Bauen

Für den ersten Bauabschnitt zur Errichtung einer neuen Grundschule sowie einer Sport- und Kulturhalle mussten die alten Gebäudeteile weichen und eine Neuanbindung der verbleibenden und neuen Bauten erfolgen. (Foto: Markt Küps)

09.07.2026

Zukunftsfähiger Lern- und Begegnungsort

Neubau der Grundschule mit Kultur- und Sporthalle in Küps

Mit dem Neubau und der umfassenden Modernisierung der Grund- und Mittelschule hat die Marktgemeinde Küps (Landkreis Kronach) eines der bedeutendsten kommunalen Infrastrukturprojekte ihrer jüngeren Geschichte verwirklicht. Ziel des Vorhabens war es, die bestehenden Schulgebäude den Anforderungen eines modernen Bildungsbetriebs anzupassen und zugleich einen zukunftsfähigen Schulkomplex für kommende Generationen zu schaffen.

Bereits im Jahr 2014 fasste der Marktgemeinderat von Küps einstimmig den Grundsatzbeschluss, die Schulgebäude umfassend neu zu gestalten. Hintergrund waren sowohl bauliche Defizite des bestehenden Gebäudekomplexes als auch die gestiegenen Anforderungen an zeitgemäße Unterrichtsformen, Ganztagsangebote und schulische Infrastruktur.

Abriss alter Bauteile

Die Küpser Schullandschaft bestand aus unterschiedlichen Gebäudetrakten verschiedener Baujahre. Zunächst wurde in einer qualitativen Bestandsbewertung jeder Teil für sich untersucht. Neben sicherheits- und brandschutztechnischen Mängeln wurden vor allem beim Grundschulgebäude und der alten Turnhalle erhebliche Probleme an der Bausubstanz festgestellt. Organisatorisch entsprachen die Grundrisse nicht mehr den heutigen Ansprüchen an ein modernes Schulgebäude. Gleiches galt auch hinsichtlich des energetischen Zustandes und der Barrierefreiheit.

Das Ergebnis der Untersuchung war die Empfehlung, die Grundschule und die Turnhalle aus dem Jahr 1958 zurückzubauen und einen Ersatzneubau zu errichten. Die verbleibenden Gebäudeteile waren wirtschaftlich zu sanieren oder umzubauen. Nach einer EU-weiten Ausschreibung wurde das Architekturbüro Kersten Schöttner aus Wallenfels mit allen weiteren Planungen beauftragt.

Zur weiteren Konkretisierung des Projekts wurde eine Lenkungsgruppe eingerichtet, in der Vertreter der Schule, Lehrkräfte, Planungsbüros und der Gemeinde zusammenarbeiteten. Gemeinsam entwickelten sie die Anforderungen an die neue Schule. Zu den zentralen Zielen gehörten die räumliche Trennung von Grund- und Mittelschule, die Schaffung eines zentralen Eingangsbereichs, die vollständige Barrierefreiheit sowie die Integration einer modernen Mehrzweckhalle mit Kleinkunstbühne.

Im Jahr 2020 konnte nach langen Planungs- und Abstimmungsprozessen ein Beschluss zur vorgelegten Entwurfsplanung in verschiedenen Bauabschnitten gefasst werden und die Zuwendungsanträge hierfür wurden umgehend bei der Regierung von Oberfranken eingereicht.

Für den ersten Bauabschnitt zur Errichtung einer neuen Grundschule und einer Sport- und Kulturhalle mussten die alten Gebäudeteile weichen und eine Neuanbindung der verbleibenden und neuen Bauten erfolgen. Parallel zu diesem Bauabschnitt war es notwendig, die gesamten Außenanlagen, sowie die Erschließung, die Parkzonen und den Pausenhof mit einer Spiellandschaft für die Nachmittagsbetreuung neu zu ordnen.

Nach Fertigstellung der genannten Bereiche im Frühjahr 2026 sind bereits die Sanierungs- und Umbauarbeiten am sogenannten Westtrakt zur OGTS in vollem Gange. Im Anschluss daran ist abschließend geplant, die viergeschossige Mittelschule im Innenbereich in mehreren Bauabschnitten bei laufendem Betrieb zu sanieren.

Für die Architekten galt es, ein erarbeitetes Zehn-Punkte-Programm für das Küpser Schulgelände sowie für die Gebäudeteile umzusetzen. Hier stand eine komplette Neuordnung der Räumlichkeiten mit einem Zentraleingang unter sicherheitstechnischen Aspekten in barrierefreier Form im Mittelpunkt.

Großzügige Verglasung

Eine hohe Flexibilität beim Schulbetrieb und bei kulturellen Veranstaltungen wurde durch eine außergewöhnliche, beidseitig bespielbare Bühne geschaffen, die sowohl zur Pausenhalle als auch zur Mehrzweckhalle hin geöffnet werden kann. Je nach Anforderung können die Teile voneinander abgetrennt werden und verfügen auch dann über autarke Versorgungsbereiche.

Die neue Grundschule ist durch einen Verbindungssteg auf gleichem Niveau an die bestehende Mittelschule angebunden. Lehrern sowie Schülern ist es somit möglich, auf kürzestem Wege in den anderen Gebäudeteil zu gelangen, was den zentral im Neubau platzierten Lehrer- und Verwaltungsbereich, sowie die Pausenhalle mit Haupteingang zum gut erreichbaren Mittelpunkt des Gebäudekomplexes werden lässt.

Bei den neuen Gebäudeteilen wurde Wert auf ansprechende Architektur mit Außenbezügen durch großzügige Verglasungen sowie Energieeffizienz gelegt. Nahezu alle Klassenräume verfügen über einen direkten Ausgang ins „grüne Klassenzimmer“, was im Obergeschoss durch Dachterrassen realisiert wurde.

Ein gut durchdachtes Farb- und Materialkonzept soll sowohl für die Grundschüler als auch die Lehrer eine Orientierungshilfe bieten und darüber hinaus eine Atmosphäre des Wohlbefindens zur Unterstützung des Unterrichtsklimas schaffen.

Durch eine senkrechte unregelmäßige Holzfassade hebt sich die zylinderförmige Pausenhalle deutlich von den anderen Gebäudeteilen ab und wird von außen als zentraler Haupteingangsbereich, von dem aus alle Gebäudeteile erreichbar sind, sehr gut wahrgenommen.

Die komplette Neuausstattung der Grundschule mit modernen, flexiblen Möbeln sowie Digiboards in jedem Klassenzimmer sorgt für eine zukunftssichere, den heutigen Anforderungen gerecht werdende Bildungsumgebung.

Zur Abrundung des Großprojekts plant Bürgermeister Bernd Rebhan aktuell, eine Biomasseheizzentrale zur Versorgung aller Gebäudeteile zu errichten, um eine umweltschonende und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung zur Wärmegewinnung zu schaffen.

Mit dem Neubau der Grund- und Mittelschule hat die Marktgemeinde Küps einen wichtigen Schritt zur langfristigen Sicherung ihres Bildungsstandorts vollzogen. Der neue Schulkomplex verbindet moderne Architektur mit digitaler Ausstattung und multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten.

Damit entstanden optimale Voraussetzungen für zeitgemäßen Unterricht, eine qualitativ hochwertige Ganztagsbetreuung und vielfältige schulische sowie gesellschaftliche Veranstaltungen. Die Investition stärkt nicht nur die Bildungsinfrastruktur, sondern auch die Attraktivität der Marktgemeinde insgesamt und schafft einen zukunftsfähigen Lern- und Begegnungsort für kommende Generationen. (BSZ)
 

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