Freizeit und Reise

Ries-Landschaft. (Foto: Fouad Vollmer)

14.07.2026

Alltag aus. Abenteuer an

Fünf Natur-Erlebnisse in Bayerisch-Schwaben und ein neuer Outdoor-Guide

Bayerisch-Schwaben ist eine Region zum Draußensein – Genussradler kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie aktive Wanderer, neugierige Naturbeobachter oder Spaziergänger, die es lieber ruhig angehen. Vom Nördlinger Ries über die Donau-Auen bis hinein ins Voralpenland reicht eine Landschaft, die zu jeder Vorliebe das passende Fleckchen bereithält. Und als neuen Guide gibt es jetzt das Booklet „Alltag aus. Abenteuer an“, das kostenlos beim Tourismusverband für Bayerisch-Schwaben bestellt oder heruntergeladen werden kann.

1. Streifzüge durch die Region Günzburg/Neu-Ulm: Spazieren mit Gütesiegel

Die Füße baumeln im kühlen Wasser der Günz, in den Bäumen veranstaltet die Natur ihr vielstimmiges Vogelkonzert. Eisvogel, Teichrohrsänger und Lappentaucher sind hier im dichten Auwald zuhause und am Osterbach nagt der Biber an seinem nächsten Bauprojekt. Die neun Premium-Spazierwanderwege „Streifzüge“ in der Region Günzburg/Neu-Ulm laden zu kleinen Entdeckungsreisen ein: durch renaturierte Flussauen, schattige Waldwege, weite Biotoplandschaften und vorbei an kleinen Kapellen. Zwischen 3,5 und 5,7 Kilometer kurz, nach den Kriterien des Deutschen Wanderinstituts zertifiziert und in beide Richtungen beschildert – jeder Streifzug hat seinen eigenen Charakter und seinen eigenen Moment, für den man hinterher froh ist, das Sofa verlassen zu haben. www.wander-streifzuege.de/

2. Geopark Ries: Eine Reise in die Erdgeschichte

Alles begann mit einem Einschlag. Vor etwa 14,6 Millionen Jahren raste ein Asteroid in die Landschaft des heutigen Nördlinger Rieses und hinterließ ein nahezu kreisrundes Becken von gut 20 Kilometern Durchmesser. Wie gewaltig die Wucht war, zeigt sich bis heute im Steinbruch Lindle bei Holheim, wo die Kalkschichten schräg und verschoben liegen – zurechtgeschüttelt von der Druckwelle. So eindrucksvoll ist dieses Gelände, dass 1970 die Astronauten der Apollo-14-Mission hierher kamen, um für ihren Flug zum Mond zu üben. Solche Orte macht der UNESCO Global Geopark Ries erlebbar, der 2026 auch bereits seit 20 Jahren das Siegel „Nationaler Geopark“ trägt. In diesen zwei Jahrzehnten ist aus einem geologischen Erbe ein lebendiger Erlebnisraum geworden. Wissbegierige gehen per Lauschtour auf Zeitreise: Via Smartphone erfährt man, warum hier Diamanten im Gestein stecken und wie aus einer vermeintlichen Vulkanlandschaft der berühmteste Meteoritenkrater Europas wurde. In den Infozentren in Nördlingen oder Oettingen lässt die „Uhr der Erdgeschichte“ auf dem Touchscreen ganze Kontinente in wenigen Minuten wandern. Und weil das Staunen schon die Kleinsten packt, führen eigene Kinder-Erlebnispfade und -stationen wie in Daiting oder Wemding mit den Maskottchen Suevitchen und Riesitchen spielerisch durch die Entstehung des Kraters. Erdgeschichte, die man mit den Händen begreift. www.geopark-ries.de/

