Bauen

Das Projekt Schloss Erkersreuth nimmt weiter Fahrt auf: Die Stiftung Kulturerbe Bayern hat jetzt die Planungsleistungen an das renommierte Architekturbüro Brückner & Brückner vergeben. (Foto: Kultur Erbe Bayern, Thomas Dashuber)

23.07.2026

Wieder ins Leben zurückgeholt

Start der umfassenden Dachsanierung von Schloss Erkersreuth

Mit Start der umfassenden Dachsanierung läuft seit wenigen Wochen der erste sichtbare bauliche Abschnitt, um Schloss Erkersreuth wieder zurück ins Leben zu holen. Jetzt nimmt das Vorhaben mit einer richtungsweisenden Entscheidung weiter Fahrt auf: Die Stiftung Kulturerbe Bayern hat die Planungsleistungen für den zweiten Bauabschnitt vergeben.

Mit der Planung des zweiten Bauabschnitts werden Brückner & Brückner Architekten betraut. Das Büro mit Standorten in Tirschenreuth und Würzburg bringt besondere Erfahrung im Umgang mit historischer Bausubstanz, komplexen Umbauaufgaben und sensiblen Denkmälern mit. Brückner & Brückner Architekten stehen beispielhaft für eine Architekturhaltung, die Bestand nicht lediglich saniert, sondern aus seiner Geschichte heraus weiterentwickelt.

Mit der Vergabe an das renommierte Architekturbüro rückt die künftige Nutzung des gesamten Schlossareals in den Mittelpunkt. Neben der Innensanierung des Schlosses und der technischen Erneuerung geht es bei dieser Phase in der Planung und Umsetzung um zentrale Fragen der Weiterentwicklung: Wie lässt sich historische Substanz sichern? Wie können neue Nutzungen denkmalgerecht integriert werden? Und wie wird aus Schloss Erkersreuth ein Ort, der künftig wieder öffentlich erlebt und genutzt werden kann?

„Mit dem Start der Dachsanierung haben wir einen wichtigen Schritt zur Sicherung des Schlosses getan. Mit der Vergabe der Planungsleistungen für den zweiten Bauabschnitt richten wir den Blick auf die künftige Nutzung des gesamten Ensembles“, sagt Nikolaus Walther, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Kulturerbe Bayern.

Neue Nutzungen für das historische Ensemble

Der zweite Bauabschnitt umfasst mehrere zentrale Bausteine. Im Schloss selbst sind die Innensanierung, inklusive der Erneuerung der technischen Gewerke, vorgesehen. Das Erdgeschoss soll künftig eine kleine Gastronomie oder auch ein Café aufnehmen.

Darüber hinaus sollen weitere Gebäudeteile des Ensembles entwickelt werden. Das Brunnenhaus wird instandgesetzt und statisch ertüchtigt. Das Verwaltergebäude soll ohne größere Umbaumaßnahmen umfassend saniert werden. Für die Tenne ist im Erdgeschoss ein Rückbau mit anschließendem Neubau beziehungsweise Teilneubau vorgesehen, um dort zum Beispiel Seminar- und Veranstaltungsräume zu schaffen. Das Obergeschoss soll als großer, offener Raum für Veranstaltungen und Atelierflächen erhalten beziehungsweise neu gedacht werden.  

Denkmalpflege, Tragwerk und Nutzung zusammendenken

Bei einem solchen Vorhaben greifen Architektur, Tragwerk, Nutzung und Denkmalpflege unmittelbar ineinander. Statische Eingriffe müssen mit vorhandenen Raumfassungen, Stuck, Putzflächen und historischen Konstruktionen abgestimmt werden. Ebenso erfordern diese Sanierungsmaßnahmen eine enge Betreuung auf der Baustelle und eine präzise Abstimmung aller Fachplanungen. Aus diesem Grund werden Objektplanung und Tragwerksplanung in einer Ausschreibung zusammengeführt und Brückner & Brückner Architekten gemeinsam mit Sailer Stepan Tragwerkteam beauftragt.

„Die Sanierung eines historischen Ensembles ist keine rein technische Aufgabe“, sagt Günter Horn, verantwortlicher Partner und Projektleiter bei Brückner & Brückner Architekten. „Jede Entscheidung muss aus dem Bestand heraus entwickelt werden.“

Weiterbauen an besonderen Orten

Brückner & Brückner Architekten zählen zu den profilierten Architekturbüros in Bayern, wenn es um das Weiterbauen an besonderen Orten geht. Das Büro verbindet Erfahrung im Bauen im Bestand mit einem klaren Gespür für Material, Atmosphäre, Nutzung und öffentliche Wirkung. Zu den bekannten Referenzen zählen unter anderem das Diözesanmuseum in Freising, der Kulturspeicher Würzburg und der Erinnerungsort Olympia-Attentat 1972 in München. Sie sind in allen Regierungsbezirken Bayerns und darüber hinaus mit prägenden Projekten vertreten, darunter das Neue Kurhaus Bad Alexandersbad, Kirche und sozial-caritatives Zentrum St. Anton in Schweinfurt, die Sanierung des Neuen Fuggerschlosses in Babenhausen oder die Christuskirche in Neumarkt in der Oberpfalz sowie die Kletterhalle in Tirschenreuth.

„Das Projekt Schloss Erkersreuth fasziniert durch seine starke historische Substanz und seine besondere Bedeutung für die Region – geprägt durch die visionäre Kraft des Unternehmers Philip Rosenthal. Es ist eine anspruchsvolle denkmalpflegerische Aufgabe und wir freuen uns darauf, diesen Ort wieder öffentlich erlebbar zu machen. Kulturerbe Bayern hat bereits mit seinen bisherigen Projekten gezeigt, wie Denkmalschutz heute weitergedacht werden kann: als Sicherung historischer Substanz, aber auch als Öffnung, Vermittlung und Einladung. Diese Haltung passt gut zu unserem Verständnis von Architektur. Es geht darum, die Eigenart eines Ortes zu verstehen und daraus Räume zu entwickeln, die Geschichte bewahren und zugleich neue Nutzung ermöglichen“, sagt Peter Brückner von Brückner & Brückner Architekten. (BSZ)

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