Reisen

Der neue Saunpavillon in der Therme Bad Steben. (Foto: Tourist-Information Bad Steben)

16.04.2019

Blau-schwarzer Glimmer

Blau-schwarzer Glimmer auf den Dächern von Bad Steben - Schiefer ist das Gestein des Jahrs 2019

Mit dem Gestein des Jahres 2019 aus der nahen Schiefergrube Lotharheil spiegelt die Therme Bad Steben ein authentisches Bild der Region. Nicht nur der Wellness-Dome ist einer Schieferhöhle nachempfunden. Jetzt zeigt sich auch der aktuell eröffnete Saunapavillon im Schieferkleid. Aus alter Tradition schmückt der Schiefer auch die Häuser der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde im Norden Bayerns.

Es schimmert blau-schwarz und ist rau: das Gestein des Jahres 2019. Schiefer ist so unverwüstlich wie die Männer, die ihn fördern, steht auf der Website des Schieferwerks Lotharheil in Bad Steben. Manfred Teichmann und seine Familie sind stolz auf die über 150-jährige Geschichte ihres Werks. Jetzt kürt der Berufsverband der Deutschen Geowissenschaftler (BDG) den Schiefer zum Gestein des Jahres, das sich durch feinste, aufeinanderliegende Schichten auszeichnet. Das „als Weichgestein deklarierte Gestein ist für alles geeignet“, sagt Teichmann. „Es freut mich sehr, dass das Mauerblümchen unter den Gesteinen endlich seine verdiente Anerkennung findet.“ Naturschiefer wurde in Franken und Thüringen traditionell als Dachmaterial verwendet. Heute ist Lotharheil die einzige verbliebene bayerische Schiefergrube.

Für den in einem über 14 Meter dicken Flöz liegenden harten 340 bis 400 Millionen Jahre alten Granitschiefer ist das blau-schwarze Schimmern typisch. Vor zirka 300 Jahren wurde hier im Tagebau gearbeitet, seit 1857 im Untertagebau. Freiherr Lothar von Faber, Gründer des heutigen Unternehmens Faber-Castell, nutzte den Schiefer für die Herstellung von Schiefertafeln und Bleistiften. Da sich das Material dafür als zu hart herausstellte, verkaufte er. Anfang des vorigen Jahrhunderts hat es der Uropa von Manfred Teichman erworben. Die Bergmannsfamilie baut ab, bohrt, behaut und gestaltet mittlerweile in vierter Generation moderne Bäder, Küchen, Gartenelemente und verschönerte nicht zuletzt einen Teil der örtlichen Therme mit dem wunderbar schimmernden Gestein.

„Buchstäblich“ naheliegend ist es, dass der lokale Schiefer in der modernen Therme verarbeitet wurde. Man wollte beim Bau der neuen Wellness-Oase möglichst authentische Materialien verwenden. Einer Schieferhöhle nachempfunden ist daher der Wellness-Dome mit Sand-Loggia, Solelagune oder einem Maulaffenbecken. Das mit Kohlensäure angereicherte 34 Grad warme Wasser lädt zum entspannten „Maulaffen feilhalten“ ein. Auch im neuen Saunapavillon mit Kelo-Blockhaus- und Panoramasauna oder im Event-Spa wurde das blau-schwarz schimmernde Gestein verarbeitet. Und schwarze Schiefersteine kommen etwa bei einer Hot-Stone-Massage zum Einsatz. Nur etwa zehn Kilometer trennen die Therme im Zentrum Bad Stebens und das in einer Senke des Frankenwalds liegende Lotharheil.

Wer dem Bergwerksbesitzer einen Besuch abstatten möchte, kann dies auf kurzweiligen Wegen von Bad Steben aus mit dem Rad, E-Bike oder zu Fuß tun. Die ehemalige deutsch-deutsche Grenze hat sich zu einem Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt und lockt mit Wanderrouten wie dem Rennsteig, Frankenweg und dem Fränkischen Gebirgsweg. Alexander von Humboldt hat bereits Ende des 18. Jahrhunderts die Bedeutung des Schiefers erkannt. Der Naturforscher lebte von 1792 bis 1795 in Bad Steben. In diesem Jahr jährt sich sein 250. Geburtstag. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Webinar
Weiterbildung

In Zusammenarbeit mit Fachverbänden und Fachverlagen veranstalten wir regelmäßig Webinare.

Referenten aus verschiedenen Bereichen vermitteln Ihr Expertenwissen in Bild und Ton Live über das Internet.

Weitere Informationen finden Sie hier
Die Frage der Woche

Grundsteuer: Ist ein wertunabhängiges Modell sinnvoll?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2019

Nächster Erscheinungstermin:
29.November 2019

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 30.11.2018 (PDF, 37 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.