Kommunales

Der Frankenschnellweg. (Foto: dpa)

28.06.2026

Bürgerbegehren: Ausbau des Frankenschnellwegs kommt

Die Nürnberger haben entschieden: Der stauanfällige Frankenschnellweg kann ausgebaut werden. Damit endet ein jahrelanger Streit

Der umstrittene Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg kann kommen: Bei einem Bürgerentscheid stimmte eine relative Mehrheit der rund 380.000 Wahlberichtigten für die Pläne der Stadt. Mehr als 80.000 Nürnberger votierten laut "BR" gegen einen Stopp der Pläne, rund 70.000 waren dafür.

Das Votum befriede einen Streit, der seit mehr als 30 Jahren Nürnberg schwele, sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) der Nachrichtenagentur dpa zufolge. "Wir werden jetzt die Planung, die wir haben, vorantreiben."

Die Stadt will die Stauprobleme auf der Verkehrsachse mit Hilfe eines 1,8 Kilometer langen Tunnels lösen, durch den künftig der Durchgangsverkehr fahren soll. Außerdem sollen eine dritte Spur im Westen und weitere Lärmschutzwände entstehen. 

Die Gegner halten die Kosten von mehr als einer Milliarde Euro für zu hoch und die Planung für nicht zielführend, da der Ausbau ihrer Ansicht nach zu noch mehr Verkehr - vor allem von Lastwagen - auf die Strecke führen würde. 

Viele Jahre Streit um den Ausbau

Der Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg spaltet seit vielen Jahren die Stadt und beschäftigte bereits mehrere Gerichte, wo die Gegner Niederlagen kassierten. Der Bürgerentscheid war für sie das letzte Mittel, das milliardenschwere Bauprojekt noch zu stoppen. 

Das Ergebnis ist laut bayerischer Gemeindeordnung so bindend wie ein Beschluss des Stadtrats. Allerdings könnte es innerhalb eines Jahres durch einen neuen Bürgerentscheid abgeändert werden. "Natürlich sind wir enttäuscht", sagte Michael Hauck von den Initiatoren des Bürgerentscheids. Die Initiative werde das Ergebnis aber akzeptieren. 

Planung geht mit Hochdruck weiter 

Doch wie geht es nun konkret weiter? Die Pläne für den Ausbau stehen, ruhten in letzter Zeit allerdings. "Jetzt werden die Ausschreibungen freigegeben", sagte König. Die Stadtverwaltung habe diese wegen des Bürgerentscheids zurückgehalten.

Nach Angaben der Stadt könnten die Bauarbeiten im Abschnitt West mit dritter Fahrspur und Lärmschutzwänden im Frühjahr 2027 beginnen. Danach - voraussichtlich 2030 - könnten die Bauarbeiten im Mittelabschnitt weitergehen. Rund zehn Jahre sind dafür veranschlagt. (dpa/BSZ)

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