Freizeit und Reise

Pistenbully auf der Kaisersteigloipe in der Glasstadt Zwiesel im Einsatz. (Foto: obx-news/Sabine Lemberger/Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald)

05.03.2026

Winterhelden in der zweiten Reihe

Die Fahrer der Loipenspurgeräte in der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald

Sie arbeiten, wenn andere noch schlafen. Sie fahren, wenn der Wald still ist. Und sie sorgen dafür, dass der Winter in der Ferienregion Bayerischer Wald nicht nur schön aussieht, sondern auch funktioniert. Die Fahrer der Loipenspurgeräte in der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald gehören zu jenen stillen Leistungsträgern, ohne die der Wintersport, der am "Weißen Dach Europas" jedes Jahr Millionen Urlauber begeistert, schlicht nicht möglich wäre.

Top gespurte Langlaufloipen, gewalzte Winterwanderwege, präparierte Skipisten und Rodelhänge entstehen in vielen Gemeinden nachts oder in den frühen Morgenstunden. Je nach Wetterlage, Schneehöhe und Gelände sind die Fahrer sechs bis zehn Stunden im Einsatz, bei starkem Schneefall auch deutlich länger. Konzentration ist dabei Pflicht: Schneebeschaffenheit, Temperatur, Bewuchs und Topografie entscheiden über jede Spur.

Einer von ihnen ist Johannes Donnerbauer aus St. Oswald-Riedlhütte. Seit acht Jahren präpariert er dort Loipen, Winterwanderwege und Rodelhänge - bis zu 50 Kilometer Streckennetz. "Wenn man diese Arbeit, bei der man die ganze Zeit auf Gelände, Schneelage, Bewuchs etc. schauen und sich konzentrieren muss, nicht liebt, würde man die sechs bis zehn Stunden, die man am Stück unterwegs ist, gar nicht durchhalten", sagt er. Besonders gern ist er abends unterwegs: "Dann kann die frisch präparierte Loipe aushärten. ‘Sintern' nennt man das - so wird die Spur am Morgen stabil und griffig."

Auch in Mauth-Finsterau, einer der schneesichersten Gemeinden der Region, ist der Einsatz hoch. Ronny Ebert, vielen Langläufern als "Raupen-Ronny" bekannt, ist hier fast täglich im Pistenbully unterwegs. Fünf bis acht Stunden sind normal, bei starkem Schneefall auch mehr. "Es ist beruhigend, wenn man vor allem abends, wenn kein Mensch unterwegs ist, in der Natur draußen sein kann", sagt er. "Wenn man dann mit dem Ergebnis, das man gerade geschaffen hat, auch selbst zufrieden ist und weiß, dass man für Gäste und Einheimische wieder die Grundlage für ihren heißgeliebten Wintersport geschaffen hat, dann ist alles gut."

Moderne Technik unterstützt die Arbeit: Umgerüstete Raupen ermöglichen das Spuren bereits bei geringer Schneehöhe, digitale Systeme liefern tagesaktuelle Informationen zu Loipenzustand und Schneelage. Gleichzeitig bleibt der Job herausfordernd - nicht zuletzt durch Witterungsextreme und fehlende Rücksicht. Fußgänger in der Loipe oder Hunde in der klassischen Spur machen oft Stunden Arbeit zunichte. Der Wintersport im Bayerischen Wald lebt von Landschaft und Schnee - vor allem aber von Menschen, die ihn nutzbar machen. Die Loipenfahrer gehören zu diesen stillen Winterhelden. Ohne große Bühne, aber mit spürbarer Wirkung. (obx)

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