Freizeit und Reise

Das Ulmer Rathaus. (Foto: Lorenz Bee)

21.07.2021

Normal ist das nicht

Ulm ist die Stadt der Superlative mit außergewöhnlichen Rekorden

Bescheidenheit ist eine Zier. Dieses oft zitierte Sprichwort mag in manchen Situationen
trefflich passen, nicht jedoch, wenn die Tatsachen wirklich stolz machen dürfen. Ulm, und
das darf mal gesagt werden, ist eine Stadt der Superlative. Spätestens seit der neuen
Restart-Kampagne „Was ist schon normal?“ darf über Ulms außergewöhnliche Rekorde
ganz offen gesprochen werden.

Ulm hat den höchsten Kirchturm der Welt. Der Hauptturm des Ulmer Münsters misst stolze
161,53 Meter. Wer über etwas Kondition verfügt, kann das Wahrzeichen Ulms über 768
Stufen erklimmen. Belohnt wird man mit einem fantastischen Weitblick auf Ulms Dächermeer
an Donau und Blau, auf das ganze Umland und mit etwas Glück bis zu den Alpen. So nahe
ran an die Dämonen, Wasserspeier und Spitzbögen kommen sonst nur die Arbeiter der
Ulmer Bauhütte. Seit der Grundsteinlegung 1377 bauen sie die monumentale
Stadtpfarrkirche unermüdlich fort. Ihre hochspezialisierte Arbeit gehört zum immateriellen
Kulturerbe der UNESCO – wie auch der Schwörtag, der besondere Ulmer Festtag im Juli.

Das schiefste Hotel der Welt steht in Ulm und als solches im Guinnessbuch der Rekorde.
Ulm-Besucher stolpern geradezu über das uralte Gebäude im Fischerviertel. Aber warum ist
das Haus in der Schwörgasse so krumm? Seine Südseite steht seit 1443 in der Blau. Deren
Grund gab der Last von Gebälk und Stein nach, was die Bewohner mit Aufschüttungen im
Haus ausgleichen wollten. Die Südseite des Hauses wurde immer schwerer, das Haus
immer schiefer bis 1995 eine kluge Sanierung diesen ruinösen Prozess beenden konnte. In
dem Schiefen Haus wohnten übrigens nicht nur Fischer. Zeitweise bot es auch der völlig
verarmten Witwe des unglückseligen Schneiders von Ulm ein Dach über dem Kopf. Heute ist
das Gebäude ein exklusives Hotel, dessen schräge Böden auch nüchterne Menschen ins
Wanken bringen.

In Ulm liegt Deutschlands größtes erhaltenes Festungsensemble. Bauherr der Anlage war
der am Wiener Kongress gegründete Deutsche Bund. Die Bundesfestung Ulm sollte Basis
einer in Südwestdeutschland gegen das kaiserliche Frankreich operierenden Armee werden.
Der Hauptwall der zwischen 1842 und 1859 erbauten Anlage umschließt die Innenstadt von
Ulm und die von Neu-Ulm, der Schwesterstadt auf der anderen Seite der Donau in Bayern
gelegen, gleich mit. Die Außenforts liegen auf markanten Höhenlinien um Ulm. Die Festung
war nie Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Sie wird fortlaufend restauriert. Vor
allem Jugendgruppen und die Kleinkultur sind heute dort beheimatet. Alle zwei Jahre wird
die Zitadelle Wilhelmsburg Open-Air-Spielstätte des Theaters Ulm. Die Glacisanlagen sind die
grüne Ader der Doppelstadt.

Im Museum Ulm wird die älteste bekannte Mensch-Tier-Figur der Welt ausgestellt. Ihre
Größe und Gestalt ist spektakulär. Ihr Alter auch: Vor über 40.000 Jahren wurde das 31,1 Zentimeter
große Fabelwesen – halb Mensch, halb Löwe – erschaffen. Der Künstler war ein Homo
Sapiens der jüngeren Altsteinzeit, der mit seiner Gruppe die von der Eiszeit geprägten Täler
der Schwäbischen Alb durchstreifte und wie viele andere in den Höhlen Werkzeuge, Waffen
und Schmuck hinterließ. Der Löwenmensch ist seit den 1970er-Jahren Teil der
Dauerausstellung im Museum Ulm und dort ein Besuchermagnet.

Eine besondere Aktion erwartet die Gäste im Juli: Bei Buchung von zwei HotelÜbernachtungen
im Wert von mindestens 100 Euro pro Person gibt es eine UlmCard für zwei Tage
kostenfrei in der Tourist-Information. Die UlmCard bietet umfangreichen Mehrwert für eine
Städtereise. Unter anderem kann der lokale ÖPNV umsonst genutzt werden, es gibt Gratis-
Leistungen bei lokalen Gastronomen, eine kostenfreie Stadtführung, freie Eintritte in acht
Museen und der Aufstieg auf den Münsterturm kostet – außer etwas Kondition – ebenfalls
nichts. (BSZ)

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