Kommunales

Mit dem Älterwerden der Gesellschaft dürfte auch die Zahl der Demenzkranken in Bayern deutlich zunehmen. (Foto: dpa/Felix Kästle)

15.06.2026

Bis zu 340.000 Demenzkranke in Bayern erwartet

Die Zahl der Demenzkranken könnte in Bayern bis 2060 deutlich steigen. Besonders ländliche Regionen wären betroffen – Fachleute sehen aber große Chancen, die Entwicklung durch Prävention zu bremsen

Die Zahl der Menschen mit Demenz könnte in Bayern bis 2060 von derzeit knapp 200.000 auf mehr als 340.000 steigen. Das geht aus aktuellen Berechnungen hervor, auf die die AOK Bayern verweist. Grundlage sind Prognosen für die 71 Landkreise und 25 kreisfreien Städte im Freistaat.

Besonders stark betroffen wären demnach ländliche Regionen in Unter- und Oberfranken sowie in Niederbayern. Im Landkreis Kronach könnte der Anteil der Menschen mit Demenz auf bis zu 4,1 Prozent steigen. Auch Regionen wie Main-Spessart, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Wunsiedel, Lichtenfels, Tirschenreuth oder Freyung-Grafenau zählen laut Prognose zu den besonders betroffenen Gebieten.

Städte schneiden deutlich besser ab

Günstiger fällt die Entwicklung vor allem in Oberbayern sowie in vielen Städten aus. Der niedrigste Anteil wird für München mit 1,7 Prozent erwartet. Auch Passau, Memmingen, Rosenheim, Erlangen, Regensburg, Augsburg sowie die Region Ingolstadt schneiden vergleichsweise gut ab.

Als Hauptgrund nennen die Experten die demografische Entwicklung. Während viele ländliche Regionen überaltern, leben in den Städten deutlich mehr jüngere Menschen.

Prävention könnte viele Fälle verhindern

Bundesweit rechnen die Forscher mit einem Anstieg der Zahl der Demenzkranken von 1,3 auf bis zu 2,1 Millionen Menschen. Für Bayern liegt der erwartete Anteil mit 2,5 Prozent im bundesweiten Mittelfeld.

Nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ließen sich jedoch viele Erkrankungen verhindern. Mehr Bewegung, Bildung, die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hörstörungen, der Verzicht aufs Rauchen sowie soziale Teilhabe könnten das Risiko deutlich senken. Bis zu 50 Prozent der Neuerkrankungen könnten so vermieden werden.

Würden entsprechende Maßnahmen konsequent umgesetzt, könnte die Zahl der Demenzkranken in Bayern bis 2060 statt auf 340.000 lediglich auf 200.000 bis 250.000 Menschen steigen. (dpa)

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