Kommunales

Der Anstieg der Diagnose Depression ist auch Folge einer gelungenen Aufklärung über psychische Erkrankungen in der Bevölkerung und damit einer Ent-stigmatisierung gerade dieser Diagnose. (Foto: dpa/Julian Stratenschulte)

03.05.2019

Betroffene aus der Grauzone holen

Symposium zum Thema „Depression“

Unter der Leitlinie „Herausforderung Depression“ veranstaltete der Bayerische Bezirketag unlängst im jüdischen Gemeindezentrum in München zum fünften Mal sein Symposium der Gesundheitsunternehmen der bayerischen Bezirke. Mit dieser Fachveranstaltung, zu der über 500 Teilnehmer aus ganz Bayern und über die Landesgrenzen hinaus gekommen waren, präsentierten sich die Gesundheitseinrichtungen der Bezirke mit ihren Angeboten einer modernen, zukunftsweisenden und an den Bedürfnissen der dort versorgten Menschen orientierten leistungsstarken Psychiatrie. Das Symposium stellt regelmäßig ein konkretes Fachthema aus dem Bereich der Psychiatrie in den Mittelpunkt. In diesem Jahr war es das mit einer hohen individuellen und gesamtgesellschaftlichen Krankheitslast verbundene Thema der Depressionserkrankungen.

„Sorge bereitet uns als Bezirken die Tatsache, dass im Gesundheitssystem mittlerweile die Tendenz besteht, leichter erkrankte Patientinnen und Patienten zu Lasten der Schwerkranken zu bevorzugen. Vor allem im Bereich der ambulanten Psychotherapie fällt es oft gerade den kränksten Patientinnen und Patienten am schwersten, einen Therapieplatz zu finden. Hier braucht es eine effektivere Steuerung der vorhandenen Ressourcen, die sich mehr am Interesse der Kranken als am Interesse der Leistungserbringer orientiert. Denn es darf nicht so sein, dass sich jemand nur diejenigen Patientinnen und Patienten heraussucht, die am problemlosesten zu behandeln sind – ganz im Gegenteil: Den am schwersten Betroffenen muss zuerst geholfen werden. Dieser Aufgabe sehen wir uns als Bezirke verpflichtet, die gleiche Forderung trifft aber auch alle anderen Leistungserbringer, egal ob sie stationär oder ambulant sind“, betonte Bezirketagspräsident Franz Löffler zum Auftakt der Veranstaltung.

Wie er darüber hinaus feststellte, seien die Häufigkeit und der Anstieg der Diagnose Depression auch Folge einer gelungenen Aufklärung über psychische Erkrankungen in der Bevölkerung und damit einer Entstigmatisierung gerade dieser Diagnose. Es sei wichtig, so Löffler, mit diesem Thema ebenso offen wie achtsam umzugehen. Zunehmend mehr Menschen trauten sich heute, zum Facharzt zu gehen. Das sei auch ein Ergebnis der vielfältigen Bemühungen, depressive Erkrankungen frühzeitig erkennen und in ihren Folgen lindern und therapieren zu können. Dabei leisteten vor allem die bezirklichen Gesundheitseinrichtungen einen großen und richtungsweisenden Beitrag. Immerhin tragen diese Einrichtungen in Bayern mit fast 8000 Betten und tagesklinischen Plätzen der Fachrichtungen Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatik die Hauptverantwortung in der klinischen psychiatrisch-medizinischen Versorgung. Sie stellten somit auch in der Fläche für die Patientinnen und Patienten eine breite Versorgungsstruktur sicher, betonte Löffler.

Zusätzlich würdigte er das Ziel der Veranstaltung, verschiedene Aspekte und Herausforderungen von depressiven Erkrankungen sowohl unter klinisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten als auch mit Blick auf versorgungs- und gesellschaftspolitische Fragestellungen zu diskutieren. Ein Symposium wie dieses leiste hierzu einen wichtigen Beitrag und setze wertvolle Impulse auch für die Tagesarbeit aller professionell Helfenden in den verschiedenen Sozialleistungssystemen.
(E. B.)

Die vollständigen Seiten des Bayerischen Bezirketags Teil I

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