3. Der Lech-Radweg: Dem Fluss des Lebens folgen

Türkisblau bis jadegrün leuchtet der Lech, wenn das Licht auf die feinen Gesteinspartikel trifft, die er aus den Alpen mit sich führt. Kein Wunder, dass ihm seine unterschiedlichen Charakterzüge zwischen Quelle und Mündung den Namen „Fluss des Lebens“ eingetragen haben. Dort, wo er bei Marxheim in die Donau mündet, nimmt der Lech-Radweg seinen Anfang und folgt dem Fluss in fünf Etappen bis nach Tirol. Die beiden ersten Abschnitte liegen komplett in Bayerisch-Schwaben, das damit das längste Teilstück aller vier Anrainer-Regionen abdeckt – und gleich mit einigen Höhepunkten aufwartet: Stauseen und Wasserkraftwerke, die Wasservögeln Rückzugsräume bieten, das Blumen-Städtchen Rain mit seinem Rokoko-Rathaus und natürlich Augsburg, die Fuggerstadt mit ihrem UNESCO-Welterbe, dem „Augsburger Wassermanagement-System“ aus Kanälen, Renaissancebrunnen und historischen Wasserwerken. Wer mag, lässt sich unterwegs von der begleitenden Lauschtour die Geschichten des Lechs direkt aufs Ohr spielen. Der Lech-Radweg ist dabei nur einer von vielen in Bayerisch-Schwaben: Zwischen Iller und Paar lädt ein dichtes Netz an Flussradwegen zum „Flüssehüpfen“ ein – dem unkomplizierten Wechseln von einem Fluss zum nächsten mit der Donau als zentraler Achse.
https://lechradweg.info/
www.bayerisch-schwaben.de/rad

4. Kühler Kopf: Unterwegs auf Kneipps Spuren

Ein Bein ganz aus dem Wasser heben, Fußspitze nach unten, dann im Wechsel das andere: Der Storchengang durchs kühle Nass bringt an heißen Tagen schnelle Erfrischung. Diese Art der Abkühlung geht auf Sebastian Kneipp zurück, und wer wissen möchte, wie aus dem Theologen der berühmte „Wasserdoktor“ wurde, folgt in Dillingen der Kneipp-Lauschtour: Sie erzählt unterwegs von den Anfängen seiner Karriere, den Grundlagen seiner Therapien und erklärt die Wasseranwendungen, die bis heute für Gesundheit und Wohlbefinden stehen. Wer danach selbst die Hosenbeine hochkrempeln möchte, hat in Bayerisch-Schwaben die Qual der Wahl: Vom Nördlinger Gerberviertel über den Schnellepark in Gundelfingen und den Luitpoldhain in Lauingen bis zum Kneipp-Rundweg in Krumbach laden zahlreiche Kneipp-Anlagen zum Wassertreten ein. Oft sind sie in einen natürlichen Bachlauf eingebettet, mit schattigen Sitzplätzen ringsum. Denn nebenbei sind diese Plätzchen auch Treffpunkt: Ein Schwätzchen unter Kneipp-Gängern gehört einfach dazu. www.bayerisch-schwaben.de/kneipp

5. Vogelbeobachtung: Logenplätze im Donaumoos

Große Rohrdommel, Nachtreiher, Singschwäne: Im Schwäbischen Donaumoos, einem der letzten großen Feuchtgebiete Süddeutschlands, lässt sich eine artenreiche Vogelwelt aus nächster Nähe erleben, ohne sie in ihrem Lebensraum zu stören. Hölzerne Aussichtstürme und Beobachtungshütten geben den Blick über Wasserflächen und Schilfgürtel frei, während die empfindlichen Uferzonen unberührt bleiben. Die Beobachtungstürme liegen in den Donauauen, überblicken einstige Kiesbaggerseen oder Moos- und Bruchwälder. Auch Naturlehrpfade führen an den kleinen Vogelparadiesen vorbei, wo Brachvogel, Kiebitz und Silberreiher, Eisvögel und mit Glück sogar Seeadler zu sehen sind. Ein Fernglas gehört unbedingt mit ins Gepäck – und Geduld, denn oft dauert es, bis die scheuen Bewohner sich zeigen. Tipp: Früh aufstehen lohnt sich. www.arge-donaumoos.de/arge/naturerlebnis/beobachtungsplaetze/

Viele weitere Inspirationen für Naturerlebnisse finden sich unter www.bayerisch-schwaben.de/aktiv-naturziele und in der neuen Broschüre „Alltag aus. Abenteuer an“. Das Booklet kann unter www.bayerisch-schwaben.de/planen-buchen/infomaterial kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. (BSZ)

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