die Bautätigkeit

Allgemein verzeichnete die Konjunktur in Deutschland und Bayern zum Beginn 2020 einen tiefen Einschnitt. Das betraf sowohl das produzierende Gewerbe, das Handwerk, den Dienstleitungssektor, Groß- und Einzelhandel, das Gastgewerbe und natürlich auch das Baugewerbe. Anlässlich einer Konjunkturpressekonferenz nahm Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen, Stellung zu den wichtigsten Ergebnissen der Frühjahrsumfrage unter den Mitgliedsbetrieben.

„Die mittelständisch geprägte Bauwirtschaft konnte sich dem pandemiebedingten Abschwung der Konjunktur im vergangenen Jahr weitgehend entziehen“, erklärte Schubert-Raab. „Wir kamen mit großen Anstrengungen relativ gut durch dieses schwierige Jahr. Unsere Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr beurteilen wir jedoch deutlich verhaltener“, so Schubert-Raab.Gleichzeitig richtete er den Blick auf die prekäre Lage der Kommunalhaushalte und die pandemiebedingt rückläufigen Aufträge aus der Industrie und den Dienstleistungsbereichen. „Außerdem sieht sich die Branche aktuell mit Lieferschwierigkeiten und extremen Preissteigerungen bei vielen Baustoffen konfrontiert.“

Eine zufriedene Geschäfts- und Auftragslage verzeichnete der Wohnungsbau und mit ihm eine Mehrzahl der im Ausbau tätigen Gewerke. Deutlich schlechter sei die Lage im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Hochbau, so Schubert-Raab. Die schlechteste Geschäftslage verzeichneten die Straßenbauer. Dort bewerte nur jedes fünfte Unternehmen die Lage mit „gut“, aber 37 Prozent mit „schlecht“. In den kommenden Monaten werde sich im Straßenbau, Wirtschaftsbau und öffentlichen Bau statt eines Aufschwungs eher eine weitere Verschlechterung der Geschäftslage zu verzeichnen sein, prognostizierte Schubert-Raab.

Die stabil hohe Nachfrage und die verbesserten Rahmenbedingungen für Sanierungen stütze hingegen den Wohnungsbau. Doch über 60 Prozent der Baubetriebe erwarten laut Statistik für die nächsten sechs Monate weniger Aufträge von den Kommunen im öffentlichen Hochbau und Straßenbau.

Zweiter Rettungsschirm

Schubert -Raab forderte daher „einen zweiten Rettungsschirm für die Kommunalfinanzen mindestens für 2021 und 2022“. Gründe für die verschlechterte Geschäftslage seien in jedem Fall die stark gestiegenen Einkaufspreise in den letzten drei Monaten und die Verknappung von Materialien, Werkzeugen, Baumaschinen und Geräten. Homeoffice und Personalknappheit führe zu Genehmigungsstau in den Ämtern und bremse ein Drittel der Unternehmen, ihre Bautätigkeit auszuführen, erklärte Schubert-Raab.

Doch es gebe aber auch Lichtblicke. „Das bayerische Baugewerbe bleibt attraktiv für Beschäftigte. Wir haben in den letzten Jahren kontinuierlich die Zahl unserer Mitarbeiter und Auszubildenden erhöht. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Beschäftigungsaufbau in unseren Betrieben in diesem Jahr fortsetzen wird“, betonte Schubert-Raab. Seine Prognose untermauerte er mit Zahlen, die belegen, dass nur sieben Prozent der Betriebe Personal abbaut, während überwiegend Personal gehalten wird. Und er fügte hinzu, dass der Beschäftigungsaufbau in der Bauwirtschaft bereits seit 13 Jahren anhält. Verfügte das bayerische Baugewerbe 2009 noch über 133 000 Beschäftigte, seien es 2020 170 000 gewesen und für 2021 werde mit 175 000 Beschäftigten gerechnet.

Auch die Ausbildungssituation im Baugewerbe sei positiv, so Schubert-Raab. In diesem Jahr wolle ein Viertel der Unternehmen mehr ausbilden als im Vorjahr. Und das vor dem Hintergrund, dass dabei noch viele Ausbildungsplätze leer blieben. (Eva-Maria Mayring)

 

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2020

Nächster Erscheinungstermin:
10.Dezember 2021

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 11.12.2020 (PDF, 15 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.