Freizeit und Reise

Das Vier-Sterne-Superior-Hotel Der Eisvogel im niederbayerischen Bad Gögging. (Foto: Monika Judä)

07.10.2026

Perlen in Niederbayern

Vom Hotel Der Eisvogel in Bad Gögging zu einem abwechslungsreichen Streifzug von der Hallertau ins Altmühltal starten

Zwischen der Kulturlandschaft der Hallertau und dem Naturpark Altmühltal reihen sich die Sehenswürdigkeiten aneinander wie die Perlen einer Kette. Ein guter Ausgangspunkt für eine Erkundung ist der kleine Kurort Bad Gögging im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Das Städtchen kann auf eine über 2000-jährige Geschichte zurückblicken, denn es liegt dort, wo einst das römische Weltreich endete: am Limes, mit dem das Imperium Romanum fast 400 Jahre lang seine Nordgrenzen gegen die germanischen Stämme sicherte.

Überall in und um Bad Gögging haben die Römer ihre Spuren hinterlassen. Auf Anordnung Kaiser Trajans bauten sie dort eine große, mit allen Raffinessen ausgestattete Badeanlage und genossen das wohltuende Schwefelwasser aus den (heute fünf) Schwefelquellen des Ortes. Im Römischen Museum für Kur- und Badewesen können deren Überreste besichtigt werden.

Nur wenige Kilometer entfernt stand einst das Kastell Abusina. Die Relikte dieser Wehranlage sind heute Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes Limes und stehen als Freilichtmuseum den Besuchern jederzeit offen. Und nur einen Steinwurf weiter wandelt man buchstäblich auf römischen Spuren. Hier bei Hienheim trifft der Limes auf die Donau: Auf dem immer noch deutlich sichtbaren Wall kann man herrlich spazieren gehen. 

Ganz in der Nähe liegt die Kreisstadt Kelheim. Von dort bringen Ausflugsschiffe die Gäste – wenn die Donau genug Wasser führt – in die weltberühmte Weltenburger Enge. Bis zu 70 Meter hoch aufragende Felswände säumen den sogenannten Donaudurchbruch. Zwischen den imposanten Felsformationen, die fantasievolle Namen wie „Versteinerte Jungfrau“ oder „Die drei feindlichen Brüder“ tragen, verengt sich die Donau bis auf etwa 80 Meter und wird hier bis zu 20 Meter tief. Auf einer Strecke von gut 5 Kilometern kann man das eindrucksvolle Naturschauspiel genießen, bis das Schiff am Kloster Weltenburg anlegt.

Weltenburg und
die Befreiungshalle

Malerisch in einer Flussschleife und an einer breiten Kiesbank gelegen, befindet sich das älteste noch bewohnte Kloster Bayerns. Es wurde im Jahr 620 nach Christus gegründet, bis heute leben hier Benediktinermönche. Die Klostermauern beherbergen die älteste Klosterbrauerei der Welt. Seit anno 1050 wird hier Bier gebraut, unter anderem das mehrfach prämierte Barock Dunkel, das im schattigen Klosterbiergarten nebenan auch gleich verkostet werden kann.

Einen Besuch lohnt zudem die Klosterkirche St. Georg. Sie ist ein Werk der Gebrüder Asam und zählt zu den bedeutendsten Barockbauwerken Bayerns. Mit dem Schiff geht es schließlich wieder zurück nach Kelheim. Dort ist ein kurzer Abstecher zur Befreiungshalle zu empfehlen, dem Wahrzeichen der Stadt, die weithin sichtbar auf dem Michelsberg thront. Der Fußweg hinauf ist kurz, aber steil. Komfortabler geht es mit dem weiß-blauen Minizug oder mit dem Auto nach oben. König Ludwig I. gab den stattlichen Rundbau in Auftrag, um an die Befreiungskriege von 1813 bis 1815 zu erinnern, in denen die europäischen Völker Napoleon besiegten. Von der umlaufenden Außenterrasse eröffnet sich ein herrliches Panorama: auf Kelheim, in die Weltenburger Enge und ins Altmühltal.

Der Weg durchs Altmühltal nach Riedenburg, der letzten „Perle“ dieser Reise, führt an der Tropfsteinhöhle Schulerloch vorbei. Auch hier lohnt sich der kurze, aber steile Weg hinauf zum Eingang in eine faszinierende unterirdische Welt mit riesigen Hallen, Tropfsteinen und Sinterbecken. Noch bis Anfang November ist ein Besuch möglich, dann gehört die Höhle für fünf Monate allein den Fledermäusen als Winterquartier.

Auf der Weiterfahrt windet sich bei dem kleinen Ort Essing, der von steilen Felsen überragt wird, die Holzbrücke „Tatzlwurm“ wie ein Drache über den Main-Donau-Kanal. Mit einer Länge von 193 Metern zählt sie zu den längsten Holzbrücken Europas und ist einen kurzen Stopp wert. Schließlich führt der Weg vorbei an der imposanten und sehenswerten Burg Prunn, die auf einem 70 Meter hohen Kalksteinfelsen über dem Tal aufragt. Sie ist Fundort des „Prunner Codex“, einer mittelalterlichen Handschrift des Nibelungenlieds, die sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek befindet.

Kurz danach ist Riedenburg erreicht, die „Perle des Altmühltals“, wie sie gerne genannt wird. Die kleine Stadt liegt am Fuße der Rosenburg aus dem 12. Jahrhundert. Von dort oben hat man einen schönen Blick auf die reizvolle Umgebung, man kann dort auch eine Greifvogelvorführung besuchen oder durch die Burganlage schlendern. Unten im Tal wartet mit dem Kristallmuseum die kleine Stadt mit einer großen Sensation auf: Das Herz des Museums ist die größte Bergkristallgruppe der Welt, 8 Tonnen schwer und mit ausgeklügelter Beleuchtung eindrucksvoll in Szene gesetzt. 
Von Riedenburg zurück nach Bad Gögging sind es mit dem Auto gerade einmal 25 Minuten. Für Erholung nach so vielen Erlebnissen ist der Kurort bestens gerüstet. Er verfügt über drei Naturheilmittel - Schwefelwasser, Mineral-Thermalwasser und Naturmoor -, die nicht nur in der ortsansässigen Limes-Therme zur Anwendung kommen, sondern auch in vielen Hotels der Region.

Eine Massage
mit Hopfenöl

Besonders stolz ist man im Vier-Sterne-Superior-Hotel Der Eisvogel darauf, den heimischen Schätzen aus dem Boden noch ein weiteres Heilmittel hinzufügen zu können: den Hopfen, der hier in der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, wächst, wohin man auch schaut. Hopfen ist nicht nur die Grundlage für Bier; seine Blüten eignen sich hervorragend für entspannende Peelings und eine Massage mit Hopfenöl fördert den Schlaf.

Ein Selbstversuch im großzügigen Spa-Bereich des Viersternehauses ist unbedingt zu empfehlen, wie überhaupt der Eisvogel als Ausgangspunkt für diverse Ausflüge sehr günstig liegt. Seinen Namen hat das Hotel übrigens schon früh erhalten: Nach dem Zweiten Weltkrieg stand hier ein kleines Café, das den Namen kaum verdiente, denn es gab nur drei Tische. Aber die Gäste kamen gern und beobachteten die Eisvögel am kleinen Teich vor dem Haus. Fortan traf man sich schlicht „beim Eisvogel“.

Der Name blieb, das Café verschwand. An seiner Stelle entstand nach und nach das heutige Hotel mit seinem umfangreichen Angebot für Entspannung und Erholung. Raus aus der Stressfalle, das hat sich das Hotel zum Ziel gesetzt und mit seinen „Achtsamkeits-Retreats“ ein Paket geschnürt, das Menschen zu mehr innerer Ruhe und Balance führen soll.

Balsam für die Seele, darauf ist das gesamte Hotel ausgerichtet: Es ist hell und lichtdurchflutet, wunderbar ruhig und verfügt über eine weitläufige Gartenanlage mit bequemen Liegen und einem Durchschlupf am hinteren Ende, der unmittelbar zu den Spazierwegen der angrenzenden Donauauen führt. Wer früh aufsteht und die Augen offenhält, kann ihn dort sogar noch entdecken: den namengebenden Eisvogel. (Monika Judä)
 

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